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Wieder fliegen wir mit JET STAR,
aber diesmal ist leider keine Judge
an Bonsais Seite, dafür dauert der
Flug auch nur 1 Stunde. Und das ist
auch gut so, neben mir sitzt ein
junger Mann, der die ganze Zeit
seine Armbanduhr schüttelt. Der
macht mich ganz wahnsinnig.
Wahrscheinlich Flugangst! Als wir in
Hobart gelandet sind, bindet er sie
endlich wieder um. Grrrrrrr.
Der Flugplatz ist wirklich klein und
provinziell, kein Wunder, dass hier
keine Überseeflieger landen. Die
heißen Turbinen des Fliegers sind
mit einem gelben Band abgesperrt,
das sind die einzigen
Sicherungsmaßnahmen. Alle laufen
über das Rollfeld. Vor einer der
kleinen Hallen steht eine
Flugbegleiterin, gut sichtbar in
ihrem knallroten Blazer, und winkt
uns ran. Das Handgepäck wird von
Zollhunden beschnüffelt, da es
verboten ist, frisches Obst oder
frisches Fleisch mitzubringen. Taxis
sind keine zu sehen, nur ein
Shuttlebus! Gerade kann ich noch 3
Plätze ergattern. Der Bus bringt uns
zum Wrest Point Hotel, bis vor die Tür.
Ein etwas „verstaubtes“ Haus, wie
wir feststellen. Erinnert mich ein
bisschen an eine sehr elitäre
Seniorenresidenz. Den „Alten“ müsste
man sicher immer einen Tourguide
mitgeben, damit sie ihre Zimmer
finden. Bis wir unsere Räume im „Waterfront“
Flügel gefunden haben, vergeht
einige Zeit.
Mit dem Fahrstuhl bis in den 1.
Stock. Dann über eine etwa 20 Meter
lange abfallende Rampe in den
anderen Gebäudeflügel. Zweimal links
um die Ecke, bis zu einem kleinen
unscheinbaren Fahrstuhl, um mit dem
eine Etage runterfahren. Und dann
noch einmal links den Flur runter. –
Einfach unglaublich – und dabei hat
dieses Haus ****

Wir machen uns auf die Suche, nach
etwas Essbarem, so wie der kleine
Vogel vor unserem Fenster. Es gibt ein großes
Automatenspiel-kasino, und mitten
drin ein Selbstbedienungsrestaurant,
da bekommen wir - auf Papptellern –
immerhin ein Stück Kuchen, aber es
ist nicht so einfach, einen
einigermaßen sauberen Tisch zu
finden. Okay, der Kaffee ist sehr
gut, aber aufgrund der
Geräuschkulisse, Heulen. Klingeln
und Zischen der Spielautomaten,
suchen wir bald das Weite und
laufen lieber noch ein bisschen
durch die Stadt. Ich freue mich auf
den morgigen Tag, dann werden wir
wieder mit den Motorrädern unterwegs
sein.
Und pünktlich morgens um 9:30 holt
Ian, der Vermieter von MOTOADVENTURE.com.au
uns ab. Er macht dieses Business
erst seit einem Jahr und hat auch
nur 4 Maschinen, die bei ihm zu
Hause in der Garage stehen.

Hoch über den Dächern von Hobart!
Gut sichtbar , der Turm des "Wrest
Point Hotels"!
Ian hat dort oben eine tolle
Wohnung, aber mit einer wahnsinnigen
steilen und engen Auffahrt, die an
sich schon ein kleines Abenteuer
ist. Als wir dann alles verpackt
haben, fragt Ian ganz vorsichtig, ob
er uns ein Stückchen begleiten kann.
Das Wetter ist toll, und er hat
nichts Besseres vor. Natürlich kann
er, und wir kommen ganz relaxt aus
Hobart. Es ist ein tolles Gefühl
über die schmalen, fast autoleeren
Straßen zu fahren. Auch wenn, wie
schon auf Neuseeland, viele
totgefahrene Tiere am Straßenrand
liegen. Auf NZ sind es fast nur
Possums, hier liegen vorwiegend
Wallabies, Wombats, irgendwo liegt
auch ein kleiner schwarzer
Tasmanischer Teufel. Die kleinen
nachtaktiven Aasfresser sind vom
Aussterben bedroht, nicht nur durch
den Autoverkehr, sondern durch
eine besondere Art einer
Krebsgeschwulst.
Über Sorrent fahren wir jetzt bis
an die Südostküste. Vor einem
kleinen Càfe hält Ian an, hier
gibt’s den besten Kaffee verkündet
er, und das stimmt! Ja, so ist es,
wenn man mit Insidern unterwegs ist!
Wir sitzen eine ganze Weile
zusammen, Ian erzählt ein bisschen
aus seinem ziemlich turbulenten
Leben. Mit seinem kleinen Honda
fährt er immer noch Autorennen. In
jüngeren Jahren hat er auch an
Motorradrennen teilgenommen. Er ist
schon ein ganz smarter Typ mit viel
Humor. Lustig ist, als er von seiner
Mexiko Reise erzählt. Nur mit
Rucksack und per Eisenbahn hat er
das Land bereist. Als er mal wieder
mehr als 12 Stunden in einem Zug saß
kam er natürlich mit dem Mann neben
ihm ins „Gespräch“. Problem war nur,
Ian konnte kein Wort spanisch und
der andere kein Wort englisch. So
haben sie sich per Wörterbuch die
ganze Nacht glänzend unterhalten!. Crazy , crazy lacht Ian immer noch
vor sich hin.
