Australien die "Erste"!

Eine grandiose Reise und eine aufregende Motorradtour!

 

NAVIGATION

 



 

Reiseroute

via

Hongkong

nach

Sydney

auf

Mietmotorrädern

entlang

der Ostküste

bis

Cairns

Flug

nach

Alice Springs

von dort

800 Kilometer

zum

Ayers Rock

 


Hong Kong

 


Baugerüste
aus
Bambus

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wenn ich es recht erinnere, ist die Idee eine Motorradtour durch Australien zu machen, im November 2001 während einer Tour durch S-Afrika zwischen Bonsai und mir geboren. Aufgrund des kalten, nassen Wetters. Ulrike und Stefan sind von dem Gedanken, „mal“ ´nen Motorradtrip durch Aussie zu machen, auch sehr angetan. Zumal wir uns vorstellten, dort ist es sicherlich schön warm. Niemand ahnt, dass unser Sommer 2003, selbst in den nordischen Gefilden, ein Jahrhundert Sommer wird. Im Februar 2002 treffen wir uns auf der Motor-radmesse in Dortmund mit „Bonsai“. Dort sind natürlich auch alle Veranstalter für Motorradreisen vertreten. Aber keines der Angebote entspricht meinen Vorstellungen. Bei manchen passen die Termine nicht. Andere sind zu perfekt und zu kom-fortabel, und deshalb zu teuer. Und dann gibt es da die „natur-verbundenen“ Reiseangebote, das heißt, mit Zelt und Enduro. Aber aus dem Alter sind wir raus! Ja, und da fange ich überhaupt erst an, ernsthaft über unser Projekt nachzudenkenÜbers Internet sammelte ich Unmengen von Infos, im September-Oktober 2002 habe ich dann wenigsten die grobe Richtung. Von Sydney entlang der Ostküste nach Cairns!
Nun versuche ich einen Motorrad-vermieter in Sydney zu finden, und das bereitet mir mehr Schwierigkeiten als gedacht. Im Internet sind zwar etliche Adressen zu finden, und meistens kommt auf meine Anfragen auch eine Antwort, aber häufig ist ist eine ONE-WAY-TOUR nicht möglich, oder viel zu teuer. Der nächste Punkt ist die Qualität der Maschinen. Der Gedanke, irgendwann in Sydney vor vier vergammelten Motorrädern zu stehen, nicht wissend, ob wir damit die Distanz von etwa 3500 km bewältigen können, macht mich schon etwas nervös. Natürlich ist mir auch klar, dass man immer irgendwelche Pannen haben kann, aber das gehört dann zum „Abenteuer-urlaub“ dazu. Irgendwann bekomme ich von Rita (Veranstalterin Motorrad
Reisen www.rm-reiseteam.de die Adresse von Jim Crabb in Sydney. Sofort schicke ich ihm meinen Routenplan per Mail, die Antwort kommt postwendend, mit einigen Änderungen, und neuen Ideen. Es macht alles einen sehr professionellen Eindruck, ich bin begeistert! Der nächste Schritt sind die Flüge. Unsere erste Idee, im Januar 2003 zu fahren, haben wir schon im Oktober 2002 gestrichen, denn für den Zeitraum gibt es nirgendwo mehr bezahlbare Flüge. Wir einigen uns endgültig auf den November 2003.
Auf der Reisemesse im Januar 2003 klappere ich die „Fluggesellschaften“ ab, denn Ulrike ist eingefallen, wenn schon Australien, dann auch zum Uluru, und das nicht gerade mit dem Motorrad. Im Februar treffen wir uns mit Bonsai bei Stefan und Ulrike. Aufgrund der vielen unterschiedlichen Angebote von Reisebüros und Airlines stelle ich mich auf eine lange Diskussionsrunde ein. Aber erstaunlich schnell hat unser Urlaub einen „ Namen und ein Gesicht“. Wir werden am 31.10.03 mit Cathay Pacific von Frankfurt via Hongkong nach Sydney fliegen. In dem Angebot von Karawane/Ludwigsburg ist für den Hinflug eine etwa 4stündige Stadtrundfahrt in Hongkong enthalten. Des weiteren, 5 Übernachtungen in Sydney, Inlandsflüge von Cairns nach Alice Springs, mit 3tägiger Campingsafari zum Ayers Rock, und zurück nach Sydney.   In den folgenden Monaten entsteht ein reger Schriftwechsel mit Jim Crabb, der immer wieder neue Infos und Anregungen schickt, oder auch mal anruft.
