AUSTRALIEN 2003

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gruebel,gruebel

harbour Bridge

Noch einmal ein Blick auf die Harbour -Bridge in Sydney


...und dann geht´s endlich richtig los ...

. . . . . . . Dienstag den 04.11.03 steht ziemlich pünktlich morgens um 9:00 ein Minitaxibus vor dem Hotel. Auf die Frage, ob er von Jim Crabb kommt, zuckt der Fahrer etwas ratlos die Schultern und erklärt; Er soll mehrere Leute abholen und zur Gardenroute bringen, von Bikes hat er keine Ahnung. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob das nun das richtige Auto ist. Es stehen so viele Leute in der Lobby, was ist, wenn da eine andere Gruppe gemeint ist? Und wir landen versehentlich in unseren Motorradklamotten auf einer Kamelfarm, man kann in dem Hotel alle möglichen Ausflüge buchen. Jedenfalls bitte ich den Fahrer, in seiner Zentrale nach dem Auftraggeber zu fragen, was er schließlich, etwas widerwillig erledigt. Er ist sicherlich kein Aussie, sein Englisch ist auch nicht viel besser als meins. Nach einer guten halben Stunde Fahrt sehen wir dann auf einem großen Industriegelände zwei BMW F650, und zwei Yamahas stehen. Endlich, wir sind da! Jim und seine Freundin Sarah kommen uns breit lächelnd entgegen. Ohne zu zögern bekomme ich von ihnen die 30$ für das Taxi zurück. Zügig werden die Formalitäten erledigt. Aber es dauert doch eine ganze Weile, bis wir fertig sind. Wir müssen ja auch unser Gepäck auf die Maschinen verteilen, es gibt eben keinen „Gepäckwagen“. Unsere eigentlichen Reisetaschen lassen wir dort, die benötigen wir erst wieder für den Rückflug. Jeder ist in bester Stimmung, und dreht auf dem großen Platz noch einmal eine Proberunde. Jim bringt uns an den HWY Nr. 1, ein kurzes Winken, und dann sind wir auf uns Alleine gestellt. Natürlich sind die ersten Kilometer, in dem teilweise vierspurigen Linksverkehr, etwas gewöhnungsbedürftig. Das Verkehrsaufkommen ist zwar nicht so dicht wie in Deutschland, aber jeder fährt die Höchstgeschwindigkeit von 110kmh, und ist auch nicht so rücksichtsvoll, wie ich es in den USA kennen gelernt habe. Die zwei Mautstellen, an denen wir einmal 3,80 und dann 4$ bezahlen müssen, liegen dicht beieinander. Richtung Harbour Bridge, Manly, Chatswood, verlassen wir Sydney. In Epping gehen wir auf die M2, Richtung Windsor( Old Windsor R1), Und bis dahin, etwa 60km, ist es endlose Fahrerei. wir sind immer noch im Einzugsbereich von Sydney . Es geht fast nur geradeaus, viele Baustellen und viele LKWs, die aber nur durch die Sichtbehinderung und die Abgaswärme unangenehm sind. Alle fahren am Geschwindigkeitslimit, und die großen Tafeln am Straßenrand machen jedem Verkehrsteilnehmer sehr deutlich, was es kostet zu schnell zu fahren. Jedenfalls bin ich sehr froh, als wir endlich in Singelton die PuttyRd erreichen. Schlagartig gibt es kaum noch LKWs, und auch die PKWs werden immer weniger. Hin und wieder mal ein Wohnmobil. Die nächsten 250 km in Richtung Hunter Valley sind ein „Genuss“. In sanften Kurven geht es durch die leicht hügelige Landschaft. Der Bewuchs links und rechts der Straße wird immer dichter, teilweise ist die Straße sogar schön beschattet, was dass Fahren noch angenehmer macht. Aber ganz deutlich sind auch noch die Brandschäden vom vergangenem Jahr sichtbar. An manchen Stellen stehen kilometerlang nur schwarze Baumstümpfe, wo dann nur der Bodenbereich grün ist. Irgendwo sitzt plötzlich ein Gecko vor mir auf der Straße, ich kann gerade noch einen Hacken schlagen. Bunte Vögel fliegen über meinen Kopf, es ist einfach nur schön. Dann taucht in der Einsamkeit ein Schild am Straßenrand auf, „Half Way Roadhaus 110 km“. Von Sarah weiß ich, es ist die einzige Tankstelle an dieser Strecke, dort müssen wir also unbedingt Tanken. Manchmal stehen verrostete Milchkannen, die als Briefkästen fungieren an der Straße, dazu fällt mir das Lied von Elvis Presley ein; “Return to sender“ denn weit und breit ist kein Haus zu sehen. Alle viertel Stunde vielleicht, kommt uns mal ein Auto entgegen, aber es muß Zeiten geben, in denen dass Verkehrsaufkommen höher ist. Die Anzahl der totgefahrenen Kängurus zeigt es leider sehr deutlich. Für die Beseitigung der Kadaver, deren Zustand von „gerade eben“ und dann stinkend, bis fast „verdörrt“ wo dann nur noch das Fell liegt, ist anscheinend niemand zuständig. Die aasfressenden Vögel können gegen dieses „Überangebot“ nicht gegen an, wir sehen ja nur die teilweise einen Meter großen Tiere, die am Straßenrand liegen. Wer weiß, wie viele sich verletzt in den Busch schleppen? Als das Schild „Roadhouse 3 km on left “ auftaucht, bin ich froh, wir alle können eine Pause gebrauchen. Und dann bin ich auch schon an dem breiten, gelben Schotterstreifen der zur Tankstelle führt. Beim ran fahren sehe ich, dass es aufgrund von Küchenrenovierung kein Essen gibt, Mist! Ein älterer Mann kommt raus um uns zu „betanken“, aber natürlich fragt er erst einmal woher wohin? Seine Frau, die neugierig in der Tür steht, sie ist auch nicht mehr die Jüngste, erklärt, dass wir Kaffee, Kuchen und Sandwiches bekommen können. Und ab nächste Woche ist die Küche auch wieder geöffnet. Lach, lach! Beim Bezahlen sehe ich dann, dass die Beiden wirklich eine sehe schöne Küche bekommen, die Hausfrau ist auch sehr stolz. Aber ich finde es schon erstaunlich in dem Alter noch so eine Investition zu machen, ich denke beide sind weit über 60.