Und dann erzählt er uns, wie
nebenbei, dass er die
heutige Strecke noch nic sooooo langsam gefahren
ist,
und fängt gleichzeitig an laut zu
lachen!! Na klar, wenn man jeden
Grashalm kennt, fährt man schon ganz
anders durch die Gegend! Wir satteln die „Hühner“
Bonsai, Jürgen und ich, wollen nach Swansea und Ian fährt zurück nach
Hobart. Nun kann ich endlich richtig
Gas geben, erzählt er uns nochmals
grinsend zum Abschied!
Den Swansea Holida Park finden wir
ohne Probleme, die „two bed room
unit“ habe ich via Internet gebucht,
sie kostet nur 115AU$ für uns drei,
aber mehr ist sie auch garantiert
nicht wert. Als wir die stickige
Hütte betreten, bemängelt Jürgen als
Erstes, keine Aircondition!
Da es ist noch früher Nachmittag ist
und wunderschöner blauer Himmel,
steigen wir wieder auf die Bikes und
fahren die 70 Kilometer zum
Freycinet National Park.
Je weiter wir den
Berg hochfahren, desto schmaler wird
die Straße, nur mit der Aussicht ist
es nicht weit her. Entweder sind
links und rechts Felswände, und
manchmal leuchtet auch das strahlend
blaue Wasser durch dichte hohe
Eukalyptusbäume. Aber da kann man
dann gerade auf der schmalen Straße
nicht anhalten. Schließlich landen
wir auf einem großen, ziemlich
vollen Parkplatz, und da geht mir
ein Licht auf- im Freycinet NP muß
man wandern, um die rosaroten
Granitberge und die schneeweißen
Sandstrände zu erreichen! Schade!
Na ja, und dazu haben wir gerade
keine Lust! Erstens ist es uns zu
warm und zweitens haben wir nicht
das richtige Outfit! Aber vielleicht
beim nächsten Mal?! „Leise
schleichen“ wir uns wieder aus dem
Park, zurück in unsere
"Komfortunterkunft"! Die Aircondition
vermisst Jürgen nicht in dieser
Nacht, eher eine Heizung! Mit
Sonnenuntergang fällt die Temperatur
auf 12° .
Dafür empfängt uns am nächsten
Morgen aber wieder strahlend blauer
Himmel, aber auch jede Menge
Fliegen!

Zum Frühstück fahren wir
die 40 Kilometer bis Bicheno.
Nach weiteren 300 Kilometern, davon
garantiert 250 km nur Kurven, sind
wir am Abend in Scottsdale. Wir haben einen
grandiosen Tag hinter uns. Auf der
schmalen Küstenstraße, rechts von
uns das unglaublich blaue Wasser.
Und dann über schattige,
kurvenreiche Straßen in die Berge,
einfach grandios!

Bei „Anabel“
finden wir ein tolles 3
Raum-Apartment, mit allem Komfort!
Wir mieten es gleich für 2 Tage. Als
erstes fülle ich die Waschmaschine,
den Tümmler brauchen wir nicht,
unsere Wäsche ist nach 10 Minuten
trocken!

Anabel selber ist ein bisschen
schrullig, sie redet ohne Unterlass,
und immer in der selben Tonlage! Als
sie unser Frühstückstablett bringt,
sie ist bestimmt noch 12 Meter
entfernt, beginnt sie schon
erzählen, wo der Toaster, die Milch
usw steht. Dann, nach einem
freundlichen „God morning“ stellt
sie das Tablett ab, und im Weggehen
erzählt sie uns die Wettervorhersage
und dass wir unbedingt zur „Lavender
Farm“ fahren sollten.
Am nächsten Tag „grasen“ wir die
Umgebung ab! Ein Tag so richtig zum
Genießen. Auch wenn wir
zwischendurch mal 15 Kilometer über
eine schwierige Gravelroad müssen,
Ian hat diese Straßen nicht
verboten. Der waschbrettartige
Belag ist eigentlich kein Problem,
aber in einer langen Linkkurve
liegen nur faustgroße, scharfkantige
Steine. Kurz vorher sehe ich im
Rückspiegel eine dichte Staubwolke.
Sofort weiß ich, da kommt ein LKW angebrettert und blinke links, um
Jürgen und Bonsai zu signalisieren,
runter von der Piste! Oft genug
haben wir erlebt, dass die LKW´s mit
fast der gleichen Geschwindigkeit,
wie auf asphaltierten Straßen, über
diese Schotterpisten fahren. Und
gerade halten wir links im Gras, da
braust die „Staubwolke“ auch schon
an uns vorbei, Gott sei Dank ohne
mit Steinen zu werfen. Und immerhin
bedankt sich der Fahrer mit einem
kurzen Hupsignal. Am Nachmittag,
nach mehr als 200 Kilometern, zurück
in Scottsdale, sind wir alle schon
ein bisschen geschafft, hatten wir
doch mit 32° den bisher heißesten
Tag!
