Australien die Vierte    

September 2007

in Hongkong
 

 

Mittlerweile ist meine Planung für die Motorradtage abgeschlossen! KARTENÜBERSICHT
Allerdings ist es mir nicht gelungen für alle Etappen den HWY NR. 1 zu umgehen, wir werden also zeitweilig immer mal ein paar Kilometer auf der ziemlich langweiligen Straße verbringen müssen. Als zwei Wochen vor unser Abreise immer noch kein Fax aus Mendooran da ist, bitte ich Mark in dem Hotel anzurufen, und von ihm kommt postwendend die Antwort; aufgrund einer Pferdeseuche (Pferdehusten?) sind alle Pferdetransporte in New South Wales verboten! Das heißt, es finden auch keine Rodeos statt! So ein Mist, ohne Rodeo brauchen wir auch nicht nach Mendooran, also wieder die Route abändern! Aber mittlerweile kenne ich die Gegend schon fast auswendig, und es dauert nicht so lange, bis ich einen anderen Weg finde.
Sonntag 23.09.07
Endlich, die Zeit der Abreise ist gekommen. Bei strahlendem Sonnenschein fahren wir per Mietwagen nach Frankfurt. Bonsais Zug aus Stuttgart hat mal wieder Verspätung, er trifft erst am Counter ein, als wir die Flasche Champagner schon fast leer haben, so ist es halt, wer zu spät kommt ......
Ich freue mich wahnsinnig, als wir endlich den Flieger „entern“ können. Die Aussicht auf die lange
Flugzeit schreckt mich nicht so sehr, weiß ich doch, dass ich in spätestens 35 Stunden in Cairns auf dem Airport stehe! Na ja, und was sind schon 35 Stunden. Ein bisschen schade ist allerdings, dass die Fernseher und auch das Radio in der gesamten Sitzreihe nicht funktionieren, da hilft auch alles meckern beim Bordpersonal nichts. Aber immerhin gibt es für jeden einen Gutschein von 50US$ als Entschädigung für nicht vorhandenes Entertainment.

Nach fast 12 Stunden, gegen 14:00 Ortszeit sehen wir Hongkong unter uns, zum ersten Mal habe ich einen Fensterplatz und sehe, wie zugebaut die Stadt ist. Die extrem schlanken Hochhäuser stehen dicht gedrängt, in den schmalen Straßenschluchten sind „winzige“ Autos zu sehen. Und wie schon 2005 regnet es wieder!
Endlose Menschenschlangen am Zoll, obwohl sicher 20 Schalter geöffnet sind, und irgendwann sind wir dann auch dran. Nur Gerald und "Hasi Cordula" haben Probleme an der Kontrolle, einer ihr Pässe lässt sich maschinell nicht einlesen. Da muss dann erst der „Obermann“ kommen, nur er kann die Daten manuell eingeben. Bevor wir mit dem Airport Express nach Kowloon fahren, suchen wir die Gepäckaufbewahrung, es gibt keine Schließfächer, sondern so wie bei uns früher, einen Aufbewahrungsraum. Am Computer sitzt eine junge Frau, mit Mundschutz und Handschuhen, sie zählt unsere Gepäckstücke, macht Nummern dran, und dann verschwinden unsere Helme und Rucksäcke in einem der Regale.
Die Zugfahrt dauert etwa 20Minuten, die Hälfte davon unterirdisch, aber als wir endlich Tageslicht sehen ist das, was wir sehen, nicht besonders berauschend. Der Himmel ist grau, und der Regen klatscht an die Scheiben. Die Fahrt geht direkt an den schmalen Hochhaustürmen vorbei. - Wohl ein Paradies für "Simsaffen", die Wohnsilos sind oft sehr nahe aneinander gebaut und in ihrer Höhe schwindelerregend. Unglaublich, in was für Betonschluchten wir blicken. Bei dem Regen und dem diesigen Wetter brauchen wir auch nicht auf den Peak, schade! Jetzt bin zum dritten Mal in Hongkong und wieder komme ich nicht auf den Berg, von dem man so einen grandiosen Ausblick über die Stadt haben soll.
Als wir an der Endstation den Zug verlassen „fallen“ wir gleich in ein EKZ, mühsam finden wir den Weg zum Hafen. Überall wird gebuddelt, scheinbar wird ein Teil des Hafenbeckens trockengelegt, am Ufer wird ein „tolles“ Hotel gebaut. Der kleine alte Uhrenturm am „Central Pier“ wirkt wie ein Fremdkörper zwischen den Steinklötzen. Wieder fahren wir mit dem Escalator in die Oberstadt. Um "Corli" und Anne etwas das Gruseln zu lehren, schieben wir uns durch die engen Markt-Gassen. Anne schüttelt sich vor Ekel, als sie einen kleinen Mann in seiner schmierigen, blutigen Schlachterschürze sieht.
Cordula kann es nicht lassen, sie muss mal eine Seetangsuppe probieren, aber es war, glaube ich, nicht wirklich gut! Jedenfalls war der Becher erstaunlich schnell „leer“.

Gegen 19:00 machen wir uns auf den Rückweg zum Airport, unser Flug nach Cairns startet zwar erst gegen Mitternacht, aber der Lärm in Hongkong geht uns allen irgendwie auf den Nerv. Und dunkel ist es jetzt auch, und es regnet auch immer noch! Was soll ich über Hong Kong sonst noch schreiben? Irgendwie faszinierend, allerdings aber auch befremdlich! Aber wenn ich meine Erfahrungen aus Vietnam dagegen stelle, ist die Stadt eigentlich doch nicht so richtig asiatisch.
Die letzten Stunden bis zum Abflug verbringen wir auf dem Ariport. Anne schreibt die erste Karte an ihre Lieben, bis wir die Post finden, um eine Briefmarke zu kaufen, vergehen sicher zwanzig Minuten, das Terminal ist ca. einen Kilometer lang, habe ich irgendwo gelesen!
Dann können wir endlich einchecken, diesmal funktionieren die Fernseher, und damit kann ich dann auch richtig gut schlafen. Für Bonsai werden die nächsten 11 Stunden zur Tortour, einerseits hat er einen Gangplatz, aber wenn er seine langen Beine in den Gang streckt, tritt ihm jeder auf die Füße. Und wenn das Bordpersonal mit dem Essenwagen durch die Gänge fährt, knallen sie ihm den auch noch rücksichtslos gegen die Schulter. Er ist eindeutig zu groß für die Flugzeugsitze.

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