Über Neuseeland nach Australien

2010........

....meine erste Reise alleine nach Down Under..

Hier geht´s ums Reisen... mit dem Motorrad, oder manchmal .....auch ohne!scater


Motorradtour im Land der langen weißen Wolken
14.12.2009 - 03.05.2010

 


 

gruebel

Endlich blauer Himmel, die Sonne scheint über Greymouth


21.12.09

Heute fahre ich ins Skigebiet nach Hanman Springs. Habe meinen Wirt morgens gebeten, mir im Spa Motel ein Zimmer zu reservieren. Es wird ein toller Tag! Schöne Landschaft, kaum Verkehr! Ich träume vor mich hin, bis mich eine wahnsinnige Hupe aufschreckt. Im Spiegel sehe ich einen dicken roten LKW, der mir fast aufs Nummerschild gekrochen ist! Aber gut, dass er mich „geweckt“ hat, und nicht einfach überholt, auch wenn ich mich sehr erschrocken habe! Als ich kurz vor Reefton an eine Straßenbaustelle komme, bin ich endgültig hellwach! Im Gefälle, mit extremen Serpentinen, „Gravel road“ auf fast 10 Kilometer! Als ich das überstanden habe, kann ich mich auch wieder an der tollen Landschaft erfreuen. Die Hügelketten links und rechts der Straße sind grün bewachsen, auf manchen Spitzen liegt noch Schnee, und zum ersten Mal kann ich um die Mittagszeit meinen Pullover ausziehen! Ich mache diverse Stopps. Und immer wenn ich denke, jetzt ist genug mit Fotos, taucht hinter der nächsten Kurve wieder ein wunderschönes Panorama auf.



Da ich ja weiß, dass es eigentlich unmöglich ist, die volle Schönheit einer Landschaft auf Bildern darzustellen, mache ich lieber „Bilder in meinem Kopf“ sonst würde ich auch überhaupt nicht vorankommen. Für die 200 Kilometer bin ich schon bis zum späten Nachmittag unterwegs.
In Hanman Springs gibt es auch irgendwelche heißen Quellen, deshalb ist der Ort auch im Sommer sehr gefragt. Ein Motel am anderen, und überall sind noch Zimmer frei! Mein Motel hatte ich aus dem kostenlosen Übernachtungsguide rausgesucht, sah sehr nett aus, auf dem Bild!
In Wirklichkeit ist es aber eine sehr abgewohnte Anlage, zwar sauber aber eben mit extremen „Renovierungsstau“. Und der Pool ist so „groß“, dass, wenn man in der Mitte steht und umfällt, sich den Kopf am Beckenrand einschlägt! Ja, was man moderner Fotografie alles machen kann!
Auch der angebotenen wireless ist gerade out of order. Wenn ich das Kabel nutzen will, kosten 20 Minuten 5$, und das ist mir zu teuer! Ich sehe es schon kommen, ich werde noch Spezialist für „Take a way“ denn Essen gehen ist sehr teuer! Für „fish of the day“ werden fast überall mindestens 26$ verlangt, manchmal auch über 30! Für eine dünne Gemüse Suppe zahle ich 12$! Alles kommt mir wahnsinnig teuer vor, so habe ich NZ nicht in der Erinnerung.