Ja, und dann ist es endlich so weit. Am Freitag bringt unser Gerald uns zum Hauptbahnhof, hilfsbereit wie er immer ist, hebt er die schweren Taschen ins Gepäcknetz. < Das dauert keine Minute, da höre ich schon das Piepen der Türen, und der Zug ruckt an. Verzweifelt versuchen wir eine Tür wieder zu öffnen, aber es ist unmöglich. Das Zugpersonal erklärt; Der Zug hatte von Altona bis HBF schon Verspätung, dann wird nur geguckt ob alle Leute vom Bahnsteig sind, und es geht sofort weiter. Unser nächster Stopp ist erst wieder in Hannover. Armer Gerald!.  Oh, oh denke ich, die Reise fängt ja gut an! Die Fahrt nach Frankfurt kommt mir endlos vor, was natürlich absoluter Quatsch ist. Denn die knapp vier Stunden sind im Verhältnis der folgenden 30 Stunden, wirklich Peanuts.   Am Bahnsteig in Frankfurt steht Bonsai, schon mit einem Gepäckkarren, gemeinsam machen wir uns auf den Weg zum Abflugterminal, Rolltreppen rauf, und runter.  In meiner Erinnerung ist der Bahnanschluss in der Nähe, aber mittlerweile ist der Airport so erweitert worden, dass wir uns in einen total überfüllten Bus quetschen müssen.  Am Schalter von Cathay Pacific treffen wir auf Ulrike u. Stefan. Voll freudiger Erwartung bringen wir das Einquecken hinter uns, und auf mehrfaches Nachfragen erhalten wir auch alle unseren Voucher für die Stadtrundfahrt in Hongkong. Und dann, endlich, mit etwas Verspätung, um 14:30 startet der Flug CX 288 nach HK. Mehr als die Hälfte der 400 Reisenden sind Chinesen.  Ab sofort versteht kaum noch jemand Deutsch, dass ist immer wieder ein merkwürdiges Gefühl für mich. Bis HK sind 9100 km, Über Lodz, Warschau, vorbei an Kiew, Richtung Moskau, links an Kasachstan, Jekatarinenburg weiter in Richtung Indien. Immer wieder gerät der Flieger in kleinere Turbulenzen, aber da ich nicht so viel schlafen kann, ist das dann eine ganz „witzige“ Abwechslung. Ich habe viel über China und natürlich auch über HK gelesen, und irgendwie hat mich die doch total andere Kultur nie so gereizt, China einen Besuch abzustatten. Ja, und nun stehe ich plötzlich, in einer Menge kleiner Chinesen, in der wahnsinnig großen, Lichtdurchfluteten Flughafenhalle, auf Lantau. Nicht nur der Fußboden aus grauem, geschliffenen Granit, glänzt als ob er stündlich poliert wird, nein, alles macht einen absolut sauberen Eindruck. So sauber, dass ich für mich das Gefühl habe, ich müsste dringend unter eine Dusche. Auf keinem Airport bin ich bisher länger als 10 Minuten zur Passkontrolle gelaufen.  Aber wir folgen nun schon mehr als eine viertel Stunde den „Arrival Schildern“ und immer noch möchte niemand unseren Passport sehen.
Erst einmal entdecke ich einen Informations-Schalter, und ein überaus freundlicher, hilfsbereiter Chinese erklärt mir, in dem typisch kehligen Englisch der Chinesen, wo wir unseren Gutschein für die Stadtrundfahrt einlösen kann.    Und endlich sind wir dann am “Exit” . Alle Kontrolleure haben dünne weiße oder auch schwarze Handschuhe an.  Dadurch ist es wohl nicht immer ganz einfach die Pässe umzublättern, unsere Emigrationsscheine werden auch sehr sorgfältig geprüft, jedenfalls, es dauert, und dauert. Endlich in der unheimlich hohen Halle, (warum müssen Flughäfen immer so hoch sein?) finden wir schnell die Gepäckaufbewahrung, wo  wir für 370HK$, unser Handgepäck deponieren können.  Und auch den Schalter B13, von dem die Stadtrundfahrt startet, erreichen wir, dank guter Beschilderung, recht schnell. Dort wird uns ein Klebelabel in die Hand gedrückt, damit sind wir erkennbar für unseren Guid Ilene. Oder Guidin? Ilene ist eine etwa 40jährige Chinesin, die vor einigen Jahren mal in Deutschland zum Oktoberfest war.    Wir trotten alle brav, in Richtung Bus, hinter ihr her. Feuchtwarme Luft schlägt mir entgegen. Der Himmel ist diesig, was ja für HK aufgrund des vielen Wassers absolut typisch ist. Ich schätze es sind 25°, oder vielleicht auch mehr. Nach dem langen Aufenthalt in vollklimatisierten Räumen ist mein körperliches Empfinden sicher nicht mehr verlässlich. Was mir als erstes auffällt ist, dass das gesamte Straßennetz der 7 Millionenstadt  scheinbar nur aus Brücken besteht.