Mittwoch 21. Januar, der 25. Tag
unsere Reise, eigentlich habe ich
keine Lust, unser Gepäck zu verladen!
Ich wäre so gerne noch geblieben –
aber- !.
Heute liegt die Lavendelfarm an
unserem Weg. Auf unserer Tour 2006
haben wir sie schon einmal besucht,
allerdings war damals die Blütezeit
vorbei. Zwei Stunden später stehen
wir an der Einfahrt zur Farm, ein
junges Mädchen möchte 5$ Eintritt
haben! Und damit ist für mich das
Thema „Lavendelfarm“ erledigt.
Kurzerhand benutze ich den großen
Parkplatz zum Wenden, und ehe Jürgen
und Bonsai wissen, was eigentlich
los ist, sind wir schon wieder auf
der Straße! Auf den Wiesen blüht
überall Lavendel, natürlich nicht in
der geballten Masse, aber auch der
ist sehr schön anzusehen, und ich
muß nicht extra dafür bezahlen!

Via „Low Head“, dem nördlichsten
Leuchtturm – hier muß man keinen
Eintritt bezahlen-, fahren wir weiter
nach Georgs Town. Es ist schon fast
17:00 als wir, nach 300 Kilometern,
nach Latrobe reinfahren. Aus den
Augenwinkeln sehe ich, das große
Motel gleich am Ortseingang ist „no
vacancy“, na ja, denke ich, es
werden ja wohl noch Motels kommen.
Aber das stellt sich ganz schnell
als Irrtum heraus, kurz bevor der
Ort zu Ende ist, gibt es noch ein
Hotel. Nun wissen wir ja
mittlerweile, dass die Hotels
meistens einen niedrigeren Standard
als das billigste Motel haben.
Obwohl, das hier in Latrobe hat 4
Sterne, für was auch immer.
Wir
beratschlagen mal kurz, dann fährt
Bonsai weiter die Straße runter, ich
laufe zurück zur
Touristeninformation. Aber da
empfiehlt man mir auch nur das Motel
am anderen Ende Stadt, oder eben das
**** Hotel. Bonsai kommt
unverrichteter Dinge zurück, und so
gehen wir gemeinsam in das Hotel und sind begeistert, als wir die
Zimmer sehen! Auf dem kleinen
Hinterhof wird uns sogar ein Platz
für die Bikes freigemacht. Es stellt
sich aber als harte Arbeit raus, die
Maschinen durch das schmale Tor zu
zirkeln.
Und wenn die beiden älteren Herren
hinterm Tresen ein bisschen
verständlicheres Englisch sprechen
würden, wäre auch vieles leichter!
Als sie uns wortreich die
Sehenswürdigkeiten des Ortes näher
bringen, muß ich immer wieder
nachfragen, weil ich vieles nicht
verstehe. Aber als sie anfangen über
den „crazy shop“ zu erzählen, weiß
ich sofort, was sie meinen. Ian
hatte uns schon erzählt, dass es
hier einen ganz verrückten Laden
gibt, wo man die skurrilsten Dinge
kaufen kann. Und es dauert auch
nicht lange da haben wir das Haus
gefunden, draußen prangt ein großes
Schild – „FOTOGRAFIEREN VERBOTEN“,
das ist kein Problem, mein Akku ist
sowieso gleich leer! – Bonsai sagt,
hier würde ich sogar Eintritt
bezahlen - !!
Am Eingang steht ein junger Mann,
der uns nicht nur einen Lageplan
hinhält, sondern auch noch ein
Tablett mit kleinen Süßigkeiten. Und
dann tauchen wir in ein
unglaub-liches Sammelsurium, von
Kleinen bis zu lebensgroßen Puppen
in den unter-schiedlichsten Outfits,
über Modeschmuck, bis hin zu antiken
Klopapierhaltern. Lampen,
Kinderspielzeug, Bücher! Es ist
unglaublich. Ich glaube, es sind 17
Räume, alle voll bis zur Decke. Und
all diese Dinge kann man kaufen, das
meiste ist nicht so teuer. Gerne
hätte ich da noch ein bisschen
gestöbert, aber pünktlich um 17:00
wird geschlossen, wie alle Geschäfte
auf Tasmanien! Und bei den
Restaurants ist es ähnlich. Um 20:00
werden wir fast aus dem Speiseraum
gekehrt, wir sind bestimmt schon
seit einer halben Stunde die letzten Gäste. Okay,
sagen wir uns, wechseln wir eben
rüber in die Bar! Da knipsen sie
dann das Licht um 20:45 aus, obwohl wir
da noch sitzen!
Bonsai stellt am anderen Morgen
fest, dass er während des ganzen
Urlaubs viel mehr schläft als
Zuhause, er kann das ja immer an
seinem „Schnarchomaten“ erkennen.
Wir brechen rechtzeitig
auf, die Wettervorhersage ist nicht
so toll, obwohl wir beim Verladen
unseres Gepäcks schon wieder ins
Schwitzen geraten. Aber je weiter
wir gen Westen kommen, desto dunkler
wird der Himmel, und es wird kalt.