Hanmer Springs, ein bekannter Wintersportort der KIWIS

22.12.09

Zum ersten Mal fahre ich gleich ohne Pullover los, es sind schon 14° welch eine Wärme,
wenn ich da an die 8 – 10° Grad am Arthurs Pass denke! Ich lasse mir Zeit, bis Kaikorua sind es man gerade 180 Kilometer, deshalb ich fahre noch ein bisschen den Berg hoch, obwohl, nicht weit vor mir die Straße zu Ende ist, und ich den Weg zurück muss. Denn nach Hanma Springs und auch wieder zurück, gibt es nur die Straße Nummer 7a. Ich mache noch ein paar Abstecher, aber immer enden die Straßen als Sackgassen. Auch die, die von der´ Bundesstraße 70 abgehen. Die Landschaft ist das krasse Gegenteil zur Westküste! Auf vielen Wiesen sind „Rasensprenger“ im Einsatz, und trotzdem ist alles Gras gelb oder besser, braun! Es ist früher Nachmittag, als ich in Kaikorua ankomme. Auch hier ein Motel an dem Anderen, und fast alle sind noch frei. Immer noch kann man von hier Whale watching buchen, jetzt sogar aus dem Flugzeug raus! Da braucht man dann wohl ein super Auge oder die Dinger fliegen so tief! Ich laufe durch den Ort, der sich eigentlich nicht so viel verändert hat, und deshalb eigentlich auch nicht wirklich interessant ist. Es gibt nur noch einen Supermarkt, dort, wo ich 2001 eingekauft habe, unter anderem ein verfaultes Ei – ich werde es wohl nie vergessen – steht jetzt eine hochmoderne Motelanlage.

Von Hanmer Springs nach Nelson

 



23.12.09
Heute ist Nelson mein Ziel! Es sind mindestens 110 Kilometer auf dem 1er Highway, es gibt keine andere Straße. Der Wind bläst extrem stark und auch kalt!
Für die Windsurfer auf dem South Pacific natürlich ein Highlight, für mich auf meinem Mopped, eher sehr nervig! Auch wenn ich manch schöne Aussicht genießen kann, z. B. liegt fast direkt an der Straße eine Seehundkolonie! Deshalb nehme ich die nächste Gelegenheit bei Seddon wahr, links abzubiegen, um zu versuchen, durch das Landesinnere via Blendheim nach Nelson zu kommen. Tolle Straße tolle Kurven kein Verkehr, keine Häuser, keine Schafe- nur ich -! Lt. meiner Karte muss ich irgendwo rechts über die Berge. Ich fahre 55 Kilometer am Fuße dieser Bergkette entlang, aber ich finde den Weg darüber nicht. Ich denke mir, wenn ich so weiter fahre, bin gleich wieder in Christchurch, also zurück. Und siehe da, geht da doch ein ganz schmaler, asphaltierter Weg zwischen den Büschen bergan. Da fahre ich denn mal rein, denke ich so. Auf den ersten 5 Kilometer ist auch alles easy going, der Weg schlängelt sich mit leichten Kurven durch dicht bewachsenen Wald. Aber dann, hinter einer scharfen Kurve, liegt plötzlich eine steile Gravel Road vor mir. Mir wird ganz heiß und kalt, nee, hier fahre ich nicht weiter! Wenn mir die Kiste hier umfällt, muss ich evtl. noch mein Notrufsystem einsetzen, denn mir ist die ganze Zeit nicht ein einziges Fahrzeug begegnet. Ganz vorsichtig setze ich zum Wenden an, und das ist schon mühsam genug. Ich merke erst jetzt, wie steil es hier wirklich ist, und bin heilfroh, als ich wieder unten bin! Damit ist meine Abenteuerlust für diesen Tag gestillt! Und ich fahre gelassen auf dem Highway weiter, und es kommen da doch noch wirklich tolle Kurven! Als ich in Nelson einfahre, rechts von mir die blaugrüne Tasman Sea, halte ich Ausschau nach der Trafalgar Street dort, bei „De Lorenzo´s“ habe ich mich für 10 Tage einquartiert. Aber so einfach ist die Straße irgendwie nicht zu finden, ich bin schon wieder stadtauswärts, (- Notiz für Bonsai- ich war schon wieder an der Raffinerie vorbei) und ich weiß seit geraumer Zeit, ich bin falsch, ich muss zurück! Aber ich stehe in einer endlosen Autoschlange, es gibt kein Ausweichen, auch der Gegenverkehr fließt ohne Unterlass. Wenn das so weiter geht, bin ich gleich im Abel Tasman NP. Dann entdecke ich den schmalen Fahrradweg auf der anderen Straßenseite. Egal, ich breche aus der Schlange aus, fahr quer über die Straße auf den Radweg. Da stehe ich nun, allerdings in verkehrte Fahrtrichtung – oh- oh -! Ganz vorsichtig fange ich an zu wenden, ja nicht über die weiße Begrenzungslinie des Radweges, denn fast alle Autos fahren genau auf der weißen Linie. Da macht sich doch die Wendigkeit meines Bikes bemerkbar, klar ich muss ein paar Mal hin und her, aber dann stehe ich endlich wieder in Richtung stadteinwärts, zum Glück ist nicht noch ein Radfahrer angekommen. Und nach dem ich noch zweimal gefragt habe, stehe ich endlich vor meinem Quartier. Ja, hier werde ich es sicher 10 Tage aushalten können!