  

Es sind gigantische Bauwerke, eines davon ist die TING KAU BRIDGE, mit einer Länge von 1.177m, sie verbindet 3 Stadteile miteinander, Ting Kau, New Territories, und Tsing Yi Island.  Überhaupt finde ich es imposant, die Baustellen zu „begutachten“. Es herrscht absolute Bodenknappheit. Somit werden die Häuser immer höher und immer dichter gebaut. Und wenn ich es richtig erinnere, wird bis zur 72 Etage alles mit Bambusrohren eingerüstet. Die Männer klettern behände wie Affen über das Gerüst, kaum einer hat eine Sicherungsleine um.  Zum Schutze der unten  vorbeilaufenden Menschen wird das gesamte Bauwerk in grüne Netze gehüllt, auch die werden „stehend freihändig“ angebracht. Ich habe gar nicht das Gefühl in einer 7 Millionenstadt unterwegs zu sein. Natürlich herrscht ein wahnsinniges Verkehrsaufkommen, mit Hupen, Zischen, Knallen, und was da sonst noch zugehört. Auch unser Bus quält sich hupend durch die teilweise stark ansteigenden Straßen. Es ist schon sehr, sehr laut. Aber trotzdem, mich hat die Stadt doch sehr fasziniert, schade dass wir nicht mehr Zeit haben, denn allzu gern wäre ich mit der Cable Bahn auf den Peak gefahren. Gegen Mittag an der Central Station ist die Stadt-Rundfahrt beendet. Nun haben wir Hunger und Durst. Irgendwie finden wir kein gutes Restaurant, liegt vielleicht daran, dass wir uns nicht mehr zu weit vom Airport Express weg-trauen. Oder auch an mangelnder Intuition. Jedenfalls ist das Restaurant im Hotel PLAZA nicht empfehlens-wert. Mit dem Airport Express, die Rückfahr-karte (50HK$) ist in unserem Flugticket enthalten, sind wir in 23 Minuten wieder in Lantau, der Zug hält quasi im Flughafen. Auf einen der Displays sehen wir, dass Flug CX 111 nach Sydney Abflug 19:00 vom Gate E 71 startet. Nachdem wir unsere Ausreisefor-mulare ausgefüllt und wortlos in behandschuhte Hände überreicht haben, machen wir uns voller Vorfreude langsam auf den Weg. Die Beschilderung schickt uns Rolltreppe rauf, dann irgend-wann wieder runter, und noch weiter runter, über end-lose Laufbänder. Und dann stehen wir vor einer Glaswand mit drei Türen. Auf großen elektronischen Anzeigen steht in verschiedenen Sprachen; In einer Minute kommt der Zug der uns zum Gate bringt! Vorbei an dubiosen Raucherräumen, wie sagte Bonsai, dort werden die Raucher als abschreckendes Beispiel hinter Glas ausgestellt.  Die Müdigkeit kriecht mir immer mehr in die Knochen, wir sind jetzt mehr als 24 Stunden unterwegs. Ich „sehne“ mich nach einem Flugzeugsitz, oder  irgendeinem Sitzplatz. Aber wir haben immer noch nicht  E71 erreicht. In der Ferne sehe ich schon die große blaue Tafel, auf dem der Pfeil zu E71 abwärts zeigt. Also, nächste Rolltreppe runter. Die Bahnfahrt mit ziemlicher  Geschwindigkeit dauert vielleicht zwei Minuten, und dann müssen wir nur zwei Rolltreppen rauf. Endlich sind wir am Ziel.
                                                                                              


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