In Sheffield, der Stadt der
Wandmalereien, halten wir an. Ich
möchte einen Pullover unterziehen und mir die Wandbilder ansehen.
Als ich meinen Handschuh ausziehe,
fällt ein winziges grauschwarzes
Insekt vom Himmel. Direkt auf meinen
Handrücken. Sofort durchfährt mich
ein so starker Schmerz, dass es mir
fast das Wasser in die Augen treibt.
Fassungslos gucke ich dieses kleine
Vieh an, bevor ich es runterreiße!
Kein Einstich ist zu sehen, aber es
tut immer noch höllisch weh. Mir ist
die Lust an Wandmalerei vergangen,
zumal die anderen beiden auch keine
Lust haben. Also, bisschen Spucke
auf der Hand verreiben, Handschuh
an, und weiter geht’s.
Wir fahren rauf zur Küste! Als wir
am Table Cape Leuchtturm halten,
bläst uns ein kalter Wind um die
Nase, aber als ich meinen Handschuh
ausziehe, wird mir „warm“. Mist,
jetzt ist der gesamte Handrücken
leicht gerötet.
Die nächsten zwei Stunden sind nicht
gerade berauschend. Viel Verkehr,
ziemlich viel geradeaus. Grauer
Himmel, damit ist das Wasser der
„Bass Street“ rechts von uns auch
grau. Und es wird immer kälter! In
Burnie tanken wir voll, und in
Somerset biegen wir dann links
Richtung Süden ab. Wenn ich mir die
Landkarte so ansehe, verspricht das
eine kurvenreiche Strecke zu sein.
Wir wollen bis nach Waratah, um den
Wasserfall, der mitten in der Stadt
ist, anzusehen. Der Himmel
verdunkelt sich immer mehr. Und
immer mehr kleine Blätter und kleine
Zweige liegen auf der Straße. Manche
der großen Eukalyptusbäume neigen
sich bedenklich unter dem stärker
werdenden Sturm, denn es ist schon
lange kein „Wind“ mehr! Als uns die
ersten Autos mit rotierenden
Scheibenwischern entgegenkommen,
fahre ich links raus, weil ich denke,
Bonsai muss sein Regenfutter
anziehen. Aber es ist ihm zu
umständlich, wir fahren weiter sagt
er, wird schon nicht so schlimm
werden! Das stellt sich bald als
großer Irrtum raus, denn es fängt
plötzlich an zu Regnen wie aus
Kannen, dazu kommt Nebel und der
Sturm wird immer stärker! Egal,
denke ich, da muß er jetzt durch,
denn es gibt nirgendwo auf der
schmalen Straße eine Möglichkeit zum
Anhalten. Endlich kommt ein
Parkplatz mit einem kleinen
Holzunterstand, hier kann Bonsai nun
endlich seine Goretexmembrane
einknöpfen, aber eigentlich muß er
es auch nicht mehr! Er ist schon
nass bis auf die Unterhose. Als der
Regen mal für einen kleinen Moment
dünner wird, öffnen sich die Türen
der beiden Wohnmobile, die schon vor
uns den Parkplatz aufgesucht haben.
Im schönsten Aussie-Englisch
erzählen uns die nicht mehr ganz
jungen Fahrer, dass sie bei dem
schlechten Wetter möglichst nicht
auf der schmalen Straße unterwegs
sein wollen! Aber wir müssen, denn
uns fehlt ein Dach über dem Kopf!! Einen
Moment später kommt auch eine der
Frauen zu uns unter das Holzdach
gehuscht und fragt ganz vorsichtig,
ob sie einen Kaffee für uns kochen
soll! Natürlich sagen wir
begeistert: Oh, ja, bitte!
Und dann hält noch ein Van, vier
Erwachsene und 2 Kinder schälen sich
aus dem Auto. Und wie sofort zu
hören ist, Holländer! Und nun stehen
wir da in großer Runde, und reden
und reden. Das junge Paar ist vor
acht Jahren nach Sydney
ausgewandert, und nun haben sie die
Eltern aus Holland zu Besuch, und ,
und! Ich trete langsam von einem
Bein aufs andere, der versprochene
Kaffee ist immer noch nicht fertig.
Aber eigentlich müssten wir dringend
weiter, das Wetter wird immer
heftiger, und es wird immer kälter!
Dann dauert es mir zu lange, ich sag
zu Jürgen und Bonsai, los,
anziehen, wir können nicht mehr
warten, wir fahren weiter! Und in
dem Moment kommt die Australierin
mit einer großen Thermoskanne Kaffee
und diversen Kaffeebechern, denn
sofort fragt sie die neu
Hinzugekommenen, wollt ihr auch
Kaffee, oder lieber Tee?
Mit vielen guten Wünschen und großem
Winken werden wir später entlassen,
schade, dass wir los müssen, war
eine nette Runde!
