Über Neuseeland nach Australien

2010........

....meine erste Reise alleine nach Down Under..

Hier geht´s ums Reisen... mit dem Motorrad, oder manchmal .....auch ohne!scater


Motorradtour im Land der langen weißen Wolken
14.12.2009 - 03.05.2010

 



gruebel

Heute sind die "weißen" Wolken leider dunkelgrau


Geweckt werde ich mitten in der Nacht, von dem Regen der gegen die Scheiben prasselt, auch dass noch!
Das arme Mopped steht im Regen, und bis ich mein Gepäck verladen habe, bin ich auch nass.
Ich überlege, fahre ich über den Arthur’s Pass an die Westküste, oder gehe ich über Twizel in Richtung Queenstown? Das wäre dann in etwa die Route, die ich im Januar gefahren bin. Aber wie auch immer ich mich entscheide, regnen wird es wohl überall, mal mehr, mal weniger.
Also egal, doch zum Pass! Als ich die Landstraße vor mir in der grauen Nebelwand verschwinden sehe, gruselt es mich ja doch ein bisschen, zumal die Sicht, je höher ich komme, immer schlechter wird. Gott sei Dank ist das Verkehrsaufkommen nicht so groß, die paar Autos, die mir entgegenkommen, sehe ich allerdings auch ziemlich spät. Und hinter mir sind auch keine. Manchmal prasselt mir der Regen so auf den Helm, dass ich das Windgeräusch schon nicht mehr höre, dann wieder fällt wohl nur der Nebel vom Himmel, aber damit ist die Sicht noch schlechter, dann ist mein Visier vollkommen zugesprüht. Aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse bekomme ich eigentlich gar nicht richtig mit, wann ich denn auf dem Pass bin! Eigentlich merke ich es nur an der Drehzahl meines Moppeds, ob nun gerade eine Steigung ansteht, oder ob ich mich im Gefälle befinde. Wirklich sehr schade! An der Railway Station des Trans Alpine Scenic halte ich kurz an, eigentlich musste ich mal aufs Klo! Aber nee, keine Lust abzusteigen, und mich aus den nassen Klamotten zu schälen! Ich habe auch keine Lust irgendwo auf einen Kaffee einzukehren, denn dann wieder weiter zufahren, macht noch weniger Spaß! Kurz vor Greymouth muss ich dann auch noch eine dieser ekligen One Way -Eisenbahnbrücke passieren. Die Schienen laufen, wie in Hokitika auch, diagonal zur Straße, und man muss mit Schwung fast rechtwinklig in das Gleisbett zwischen die Schienen, um dann nach rechts die Brücke zu überqueren! Die Vermieterin hatte mir schon erzählt, dass vor zwei Wochen zwei ihrer Bikes auf der Brücke bei Hokitika geschrottet worden sind. Na ja, und jetzt auch noch in dem Regen, ist wirklich ein blödes Gefühl! Und beim Rausfahren glitscht dann das Vorderrad über das glatte Metall, zu schräge angefahren! Beim ersten Motel, das einigermaßen vertrauend erweckend aussieht, fahre ich ran. Der Mann an der Rezeption spricht ein solches Kiwi Englisch, dass ich immer nur ahnen kann, was er sagt! Aber er hat ein Zimmer frei, und Heizung ist drin. Dann stellt er mir noch seine Garage und einen Regenschirm zu Verfügung, also was will ich mehr! Klamotten zum Trocknen aufhängen. Dickes Fleece Shirt anziehen, Regenschirm greifen und dann in die Stadt. Ich habe Hunger! Aber da ist nicht groß was mit Restaurants! Alle schon geschlossen, denn der nostalgische Zug, der täglich zwischen Christchurch und Greymouth pendelt, ist schon auf dem Rückweg, und damit sind eigentlich alle Touris weg!

Regen verhangene Natur, und kalt ist es auch!




Na, dann suche ich jetzt das Internet Café! Die junge Frau mit den total verfilzten Haaren erklärt mir dass sie ihr „Café“ in spätestens zwanzig Minuten. schließt. Das Internet darf ich noch kurz nutzen, aber zu essen gibt es nichts mehr! Hätte ich ehrlich gesagt, auch gar nicht gewollt! Als ich die PC-Tastatur bediene, denke ich, da liegen mindestens 3 Jahre „Frittenfett“ drauf. Jede Buchstabentaste bleibt praktisch am Finger kleben! Niedlich ist allerdings, als mir die „Verfilzte“ später den Weg zum nächsten Bottle Shop beschreibt. Statt zu sagen, „hier links die Straße rauf, an der zweiten Kreuzung links und dann rechts“ erklärt sie den Weg immer mit einer ganzen Körperdrehung! Dabei hebt sie den linken Arm und springt gleichzeitig im Ausfallschritt nach links, oder eben auch nach rechts! Ich muss schon sehr an mich halten, um nicht zu lachen, hab´ den Bottelshop gefunden! Und kurze Zeit später finde ich etwas zu essen. Take a way „Fisch of the day“ eine riesige Portion für 12$ ich schaffe nicht einmal die Hälfte. Am nächsten Morgen ist das Wetter etwas besser, und ich entscheide, noch einen Tag zu bleiben! Ich will zurück zum Arthur Pass, zu gerne würde ich ihn bei Sonnenschein fahren. Aber schon nach 30 Kilometern fängt es wieder an zu regnen, ich drehe bei, suche mir am Himmel die Stelle aus, wo etwas blau durchscheint, und fahre so der Sonne entgegen. Und damit lande ich, zwar nicht ganz trocken, in Shantytown, eine kleine Museumsstadt aus der Goldgräberzeit! Aber 25$ Eintritt ist mir zu teuer! Schließ finde ich einen tollen Weg über kleinste Straßen zum Buller Creek, hier sind keine Fahrrichtungspfeile auf die Straße gemalt, und die paar Car Driver die mir entgegen kommen, grüßen fröhlich! Es muss hier in der letzten Zeit sehr viel geregnet haben, viele der Warntafeln, die die Überflutung der Creeks anzeigen, sind noch nicht wieder hochgeklappt! Aber wie hatte mein Wirt schon gesagt, als ich mich über das Wetter beschwerte, weil es so viel Regnet bietet, die Westküste eine wahnsinnige grüne Vegetation! (Na ja, aber muss es denn gerade regnen, wenn ich hier rum fahre)
Später fahre ich dann noch Hokitika, da erinnere ich mich an das kleine Eiscafé mit selbst gemachter Schokolade, mh, lecker!