AUSTRALIEN 2003

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gruebel,gruebel



Die..

. . . weitere Strecke ist trotz der Wärme sehr angenehm,  die Bäume geben uns ausreichend Schatten. Da niemand Lust auf „Stadt“ hat, fahren wir an Grafton vorbei. An der Summerroad in der Nähe von Whiporie machen wir an einer „Butterfabrik“ mit netten Cafe und dem üblichen Souvenirshop eine ausgedehnte Pause.
Über Casino, Lismore, Ballina, dann an der Küste über Lennox Head, weiter nach Byron Bay. Fast überrascht uns die Dunkelheit bevor wir ein Zimmer haben. Es ist für mich schon etwas ungewöhnlich, dass es gegen 18:30 schlagartig stockfinster ist.
Der kleine Ort quillt fast über von jungen Leuten, sie schlafen in Wohnmobilen, oder was immer sie dafür halten, direkt am Strand. Hier tobt das Leben, die Lokale sind auch nach 21:00 noch brechend voll! Die zwei Tage in Byron Bay genießen wir. Strahlend blauer Himmel, fünf Minuten bis zum Strand, sehr gepflegtes 3 Raum Apartment.


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Die Zeit vergeht rasend schnell, und schon müssen wir wieder die „Hühner“ satteln, wir wollen noch ein Stück zurück fahren, Stefan möchte den Leuchtturm fotografieren, es ist der östlichste Punkt Australiens. Aber irgendwie fahre ich an dem kleinen Abzweig vorbei, das ärgert mich schon. Aber noch mal zurück zu fahren macht wenig Sinn, der Himmel hängt voller schwarzer Wolken, Nachts hatte es auch schon geregnet.
Also, geben wir Gas! Unser Ziel ist Binna Burra, im nördlichen Teil des Lamignton NP, das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet Australiens! Die Lady an der Rezeption in Byron Bay, hat für uns die Zimmer auf der Lodge gebucht. Somit können wir uns ganz entspannt auf den Weg machen, wir wollen in keinem Falle den HWY 1 fahren, das wäre zwar wesentlich einfacher, aber stinklangweilig, und nach Brisbane wollen wir auch nicht, noch immer hat niemand Lust auf „Stadt“. So suche ich den Weg über Mullumbimby. Zeitweilig nur nach "Gefühl", biege ich mal links oder rechts ab, weil ich glaube die Richtung stimmt. Und als wir schon wieder etliche Kilometer durch die Einsamkeit gefahren sind, sehe ich hinter Büschen etwa 500m von der Straße ein Farmhaus. Kurz entschlossen fahre ich die leicht ansteigende Auffahrt hoch, um nach dem Weg zu fragen. Als ich meine Maschine vor dem Haus abstelle schießt mir durch den Kopf; Was mache ich, wenn gleich ein bissiger Hund angeschossen kommt? Gott sei Dank kommt aber eine sehr erstaunt guckende ältere Dame auf mich zu. Auf mein „Good morning, excuse me please” fragt sie erst einmal woher wohin? Um mir dann Ausführlich ihre Verwandtschaftsverhältnisse in München zu erklären. Es ist zu merken, dass sie sich sehr über den „Besuch“ freut. Etwas verzweifelt wedel ich mit meiner Landkarte und erkläre ihr, dass meine Freunde unten an der Straße stehen und auf mich warten. Wortreich erklärt sie mir, dass wir absolut richtig sind und gar nicht weit dann auch der Abzweig Murwillumbah kommt. Der gar nicht „weite“ Abzweig kommt nach etwa 15 km.
Am Himmel hängen immer noch dicke schwarze Wolken, wie an den an den Wasserpfützen links und rechts zu sehen ist, hat es vor nicht allzu langer Zeit heftig geregnet. Wir fahren durch nicht enden wollende Bananenplantagen, die durch die blauen oder auch weißen Plastiksäcke, in denen die Bananenstauden verpackt sind, nicht gerade dekorativ aussehen. Jedes Mal bin ich froh, wenn die Straße vor mir in Richtung blauem Himmel abbiegt. Es ist wirklich sehr eigenartig, wenn ich denke, die dicke schwarze Wolke da vorne erwischt uns, verschwenkt die Straße plötzlich und direkt vor mir habe ich strahlend blauen Himmel. Auch als wir in Mooball am Moo Moo Cafe mit Tankstelle stoppen, stehen große Wasserlachen auf der Straße.
Die Besitzer des Cafes haben vor etlichen Jahren die witzige Idee gehabt, die gesamte Fassade schwarz weiß wie ein Kuhfell anzumalen. Auch im Inneren ist es wie im Kuhstall. Und es wir allerlei "Antikes" angeboten. Inzwischen ist es schwül warm geworden, und der Himmel wird immer dunkler. Wir haben noch knapp 100km vor uns, die Straße schlängelt sich Richtung Lamington NP. Immer weniger ist von dem dunklen Himmel zu sehen, der Wald um uns wird immer dichter. Bald geht es nur noch in sanften Kurven bergan. Und dann, ganz plötzlich, knallt der Regen auf uns nieder. Ein starker Wind kommt auf, schlagartig wird es auch sehr kalt. Ich fühle mich absolut unwohl. Links von mir fällt das Gelände stellenweise tief ab, manchmal ist auch vor mir der Abgrund zu ahnen, eine Situation, die mir leider auch auf trockener Straße immer wieder Schwierigkeiten bereitet. Und nun auch noch der prasselnde Regen. In den kleinen Bächen, die sich auf der Straße bilden, sehe ich die bunt schillernden Dieselreste, die aus so manchem Fahrzeug auslaufen. So etwas stört hier niemanden besonders. Als wir fast auf dem Kamm sind, scheint wieder die Sonne, aber es ist bestimmt um 10° kälter geworden. An einer Bergwiese stoppen wir kurz um den Pharaglidern zu zusehen. Aufgrund des kalten Windes und der unzähligen Fliegen! halten wir es nicht lange aus.

