Sylvester   2008/09   

   Australien die "Fünfte"  in  Sydney !

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1-Aufbruchsstimmung; 2-Sydney; 3-Jahreswechsel in Sydney; 4-Neuseeland - die Südinsel: Christchurch; 5-Te Anau;
6-Queenstown; 7-Franz Josef-Punakaiki; 8-Motueka-Abel Tasman-NP-Greymouth: 9-Melbourne: 10-Tasmanien
11-Melbourne;Echuca;Grampians;Melbourne 12-Singapore;
 


38.500 Kilometer

Wir fliegen
um
die halbe
Welt


 

Und das sind
"Wir"

 

 

 

 

STATIONEN

unserer

 REISE



Sylvester Feuerwerk
in Sydney

 

Wir bummeln durch

Sydney

"So weit die Füße tragen"

Queen Victoria

Center


 


Ach, ja!

Weihnachten

war ja gerade

vor sieben

Tagen!

Die Ufer des

PARRAMATTER

Rivers

sind dicht

bewachsen

Manly

Sydney
Harbour-National-Park

Jahreswechsel in Sydney

Durch einen lauten Böllerschuss wird das Gespräch unterbrochen, gleich ist es 24:00! Die große leuchtende, gelbe Sonne, die schon seit Stunden unter der Harbour Bridge hängt, pulsiert nun im Sekundentakt und wird immer etwas größer, um Mitternacht platzt sie und damit startet ein grandioses Feuerwerk. Vom Brückenbogen fliegen Kugeln in allen schillernden Farben in den pechschwarzen Himmel, gefolgt von strahlend hellen Sternen. Rote, grüne, und lila Raketen explodieren über dem gesamten Hafen. Ich weiß gar nicht, wo ich zuerst hingucken soll. Der Horizont wird in eine rosa Wolke getaucht, aus der die beleuchteten Bürotürme schemenhaft in den schwarzen Himmel ragen.. Es ist wirklich ein gigantisches Feuerwerk!








 

 

 

 

 

 

Später strömen die Menschen friedlich zur U-Bahn, die zwar gerammelt voll ist, aber es gibt absolut keine Randale. Niemand hat Bierflaschen oder Schnapsflaschen in der Hand, keiner zieht grölend über den Bahnsteig.

Aber was machen wir jetzt mit dem angebrochenen „Abend“ fragen wir uns, als wir vor dem Hotel stehen? Die Zimmer sind nicht gemütlich genug, außerdem ist die Nacht wunderbar warm. Also, Getränke runterholen, dann hocken wir uns auf die Stufen vor der Feuerschutztür!
Mit einem fröhlichen „happy new year“ ziehen die Menschen vorbei, oder bleiben auf einen kleinen „Small Talk“ stehen, wie die beiden Jungs aus Berlin, die uns ihren Lebenslauf schildern.
Die Zeit wird uns überhaupt nicht lang, ganz erschrocken stellen wir irgendwann fest, es ist schon 4:00 Uhr morgens!

Um 10:00 treffen wir uns schon wieder zum Frühstück, diesmal in PADDY`S Market. Eine große Portion Eier mit Toast, Tomaten, Würstchen, Speck kostet dort nur 10$.

Unser "Lieblingsplatz"
Die Treppe vor der Feuerschutztür!


Anschließend wollen wir mit der Fähre nach Manly, damit Frank und Margret diesen Teil von Sydney auch kennen lernen. Aber es ist unmöglich, eine Fähre zu bekommen, lange Schlangen stehen vor den Kassen! Überhaupt ist der Hafen restlos überfüllt. Da laufen wir dann doch lieber durch die Stadt, schauen uns das QUEEN VIKTORIA BUILDING an, bummeln durch den Botanischen Garten, der jetzt wieder wie leer gefegt ist. Nur die langen Reihen von DIXIE –Toiletten lassen erahnen, was hier am vorherigen Abend los war.