Je westlicher wir kommen, desto
schlechter wird das Wetter, dass es
hier viel regnet sieht man an der
grünen Landschaft, auch wenn
momentan über allem ein dicker
Grauschleier hängt. Und wie ich auf
dem Bordcomputer des Motorrades
sehen kann, ist die Temperatur auf
10° gefallen. Der Regen ist ein
Problem, aber ich empfinde den
heftigen Sturm als gefährlicher,
nicht nur dass er mich manchmal
regelrecht hin und her schubst,
sondern die vielen dicken Äste, die
mittlerweile auf der Fahrbahn
liegen, stellenweise ist die Straße
voll von einem matschigen Brei der
abgefallenen Eukalyptusblätter. Aber
wir haben keine Chance die Tour zu
unterbrechen, es gibt auf den 90
Kilometern keinen Ort und schon gar
kein Hotel. Als der Abzweig nach
Waratah kommt, zögere ich einen
Moment, ob wir überhaupt zu dem
Wasserfall hinfahren sollen, aber
nun kommt es auf die 25 Kilometer
auch nicht mehr an, und vielleicht
gibt es dort auch eine
Übernachtungs-möglichkeit.
Aber
nichts gibt es! An dem einzigen
Hotel ist ein Zettel mit einer
Telefonnummer angebracht, wo man
anfragen kann, ob noch ein Zimmer
frei ist! Nee, das ist nicht das
Richtige, und der Wasserfall
plätschert auch nur so, fast würde
ich sagen, das Wasser, welches vom
Himmel fällt, plätschert mehr!
Wir sind mittlerweile alle naß! Bei
mir sind´s nur Füße und Hände.
Irgendwie konnte ich meine
Regenhandschuhe nicht gleich finden,
ich wollte auch nicht so lange in
den offenen Koffern kramen, bis der
ganze Inhalt nass ist!
Jürgens Jacke ist durch, in seinen
Hosentaschen steht das Wasser, aber
seine Stiefel sind dicht. Und jetzt
zieht er endlich wasserdichte
Handschuhe an. Bonsai hat wohl
keinen trockenen Faden mehr, er ist
klöternaß! Nachdem wir unseren Frust
laut schimpfend abgelassen haben,
gucken Bonsai und ich noch mal in
die Karte, nein es gibt keine andere
Möglichkeit, wir müssen die 25
Kilometer zurück an die B18 fahren
und rechts weiter in Richtung Zeehan/Queenstown,
ja auf Tasmanien gibt es auch ein
Queenstown! Nach ein paar Kilometern
hupt Bonsai wild hinter mir. Er
kommt angefahren und ruft mir zu, da
geht doch noch eine Straße links
nach Zeehan weg! Okay, hab ich dann
wohl übersehen, also, wenden!
Und nun sehe ich es auch, Zeehan
98KM, das ist ja viel dichter als
ich dachte, überlege ich gerade, und
schaue noch mal mit „einem“ Auge auf
meine Karte, die Straße sieht aber
merkwürdig aus! Und nun halte ich
doch noch mal an, und da sehe ich, ca, 40
Kilometer sind Gravelroad! Nee,
nicht bei diesem Wetter! Da fahre
ich keinen Kilometer auf einer
Schotterpiste! Und damit mache ich
die typische Drehbewegung über
meinem Kopf, - wenden - Jürgen
schimpft wie ein Rohrspatz, nun
guckt ihr schon zu zweit in die
Karte, und wir sind trotzdem schon
wieder verkehrt….! Den Rest bekomme
ich nicht mehr mit – grins – ich bin
schon auf dem Rückweg!
In den Bergen lässt der Regen etwas
nach, aber die Straße steht voller
Wasser, und die Sicht wird auch
nicht besser, denn nun wird es
neblig und kalt. Das Thermometer
fällt unter 10° . Meiner rechten
Hand kommt die Kälte allerdings sehr
zugute, nach dem Insektenstich ist
sie so angeschwollen, dass ich kaum
noch den Handschuh an- und ausziehen
kann!

In Rosebery, nach 90 Kilometern
durch dieses mistige Wetter, beenden
wir den Tag. Genau in demselben
Hotel haben wir vor 3 Jahren schon
unsere Tour wegen Schlechtwetter abgebrochen. Hier hat sich während
der Zeit nichts verändert, ich habe
das Gefühl, es sind immer noch
dieselben, etwas stupiden Menschen,
die da an der Bar sitzen! Nein, Rosebery ist wirklich kein
Highlight. Aber unsere Zimmer haben
eine Aircondition mit der man auch
heizen kann, so bekommen wir unsere
Kleidung bis zum nächsten Morgen
wenigstens etwas angetrocknet. Meine
Hand ist mittlerweile so
angeschwollen, dass ich richtige
kleine Wurstfinger habe, und nachdem
die „automatische“ Kühlung nicht
mehr stattfindet, wird sie immer
heißer. Es ist immer noch kalt und neblig,
als wir am Freitagmorgen unseren Weg
fortsetzen. In den Bergen zeigt mein
Thermometer 6,5° und es nieselt auch
wieder ein bisschen. In dem kleinen Cáfe des Museums Bahnhof von
Queenstown bekommen wir ein gutes
Frühstück, mit heißer Suppe! In den
dort ausgelegten Zeitungen ist zu
lesen, dass das Unwetter vom Vortag
das Schlimmste seit sechs Jahren
war. Windgeschwindigkeiten mit bis
zu 154 Kmh!
Na Klasse, und wir mitten drin.
Nach etwa 80 Kilometern haben wir
den Kamm der „Cradle Mountains“
fast
hinter uns. Wir schauen in ein
grünes Tal, über uns ist strahlend
blauer Himmel, und es ist wunderbar
warm!