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Als wir draußen unter dem Sonnenschirm sitzen, und es uns einfach „nur gut gehen“ lassen, entdeckt Stefan eine Voliere mit einem weißen Kakadu und unterschiedlichen Sitticharten. Und darüber in den großen Bäumen sitz ein weiterer Kakadu, der auf seinen gefangenen Kollegen runterschaut. Vorsichtig schleichen wir uns mit den Fotoapparaten ran, irgendwie nimmt uns der Vogel da oben nicht für voll, oder er hat schon so viele Touris erlebt, und fürchtet sich deshalb nicht Bei zunehmenden Temperaturen geht’s weiter Richtung Hunter Valley Das Gelände links und rechts der Straße wird flacher, auf den teilweise tiefgrünen Wiesen stehen rotbraune Rinder, deren Fell in der Sonne glänzt! Sie sehen super gesund und "appetietlich" aus! Dann tauchen die ersten Weinplantagen auf, Weinberge gibt es hier nicht. Die ganze Gegend macht einen sehr wohlhabenden, gepflegten Eindruck. In Polkobin vor Cessnock, auf der Hermitage Lodge finden wir eine schöne Unterkunft für diese Nacht. Allerdings erst nach einigen Anlaufschwierigkeiten. Die junge Frau an der Rezeption spricht so schnell, dass ich kaum etwas verstehe! In dem fulllizenzierten Restaurant entscheiden wir uns Alle für „Fish of the day“. (Viele, viele Fish of the days werden folgen) Es wird ein sehr gemütlicher Abend! Aber auch hier gehen gegen 21:00 die Lichter aus, dass wird mir aber erst bewusst, als ich schon im Bett liege. Nach einem langen Frühstück auf der schönen Terrasse, mit Blick über die „Weinberge“, schwingen wir uns endlich gegen 10:00 Uhr auf die Bikes. Die Sonne steht schon ganz schön hoch. Es wird allerhöchste Zeit, dass wir auf die Piste kommen. Zu allem Überfluss verfahre ich mich auch noch, ich kann den Weg nach Kurri Kurri nicht finden. In diversen Reiseführern hatte ich gelesen; beim Besuch des Hunter Valleys ist es vorrangig, gutes Kartenmaterial zu haben, denn man verfährt sich dort sehr leicht. Das kann ich jetzt voll bestätigen. Wenn dann mal irgendwo, kurz über dem Boden oder auch oben an einem Baum, ein Wegweiser vorhanden ist, finde ich den Ort nicht auf meiner Karte. Ich schätze, es sind wohl 60-70km Irrfahrt, die wir mit einigen Wendemanövern hinter uns gebracht haben. Im Bereich einer Großbaustelle in Cessnock finde ich dann endlich den ersten Wegweiser nach Kurri Kurri. Dann dauert es auch nicht lange, und es kommt richtiger Fahrspaß auf. Kaum Verkehr, der Asphalt der wohl gerade fertigen Straße zieht sich wie ein pechschwarzes Band durch die hügelige, dunkel orangerote Erde. In den Kurvenbereichen, und davon gibt es reichlich, finde ich den Farbkontrast am schönsten, erst der schwarze Straßenbelag, darüber dann diese eigentümliche rote Erde, und dann das zarte, frische grün der niedrigen Büsche. In Woodville machen wir „Lunchtime“. Die Häuserfassaden dieser Kleinstadt, manche sind weiß mit farbig abgesetzten Gesimsen gestrichen, liegen im gleißenden Sonnenlicht. Maximal zweigeschossig, mit kleinen Türmchen und Erkern, ähneln sie den Kulissen späterer Wildwestfilme.