Rechtzeitig gehen wir zurück ins Hotel, wir müssen packen.
Am nächsten Tag, Freitag den 2.01.09 fliegen wir auf die Südinsel Neuseelands, nach Christchurch. Und da wir erst nachmittags fliegen, können wir den Vormittag noch für allerhand Aktivitäten nutzen, vielleicht schaffen wir es dann nach Manly oder vielleicht sogar bis Parramatta. (Wir ahnen nicht, dass Bonsai noch viel Zeit hat, um Parratta und auch Manly zu besuchen)
Ich bin wie üblich schon früh wach, packe die letzten Sachen zusammen. Und suche mein Portemonnaie mit meinen neuseeländischen Devisen. Die ca. 70 NZ$ habe ich noch von unserem letzten Aufenthalt 2001. Schon zum dritten Mal packe ich meinen Rucksack aus, davon wird Jürgen dann auch wach, aber ich kann das Geld nicht finden! Und auch nach dem vierten Mal auspacken, die Geldbörse bleibt verschwunden. Das macht mich echt wütend, es ist jetzt also das zweite Mal, dass ich in dieser Stadt beklaut werde. Ich bin stinksauer auf mich, dass ich immer so gutgläubig alles rum liegen lasse.
Es ist noch nicht mal 7:00 als Jürgen und ich schon mal in die Markthallen rüber gehen. Vor lauter Wut bekomme ich sowieso nur einen Kaffee runter. Als wir wieder rauskommen, sehe ich schon von weitem Bonsai vor dem Hotel stehen.
Huch, hat der nun auch schlaflose Nächte, wir sind doch erst in zwei Stunden verabredet, aber Frank und Margret sind auch unten! Beim näher kommen kann ich erkennen, dass die Drei ernsthaft diskutieren, was ist passiert? Frank und Margret gucken mich mit großen Augen an, Bonsai guckt auch leicht irre. Und dann sagt er, - mein Pass ist weg -!
Wie, weg? Meinst du gestohlen? Frage ich ganz verdattert! Woraufhin er antwortet: „Weiß ich nicht, jedenfalls kann ich ihn nicht finden. Ich habe schon dreimal meine Reisetasche ausgepackt. Das Bett von der Wand gerückt und unter dem Bett gelegen, der Pass ist nicht da!“ Ach sage ich, ist der vielleicht bei meinen Neuseeland Dollar, und erzähle die Geschichte meines Portemonnaies!
Anschließend gehen wir noch mal mit Frank in Bonsais Zimmer, aber auch sechs Augen finden das Dokument nicht. Oh, verflixter Mist! Was nun? Zur deutschen Botschaft, zum Flughafen, zur Polizei oder? Das Mädchen an der Rezeption gibt uns die Adressen der umliegenden Polizeiwachen. Die telefoniere ich der Reihe nach ab. Nein, ein deutscher Reispass wurde nirgendwo abgegeben. Dann gehe ich ins Internet, um die Anschrift und die Telefonnummer der deutschen Botschaft zu besorgen. Bonsai geht unterdessen noch mal unter die Dusche, er ist klitschnass, ich kann’s verstehen.