Einfach unglaublich! Vor einigen
Tagen schon hatten wir beschlossen,
uns für die letzten drei Tage in der
weiteren Umgebung von Hobart
einzuquartieren. Für die Aussies
steht ein verlängertes Wochenende
an, Montag 26. Januar ist
„Australien Day“. Wie wir auf
unseren vorherigen Touren manches
Mal erfahren mussten, kann es schwer
werden Zimmer zu finden. Nach 270
Kilometern sind wir in New Norfolk
und wir gehen auf Zimmersuche. Schon
seit geraumer Zeit haben wir alle
Pullover von uns „geschmissen“ und
unser Motorradzeug ist schon lange
trocken! Es ist brütend heiß,
deshalb bin ich froh einen
schattigen Platz vor der
Touristeninformation zu finden! Ich
gehe da rein, Bonsai fährt derweil
einmal durch die Kleinstadt, um nach
einem Motel Ausschau zu halten.
Also, der ältere Mann in der Info
kann mir nicht so richtig helfen,
drückt mir aber doch ein Infoblatt
mit einigen B&B in die Hand. Bonsai
hat zentrumsnah ein Motel entdeckt,
leider war niemand da, den er fragen
konnte. Nur ein Zettel mit einer
Telefonnummer kommt mir bekannt vor
– ! Aber wir fahren trotzdem hin,
aus dem gegenüberliegenden
Antikcenter kommt ein Mann über den
Hof gelaufen und erzählt, seine Frau
ist gerade nicht da, aber Zimmer
sind frei und zeigen kann er sie uns
auch. Scheinbar wird nur ein Teil
des ziemlich großen Komplexes
bewirtschaftet, jedenfalls legt der
Mann alle Schalter am
Sicherungskasten um, damit wir
drinnen Licht haben. Die Zimmer
haben „Jugendherbergscharme“ Bonsais
Einzelzimmer hat 4 Etagenbetten. Oh,
und das für 3 Nächte? Aber sofort
sagt der Mann, nein, die Räume sind
nur für eine Nacht frei! Wir
überlegen kurz, 120$ ist nicht zu
teuer, wenn wir aus dem Motorradzeug
raus sind, werden wir die anderen
Adressen von der Touristeninfo
abklappern! Bei der Gelegenheit kann
ich dann auch gleich sehen, ob es
irgendwo einen Arzt gibt, denn meine
rechte Hand ist inzwischen bis zum
Ellenbogen hoch geschwollen, ich
wunder mich jedes Mal, dass ich
überhaupt noch in die Handschuhe
komme. Aber es ist dann doch nicht
ganz so einfach, eine andere Bleibe
zu finden. Manche haben nichts frei,
und andere sind noch schlechter als
das, was wir haben. Einen Versuch
starten wir noch „Rosis B&B“, das
Haus liegt zwar etwas abseits vom
Zentrum, aber man kann es zu Fuß
erreichen. Nur Jürgen hat keine Lust
mehr, er wartet lieber im Zentrum
auf uns. Dort gibt es auch Medical
Center, da werde ich morgen
hingehen!
Als Bonsai und ich in eine kleine
Seitenstraße einbiegen, sehen wir
schon von Weitem den
blumengeschmückten Vordergarten von
Rosis B&B. Der Herr, der uns die Tür
öffnet, ist wirklich ein „Herr“ sehr
englisch! Freundlich zeigt er uns
die Zimmer, die im glatten Gegensatz
zu den kargen Räumen unserer
momentanen Behausung stehen.
Gut
hier, sind vielleicht ein bisschen
viel Rüschen und Spitzen, aber es
ist schon sehr gemütlich! Und es ist
gar keine Frage, hier ziehen wir
ein! Und nach einigen Überlegungen
kommen wir zu dem Entschluss, wir
ziehen hier gleich ein! Damit haben
wir zwar etwas Geld in den Sand
gesetzt, aber Rosis Zimmer sind
wirklich so kuschelig. Im Eiltempo
holen wir Jürgen ab, dann zurück zu
unserer Herberge, Motorradzeug
wieder an, Gepäck verladen, und
schon sind wir auf dem Weg ans
andere Ende des Ortes. Und als
Jürgen die gerüschten Zimmer sieht,
ist er auch total begeistert! In dem
netten Aufenthaltsraum mit antiken
Möbeln, altem englischen Silber und
Porzellan, mit Spitzendeckchen auf
dem Sofa können wir die Abende
verbringen!
Am nächsten Morgen, grauer Himmel
und der Wetterbericht verheißt auch
nichts Gutes! Aber wir machen uns
trotzdem auf den Weg zu dem 100
Kilometer entfernten Wasserkraft
werk „Gordon Dam“ es liegt am Rande
des „Franklin Gordon NP“ Schon nach
40 Kilometern wenden wir auf der
schmalen kurvigen Straße, es regnet
wieder einmal! Mist! Also, zurück!