Nelson



Obwohl, als ich den angepriesen Pool sehe, muss ja schon wieder grinsen, das Ding ist ja auch nicht viel größer als´n Spucknapf! Aber das ist auch nicht so wichtig. Die sonstigen Räumlichkeiten stimmen, es gibt Waschmaschine und eine komplette kleine Pantry mit Geschirrspüler. Ich werde also irgendwie die nächsten Tage mir mein Essen „kochen“ oder so. Deshalb mache ich mich auch gleich auf den Weg einen Supermarkt zu suchen, und überhaupt, eben einfach die Gegend sondieren. Auf einem „alternativen“ Wochenmarkt kaufe ich mir lecker Kekse mit Schokoladenstücken. Erst später lese ich, die Kekse sind nicht nur Gluten free, sondern auch noch Ei-, Fett- und Zucker frei! – Aber vor allen Dingen sind sie total -geschmacksfrei -! Und für den Beutel habe ich 7$ ausgegeben. (Da denke ich neidvoll an München, da gibt’s lecker Spüngli!)
In einem riesigen Supermarkt finde ich, was ich zum Leben brauche. Kartoffeln, die wenn man sie schält, bevor man sie kocht, automatisch zu einer Kartoffelsuppe werden, Sie werden einfach zu einer blassen pampigen Masse. Oder man muss sie halb gar essen eben - al dente – upps. Aber dafür ist das Filet Steak so zart, so ein Fleisch habe ich in DE noch nie bekommen. Na ja, und nach dem dritten Versuch habe ich auch einen Rotwein gefunden, der mir schmeckt! Und so habe ich denn den Heiligenabend mit lecker Fleisch und lecker Rotwein verbracht. Tagsüber war ich in der Stadt und habe die Leute im Weihnachtsstress beobachtet, der hier allerdings eher wenig stattfindet. Es gibt kaum Weihnachtsbäume in den Geschäften/Straßen. Ganz vereinzelt spielen Straßenmusikanten ein paar Weihnachtslieder.
Richtig Spaß habe ich, als eine alte Dame in ihrem metallic roten High-Tec Rollator lautlos angebraust kommt. Die grauen Haare sind akkurat in Dauerwellen gelegt, über dem blauen Kleid trägt sie eine neongrüne Warnweste. Ihre Handtasche, und den Krückstock hat sie zwischen die Knie geklemmt, und so fährt sie hupend durch die volle Einkaufsstraße. Und zwar mit einer affenartigen Geschwindigkeit, die Menschen stieben richtig auseinander. Bis ein Vater mit seinen zwei halbwüchsigen Töchtern im Gespräch versunken, den Weg versperrt. Die Drei reagieren nicht auf das Hupen, sie sind einfach in ein Gespräch vertieft. Die rasende Alte könnte eigentlich kurz auf die Straße ausweichen, um zu überholen. Aber nein, sie hupt und hupt, viele Leute gucken schon, aber die Drei vor ihr merken nichts. Da richtet sich die Frau auf, greift zu ihrem Gehstock und stößt den Mann von hinten mit dem Stock an, der hat vielleicht einen Satz beiseite gemacht, inklusive seiner Kinder! Die Alte hat ganz listig in sich reingelacht, und ist schnurrend von dannen gefahren. Ich hab laut gelacht, das war einfach genial! Wie war das noch, mit 80 vom Bike auf den Rollator – aber das mit der Dauerwelle überlege ich mir noch-!

Um 13:00 sind fast alle Geschäfte leer, obwohl bis 17:00 geöffnet ist. Nur bei den Juwelieren stehen die Herren Schlange.

Nelson




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