Bei der Botschaft meldet sich eine Computer-Stimme:: Wenn Sie heiraten wollen, drücken Sie die 2, wenn Sie eine Geburtsurkunde benötigen, drücken Sie die 3, und so geht es weiter.
Endlich sagt die Stimme, wenn Sie Fragen zu Ihrem Pass haben, drücken Sie die 8! Ich drücke die 8! Einen Moment später ertönt ein normales Klingelzeichen, und dann kommt wieder eine Automatenstimme; leider sind alle unsere Leitungen momentan besetzt, bitte hinterlassen Sie Ihren Namen und Telefonnummer, wir rufen Sie schnellstmöglich zurück! Oh, nein!
Als Bonsai wieder runterkommt, entschließen wir uns zur Botschaft zu fahren!
Wie gut, dass die U-Bahn nur 5 Minuten entfernt hält, denn wir müssen ans andere Ende der Stadt, da sind wir garantiert schneller mit der Bahn, als wie mit einem Taxi. Und eine halbe Stunde später haben wir dann auch die Station EDGECLIFF erreicht. Für die restlichen 10 Minuten Fußweg nehmen wir dann doch lieber ein Taxi, da es etwas schwierig ist, ohne Stadtplan die kleine Straße zu finden. Wir befinden uns jetzt in einer Gegend, in der mehr oder weniger große Villen stehen. Die Straßen sind hügelig, von großen Bäumen gesäumt. Eine sehr elegante Wohngegend! Das Botschaftsgebäude ist dagegen recht unscheinbar. Es gibt zwar ein kameraüberwachtes Eisentor, das sich aber sofort öffnet, als wir davor stehen, aber weitere Sicherheitsvorkehrungen sind nicht sichtbar.
Als wir in den Warteraum kommen staunen wir nicht schlecht, vor uns ist eine lange Schlange, ich schätze mal so 10 Personen. Wir stehen etwas ratlos rum und diskutieren, da mischt sich eine junge Frau ein, und fragt: „Pass verloren?“ Als Bonsai nickt, meint sie nur; hast du auch Passbilder? Nee, natürlich hat er keine! Und sofort bekommt er den Tipp zurück zum Bahnhof, da kann man Bilder machen lassen, und damit rennt er auch schon los.
Ich reihe mich derweil in die Schlange ein. Es vergeht wohl eine Stunde, bis er wieder da ist, und ich bin noch nicht so richtig vorangekommen, denn es ist nur eine Sachbearbeiterin hinter dem Schalter. Die tippt die Daten der jeweiligen Antragsteller ein, eine junge Frau möchte eine Heiratsurkunde beglaubigen lassen, das nächste Pärchen möchte die Geburt ihres Kindes anmelden. Und so es geht immer weiter. Da müssen Gebühren kassiert werden, Dokumente werden kopiert. Die Frau in ihrem Glaskasten arbeitet wirklich flink und immer hat sie noch ein Lachen und einen netten Spruch drauf! Wie sich später rausstellt, macht sie nur Urlaubsvertretung, ihre Kollegin hatte ihr versichert, dass aufgrund der Feiertage nicht viel los ist! Als sie das erzählt, lacht sie laut! Wir müssen aber trotzdem noch mal fast eine Stunde warten bis Bonsai endlich seinen Antrag der netten Dame rüberschieben kann. auf ihre Frage, ob der Pass verloren oder gestohlen wurde, antwortet er, wahrscheinlich verloren! Ansonsten hätte er auch noch zur Polizei gemusst! Dann sagt sie; wenn ich jetzt diese Daten eingebe, verliert Ihr alter Pass seine Gültigkeit, es besteht also wirklich keine Möglichkeit, dass Sie ihn noch irgendwo finden? Ich kann Ihnen heute keinen neuen Pass ausstellen, dazu benötige ich die Angaben aus Deutschland, und wie Sie ja sicher wissen, da drüben schläft jetzt alles! Mit ganz viel Glück habe ich die Informationen am Montag, dann wäre der Pass am Nachmittag abholbereit! Nach der Belehrung hämmert sie die Daten in den PC und kassiert 149AU$.
Also keine Chance, Bonsai muss in Sydney bleiben! Etwas bedrückt fahren wir zurück ins AARONS und Bonsai checkt neu ein, jetzt kostet das Zimmer auch nur noch 100$.
Trotzdem fahren wir gemeinsam zum Airport, der Große muss ja seinen Flug umbuchen. Im Gegensatz zu sonstigen Fahrten ist es ganz still im Auto, ja ist schon irgendwie blöd, den „Kleinen“ zurückzulassen!
Wie überall in Australien, gibt es am Airport Senioren, die sich ehrenamtlich um die Belange fremder Menschen, meistens eben Touristen, kümmern. Die Männer und Frauen stecken immer in leuchtender Uniform, in Sydney haben sie knallrote Blazer, und ich glaube, gelbe Hemden an! Während wir unseren Checkin Counter suchen, macht unser Freund sich auf die Suche, wo er denn wohl seinen Flug umbuchen kann, und gerät dabei an einen dieser Senioren, an Mister Bennett. Und der nimmt ihn an die Hand und klappert mit ihm den Flughafen ab. Unter anderem auch zum Lost und Found Office.
Margret, Frank, Jürgen und ich haben uns gerade vor einem der 28 Jet Star Counter eingereiht, da sehe ich Bonsai, der hinter dem kleinen Mister Bennett durch den Flughafen eilt, in der Hand schwenkt er einen roten Pass. Ganz aus der Puste kommt er auf mich zugestürzt, hast du die Telefonnummer und Adresse von der deutschen Botschaft? Ausnahmsweise finde ich den Zettel auf Anhieb, und er stürzt mit Mister Bennett von dannen.
Ja, das ist nun ein Wettlauf mit der Zeit, wenn die nette Dame in der Botschaft schon eine Mail nach Deutschland gesandt hat, nützt ihm sein wieder gefundener Pass nichts! Aber Bonsai hat Glück, die Daten können noch gelöscht werden! Die 149$ spendet er in die Kaffeekasse des Konsulats. Nur fliegen kann er nicht mit uns, sein Gepäck ist ja in Sydney im AARONS Hotel.
So muss er doch den Flug auf Montag umbuchen, der „Spaß“ kostet auch noch mal ca. 70$, aber so er weiß wenigsten, dass er wirklich am Montag fliegen kann. Gut ist, dass ich für Neuseeland alle Übernachtungen vorgebucht habe, wir werden uns in drei Tagen in Queenstown im BELLA VISTA Motel wieder treffen.