Links von mir sehe ich blauen
Himmel, egal denke ich, wir haben
Zeit, fahren wir mal der Sonne
entgegen! Und das klappt, irgendwann
haben wir nur noch blauen Himmel
über uns! Als ich gerade wieder
rechts in eine kleine Straße abbiegen
will, sehe ich, Jürgen und Bonsai
fehlen! Ach denke ich, der Große hat
wohl ein Fotomotiv gefunden, und
fahre links ran! Und warte! Und
warte! Das wird mir dann aber doch
zu dumm, ich wende und fahre zurück!
Schon hinter der nächsten Biegung
sehe ich die beiden am Straßenrand
stehen. Was ist? Jürgen guckt mich
an, und sagt., mein Motorrad läuft
nicht mehr! Wie läuft nicht mehr,
frage ich? Hat einmal geruckt dann
ist sie noch ein paar Meter gefahren
und dann war Schluß! So, als wenn
sie kein Benzin bekommt, aber wir
haben doch getankt, oder? Ja, vor 50
Kilometern, und am Sprit kann’s
nicht liegen, dann müsste meine auch
meckern!
Alles lamentieren hilft nichts, die
BMW F650 springt nicht wieder an!
Ein paar Hundert Meter weiter ist
ein
kleines Farmhaus, da schieben wir
die Maschine hin. Sie so an der
Hauptstraße stehen zu lassen ist zu
riskant. Wenn sie geklaut wird,
müssen wir bezahlen! Also klopfe
ich kräftig an die dicke Holztür des
Hauses. Nach geraumer Zeit wird sie
von einem dicken, kauenden Mann im
Unterhemd geöffnet. In kurzen
Worten, wahrscheinlich wird sonst sein
Mittagessen kalt, erkläre ich ihm
die Situation und frage, ob wir die
Maschine in seinem Vordergarten ein
paar Stunden abstellen können. Er
sagt sofort ja! Kommt auch noch mit
raus, um mir den genauen Platz
anzuweisen! Und dann steigt Jürgen
bei Bonsai hinten drauf und wir
fahren – bei Sonnenschein – zurück
zu Rosi. Und wir bitten sie, unseren
Motorradvermieter anzurufen, was sie
auch sofort erledigt! Ian ist gerade
irgendwo in der Region Hobart
unterwegs, ich schildere ihm die
Symptome der BMW und schon nach dem
zweiten Satz sagt er: I know, I know!
Die Maschine hat seit einem Crash
immer mal wieder das Problem, dass
ein spezielles Ventil im Tank
zufällt und damit ist dann die
Benzinzufuhr unterbrochen! So wie er
mir erzählt war er schon zweimal bei
BMW in der Werkstatt aber die können
den Fehler nicht richtig beheben. Na
toll, und nun? Er verspricht, in ca.
2 Stunden wieder anzurufen er will
irgend etwas organisieren. Kurze
Zeit später sagt er uns Bescheid,
dass er mit einem Hänger kommt, um
die Maschine abzuholen.
Gemeinsam fahren wir später zu der Stelle, wo die BMW
„geparkt“ ist!
Wieder klopfe ich an der Haustür um
Bescheid zu sagen, dass wir das
Motorrad abholen. Wieder öffnet der
Mensch im Unterhemd, und wieder kaut
er! Na ja, von nichts hat er sicher nicht
solchen dicken Bauch!
Auf der Rückfahrt ist Ian sehr
schweigsam! Plötzlich erzählt er was
von seinem „Old Fellow“, der eine
Honda „Deauville“ hat, und schon
greift er zum Handy und fragt seinen
Freund, ob der die Maschine heute
Abend noch nach New Norfolk bringen
kann. Als Ian uns bei Rosi absetzt,
verspricht er, dass die Honda heute
Nacht noch kommt! Okay, mit der
Aussage sind wir zufrieden! Er fährt
zurück nach Hobart, und wir gehen
ins Centrum zum Essen. Vor uns auf
dem Bürgersteig liegt ein
Portemonnaie. Bonsai hebt es auf und
wir sehen, es gehört einem Mann.
Führerschein, Krankenkassenkarte
etc, eben alles, was man so an
Dokumenten in der Tasche hat. Und
100$ sind auch noch in der Börse,
Bonsai will es nach dem Essen bei
der Polizei abgeben. Aber daraus
wird nichts, die Polizei ist heute
nur telefonisch erreichbar! Also,
wieder muß Rosi ran! Sie ruft die
Polizeinummer an, erklärt die
Situation, und eine halbe Stunde
später klingelt es an der Haustür
und die Polizisten holen das
Fundstück ab.
Am nächsten Morgen findet Bonsai auf
seinem Frühstücksteller eine nette
Dankeskarte und zwei Bücher über
Australien. Rosi erzählt, der
Verlierer des Portemonnaies hat die
Sachen schon ganz früh abgegeben, er
ist zum fischen raus! Seinen Verlust
hatte er noch gar nicht gemerkt, bis
die Polizei am Abend beim ihm geklingelt
hat.
Endlich können wir am nächsten
Morgen unser Vorhaben
wahr machen und zum Gordon Damm
fahren, die Sonne scheint und es ist
auch ein bisschen warm! Jürgen nimmt
meine BMW 650GS. Ich werde die Honda
fahren, das erste Mal, dass ich so
ein Motorrad bewege. Schon bei der
ersten Bremsprobe merke ich, die
Honda hat kein ABS, aber ich gewöhne
mich schnell an das Bike. Immer
möchte ich sie aber nicht fahren,
meine
Arme werden lahm, ich liege zu
sehr. Gott sei Dank ist meine Hand
auch ohne Arzt wieder dünner
geworden, sonst wäre es sicher nicht
so gut, die Maschine zu fahren.