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Bei steigenden Temperaturen geht’s auf dem Thunderbolts Way, dem alten Weg der früheren Holzfäller weiter. Auf der Gedächtnistafel bei Walcha wird über das schwere Leben und Arbeiten der Pioniere geschrieben. Von dem Lookout hat man einen herrlichen Blick in die Umgebung. Nirgends eine Hochspannungsleitung, kein Fabrikschornstein, kein Hochhaus, nichts stört den Blick in die Ferne. So weit das Auge reicht, eine Bergkette reiht sich an die andere. In Armidale finden wir schnell ein Motel, der „ Komfort“ hält sich in Grenzen, aber dafür ist es auch um die Hälfte billiger als die vorherige Übernachtung. Mehr Schwierigkeiten bereitet es, ein Restaurant zu finden. Und das, obwohl Armidale überall als Uni-Stadt beschrieben wird. Es gibt das große „M“ und noch so einige Fast Food Ketten, aber um die Läden mache ich zu Hause schon einen großen Bogen. Wir schlendern durch die kleine Innenstadt mit Fußgängerzone, Bottle Shop, BYO-Restaurants, und sonstigen Shops. Jedenfalls finde ich die Stadt nicht halb so aufregend, wie in meinen Reiseführern beschrieben. Schließlich landen wir bei einem „Italiener“ als wir dann „ein“ Bier bestellen wollen, wird uns klar, dass wir trotz intensiver Suche, doch in einem BYO – Restaurant gelandet sind. Was bleibt uns anderes übrig, entweder Wasser, oder auf zum Bottle Shop. Mit Bonsai mache ich mich auf den Weg, ein Sixpack Bier, eine Flasche Rotwein, (die Baseballkeule neben der Kasse im Bootle Shop macht mich allerdings etwas nachdenklich) Als wir mit unserer „Beute“ wieder am Tisch sind, öffnet uns der Kellner die Flaschen, und da wir ja ein six-Pack gekauft haben, können die drei Männer sogar noch einmal „nachbestellen“. Das Lokal ist ziemlich gut besucht, unter anderem etwa fünfzehn junge Mädchen, die, wie wir bei näherer Betrachtung feststellen, alle etwas verkleidet sind. Es muß wohl mit Frankreich zu tun haben. Denn eine hat den Eifelturm auf dem Shirt, eine andere trägt keck die Baskenmütze auf dem Ohr, die pummligste aus der Runde ist auf Moulinrouge-Tänzerin zurecht gemacht. Meine Neugierde zwingt mich dann nach dem Grund der Feier zu fragen. Bereitwillig wird mir erklärt, dass ein Mädchen aus der Gruppe einen Tag später als Austauschschülerin nach Frankreich geht, und dass nun "Tränenreicher Abschied“ gefeiert wird. Meine Güte, die jungen Leute haben es gut, nur viele wissen es leider nicht.
Es ist gerade 21:00 als wir uns auf den Weg zum Hotel machen, die Straßen sind wie leergefegt.
Ich weiß bis heute nicht, welcher Teufel uns geritten hat, am nächsten Morgen ohne Frühstück Richtung Byron Bay zu starten. Vielleicht lag es an den etwas muffigen Zimmern. Wir hatten uns überlegt, dass wir sicher auf dem Waterfall Hwy irgendwo ein schönes Frühstücksplätzchen, in Erinnerung an die vorherige Übernachtung, finden. Aus Armidale sind wir in kürzester Zeit raus, die Motels an der Straße haben keine Restaurants. Der nächste Ort, Wollombi, ist 39 km entfernt, aber da gibt es auch keine Frühstücksbude. Dann kommt ein Museumshinweis, ich denke, dort könnte ein Cafe sein, und biege rechts nach Hillgrove ab. Aber, denkste. Erstens ist das „Museum“ eigentlich nur ein Schrottplatz. Dann ist es nur am Wochenende geöffnet, und ein Cafe gibt es auch nicht. Also, 15 km zurück an den Waterfall Hwy. Ich spüre förmlich die „Verzweiflung“ meiner Mitreisenden. Endlich, nach 75km, kommt ein Wegweiser. Rechts geht’s in den „New England National. Park“, mit Cafe! Und dann noch ein paar Kilometer, wir stehen vor der Yaraandoo Eco–Lodge. Und obwohl die Dame des Hauses gerade wegfahren wollte, macht sie uns ein gutes Frühstück. Der bärtige Holzfäller, der den Eingangsbereich mit großen Baumscheiben verschönert, erklärt mir etwas die Gegend. Er rät, die 11 Kilometer Schotterpiste zum Lookout zu fahren. Und ich finde, es hat sich gelohnt. Schade ist nur, dass ich die vielen bunten Vögel nicht in Ruhe betrachten kann. Besonders eine Art fällt mir auf, dunkelroter Rücken und schwarzer Bauch, etwa so groß wie Tauben. Sie fliegen immer paarweise über den Weg. Aber wenn ich dann kurz anhalte sind sie schon nirgendwo mehr zu sehen. Schade! Wieder auf dem Waterfall Hwy fahren wir zu den „Ebor Falls“, da gibt es den Kleinen und den Großen. Wir begnügen uns mit dem „Großen“, der aufgrund der langen Trockenheit nicht gerade die großen Massen Wasser zu Tal befördert