Die Hausdame auf der Binna Burra Lodge zeigt uns die sehr gemütlichen Zimmer. Erklärt, wie rum man die Heizung aufdreht, und die brauchen wir dringend, wo das Bad ist, und wie man die Fenster öffnet! Die Holzbungalows sind „zweigeschossig“ und liegen am Hang Dadurch kann man bei niemandem in die Fenster gucken. Unser Obergeschoss haben wir an Bonsai „untervermietet“, der es nun absolut gut hat. Er kann sein Gepäck vom Motorrad direkt auf „seinen“ Balkon stellen.
Wir bekommen noch einige Informationen über diesen etwa 20.000 ha großen NP, der aufgrund seiner Lage in einem einzigartigen Übergang zweier Klimazonen liegt, und damit im südlichen Teil die höchsten Bäume des australischen Regenwaldes beherbergt. Der Norden, der deutlich weniger Regen bekommt, (ha, ha,ha) hat eine total andere Vegetation. Es gibt etwa 160km Wanderwege, die zu vulkanischen Klippen mit rauschenden Wasserfällen, führen. Dann erklärt sie noch, dass es um 18:30 Dinner gibt, und ab 8:00 Frühstück. Und für beides müssen wir uns aber sofort, und jetzt, anmelden. Auf der Lodge ist es ein bisschen wie in einer Jugendherberge. Bevor wir zum Dinner gehen, treffen wir uns zu einem kleinen Rundgang. Stefan und Ulrike erzählen mit strahlenden Augen, dass vor ihrem Zimmerfenster ein Känguru durch die Büsche gehoppelt ist. Bei uns am Zimmer sitzt ein Waldkauz! In den Bäumen sind die unterschiedlichsten Vögel unterwegs. Ich denke, alleine schon dieser Park, mit seiner unwahrscheinlichen Artenvielfalt, ist es Wert, noch einmal nach Australien zu fahren.
Kurz vor 18:30 treffen wir am Speisesaal ein, komisch das Restaurant ist noch leer. Am Eingang steht das übliche Schild „ Please wait to be sitting“. In der schönen rustikalen Lobby stehen einige Kräcker mit Käse, sehr verschämt „vergreifen“ wir uns daran. Uns knurrt der Magen! Wir rätseln hin und her, habe ich mich verhört? Auf meine erneute Frage bekomme ich zur Antwort; 18:30. Und da fällt es mir wie Schuppen von den Augen, wir sind ja bereits in Queensland und müssen die Uhren eine Stunde zurückstellen. Als wir dann endlich, zusammen mit einem jungen Pärchen aus Brisbane, an einem der großen Holztische platziert werden, müssen wir uns erst an das Prozedere gewöhnen. Es ist ein „full licensed” Restaurant. Unsere Getränke können wir an einer kleinen Bar kaufen, und auch gleich bezahlen. Das Essen ist schon im Zimmerpreis enthalten. An einer Essenklappe stehen die Köche und „hauen“ einem den Teller so voll wie man möchte. Nachschlag kann man auch bekommen, es gibt zwei Gerichte zur Auswahl.
Mit der jungen Frau an unserem Tisch kommen wir schnell ins Gespräch, als sie hört, dass unser nächstes Ziel Maleny sein soll, erzählt sie begeistert von dem netten, kleinen Ort, und schon   wieder sind wir die Letzten im Saal , und dabei ist noch nicht einmal 21:00 Uhr oops!. Hier gehen die Leute noch früher schlafen!
Zu um 8:00 haben wir uns zum Frühstück verabredet. Aber die Vogelwelt hat mich weit vorher geweckt. Ich fange also schon an, mein Gepäck zu verstauen.Eine ältere Lady kommt vorbei. Über dem Kopf ein Moskitonetz, Safarikleidung bedeckt den ganzen Körper  und Handschuhe trägt sie auch. So, wie sie gekleidet ist, hat sie wohl schon eine ausgedehnte Wanderung hinter sich. Anscheinend interessiert bleibt sie stehen. Auf mein „Good mornig“ erhalte ich eine fröhliche Antwort, nun schlägt sie auch ihr Moskitonetz beiseite, nimmt die große Sonnenbrille ab, und mustert mich mit forschem Blick. Die erste Frage ist; wie kommt eine Frau auf die Idee mit einem Motorrad zu fahren, und noch dazu in Australien! Dann möchte sie wissen, wo in Deutschland wir Zuhause sind. Aus ihren Erzählungen erfahre ich, dass sie mit ihrem Mann häufig in Europa war, auf luxuriösen Musikdampfern, und natürlich auch per Flugzeug. Sie war in Hamburg auf dem „Michel“ sie war an der Alster und und, und. Ende der Siebziger Jahre war sie das letzte Mal in Europa, dann ist wohl ihr Mann verstorben, und alleine hat sie keinen Mut. Aber es ist erstaunlich, wie gut sie über den Mauerfall und überhaupt über die deutsche Politik Bescheid weiß. Ohne jemals deutsche Verwandtschaft gehabt zu haben. Ich denke, sie ist mindestens achtzig Jahre alt.
Nach einem ausgiebigen Frühstück starten wir, zurück bis Beechmont. Es gibt in dem NP keine Durchgangsstraße. Heute, bei Sonnenschein, sieht die Strecke sehr viel schöner aus, auch wenn der Wind ganz schön pustet, und  warm ist es auch nicht unbedingt! In Canungra kann man links zu der zweiten, aber wesentlich teureren Übernachtungsmöglichkeit im Lamington NP, zu der O´Reily Lodge abbiegen.