Montag 26. Januar- Australia
Day, wir müssen zurück nach Hobart,
und die Bikes abgeben!
Wir wollen nicht den direkten Weg
fahren, aber irgendwie ist das heute
nicht mein Tag. Das erste Mal biege
ich schon in Bridgwater falsch ab,
und gleich darauf noch mal falsch!
Verflixter Mist denke ich, das ist
mir in vier Wochen nicht passiert!
Um beim Wenden die dicke
Splittschicht auf der Straße besser
sehen zu können, mache ich mein
Visier hoch, als ich gerade wieder
in Fahrtrichtung bin und Gas geben
will, kommt mir ein größeres Insekt
entgegen geflogen. Instinktiv senke
ich den Kopf und versuche, mein
Visier zu schließen, aber zu spät,
ich merke, wie mir das Tier in die
Kinnlade fällt, und sofort verspüre
ich auch einen Schmerz in der
rechten unteren Gesichtshälfte.
Leichte Panik überfällt mich! Ich
kann nicht schnell genug anhalten,
die Straße liegt nicht nur voller
Splitt, sondern hat auch noch ein
starkes Gefälle. Bonsai steht etwas
weiter unten am Straßenrand und
wartet. Als ich neben ihm anhalte,
habe ich auch endlich die Helmklappe
auf. Ich rufe ihm zu, mich hat ein
Vieh ins Kinn gestochen, er guckt
und sagt ja, eine Wespe, sie sitzt
noch auf deinem Tuch! Er will sie
abschlagen, lässt dabei seine
Handbremse los, irgendwie kommen wir
beide da noch fast ins Straucheln.
Langsam werde ich wieder ruhiger, na
ja, wenn’s denn nur eine Wespe ist,
geht es ja noch. Ich glaube, ich habe
keine Wespen Allergie!
Aber irgendwie ist in dem Tag der
„Wurm“. Wir müssen noch einige Male
wenden, bei einem dieser Manöver
rutscht Bonsais Maschine auf einem
Bitumenstreifen hinten weg, und
fällt sanft auf die Straße. Mit
vereinten Kräften stellen die beiden
Männer die Maschine wieder in die
Senkrechte. Jürgen ist aufgrund der
vielen Wendemanöver maulig. Aber es
gibt eben keine vernünftigen
Wegweiser in der Region. Als wir
dann die Tasman Bridge vor uns
haben, sind wir auch bald in Hobart.
Da passiert mir dann der letzte Clou
für diesen Tag. Statt weiter
Richtung Hobart-Centrum zu fahren,
nehme ich die Ausfahrt
Glenorchy-Hobart, im runterfahren
weiß ich schon, das war falsch! Der
nächste Abzweig ist „Botanicl
Garden“ da fahr ich runter – wollte
immer schon mal den Botanischen
Garten in Hobart besuchen – grins!
Okay, das war dann auch das letzte
Wendemanöver für diesen Tag. Ich bin
froh, als ich den Rundbau des Wrest
Point Hotels sehe! Trotzdem fahren
wir noch bis nach Sandy Bay! Im Shot Tower finden
wir ein kleines Cáfe. Jürgen und ich
fahren zurück ins Hotel, mein Bedarf
ist für heute gedeckt. Und mein Kinn
tut auch weh und schwillt immer mehr
an!! Bonsai fährt nach kurzer Pause
noch ein bisschen weiter Richtung
Süden, wir treffen uns später am Wrest Point. Ich bin froh, dass ich
heute nicht auch noch den Weg zu Ian
suchen muß, pünktlich um 16:00 holt
er uns ab. Mit seinem 125er Roller
flitz er durch die kleinen Straßen
vor uns her! Auch wenn der heutige
Tag ein bisschen hektisch war, finde
ich es doch sehr schade, dass wir
die Motorräder, nach knapp 2000
Kilometern, abgeben müssen.
Später laufen wir dann noch zu dritt
zum Salamanca Place, eine kleine
Straße am Hafen. Bonsai macht den
Guide! Und damit machen wir noch
eine etwas größere
„Stadtbesichtigung“, die so
eigentlich nicht geplant war!
Vielleicht haben wir
Orientierungsschwierigkeiten weil
wir
„down under“ sind? – Smile -!
Da wir nicht bereit sind für ein
„Continental“ Breakfest, also 2
Scheiben Toast, etwas Marmelade und
Butter, 19$ zu bezahlen, kauften wir
uns am Abend vorher bei der einzigen
deutschen Bäckerei jeder ein Stück
Streuselkuchen, zusammen mit einer
Tasse Kaffee auf dem Zimmer ist das
unser heutiges Frühstück.
Unser Flug
nach Melbourne startet schon um 8.45
und wie wir schon vor Tage im
Tasmanischen TV gesehen haben,
herrscht in Melbourne und Umgebung
eine irrsinnige Hitze!. Temperaturen
bis 38° sind an der Tagesordnung!
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