Über Neuseeland nach Australien

2010........

....meine erste Reise alleine nach Down Under..

Hier geht´s ums Reisen... mit dem Motorrad, oder manchmal .....auch ohne!scater


Motorradtour im Land der langen weißen Wolken
14.12.2009 - 03.05.2010

 


 

gruebel
Die Kenepuru Sounds werden für die nächsten Tage für mich zu zweiten Heimat. Motorrad fahren bis zum abwinken!


23.12.09

Die Sonne lacht, als ich mich zeitig zu einer Rundtour aufmache.
Ich will zurück in Richtung Picton. Da gibt es einige herrliche kleine Straßen und tolle Buchten, obwohl, das Wasser ist zu kalt! Unterwegs fällt mir ein, dass es vielleicht schwierig werden kann, Benzin zu bekommen. Ich hatte in den Tagen vorher immer schon auf die Öffnungszeiten geachtet, und eigentlich hieß fast überall „25.12. sorry we are closed“. Aber in Havelock finde ich dann doch noch ein Tanke.
Neben mir tankt eine Familie mit tollem Auto und noch tollerem Boot. Der junge Mann, oh nice Bike! Ja, aber nicht meins, antworte ich ihm. Your are German? Mein Englisch muss wohl grausam sein! Jedenfalls sagt er sofort, my Girlfriend too, und damit holt er seine Freundin. Ja, sie ist vor 6 Jahren in NZ hängen geblieben, und es gefällt ihr immer noch. Ihr Deutsch hat schon einen sehr starken englischen Akzent.
Am nächsten Lookout, eine halbe Stunde später, oh nice Bike, sagt ein junger Familienvater.
Dann lacht er sich schlapp, oh you are from German you prefer BMW! Ja, er ist schon in München gewesen – good Bieer -! Oktoberfest1 Dann kommt auch noch ein Hamburger Ehepaar und noch ein paar Deutsche, da ergreife ich die Flucht! Ich fahre in die 60 Kilometer lange Stichstraße, am Kenupuru Sound entlang –einfach genial! – Leicht überhöhte Kurven, kein Verkehr, gut der Belag ist manchmal nicht so toll. Als meine linke Schuhspitze das zweite Mal über den Asphalt glitscht, denke ich, nun ist genug, und drehe bei. Man sollte sein Glück nicht herausfordern. Und so mache ich mich etwas verhaltener auf den Rückweg. Fahre den Queen Charlotte Drive bis Picton, ich brauche einen Kaffee! Aber nichts ist, das Einzige was in Picton geöffnet ist, sind die Toiletten! Es gibt wirklich nichts, obwohl hier die Fähre aus Wellington anlegt. Die Stadt ist fast leer, am Hafen laufen ein paar indischen/pakistanische Familien in ihren farbenfrohen Saris rum. Auf dem Rückweg fällt mir ein, dass an der Pelorus Bridge ein Campingplatz mit Café ist, denn werde ich da anhalten. Aber das war dann auch ein Satz mit X . Der Platz ist zwar geöffnet, aber das Café ist dicht! Und auch die Tankstelle, an der ich morgens war, ist nun zu. 370 Kilometer ohne einen Kaffee! Es ist nicht zu fassen!

"Grüne Wüste" und blaues Wasser



26.12.09
Heute haben wieder alle Läden geöffnet. In der Stadt tobt das Leben,  es ist wirklich voll!
In manche Klamottenläden kommt man kaum rein, alles ist reduziert, Sommerschlussverkauf! Ich stürze mich mit Begeisterung ins Getümmel, und erst als ich die blaue Postbox mit einer Mülltonne verwechsle, gehe ich zurück zu Hotel. Allerdings habe ich keinen Penny ausgegeben, ich muss ja an mein „Gewicht“ denken!
27.12.09
Ich will in den Abel Tasman Park. Blöderweise habe ich total vergessen, dass heute Sonntag ist!
Und so stehe ich schon wieder in einer Autoschlange, aber als ich zu der Stelle komme, an der ich vor ein paar Tagen mein akrobatisches Wendemanöver vollbracht habe, muss ich doch grinsen! War schon ziemlich coole Sache!  Nur fünf Kilometer weiter, denke ich denn, - was bin ich doch für ein Schaf – denn hier hätte ich ohne Problem wenden können. Es gibt einen Motelparkplatz neben dem anderen auf der rechten Seite. Und von jetzt geht es auch zügig voran, denn nun folgt eine Bucht der Anderen, und so verteilen sich die Autos.
Über den Bergen vor mir hängen schon wieder dichte graue Wolken, und es dauert auch nicht mehr lange, da regnet es wieder mal ein bisschen. Und in Motueka staut sich dann auch noch der Verkehr vor mir! So weit ich gucken kann, Autos! So ein Mist!
Als ich rechts die Tudor Street sehe, biege ich ab. Hier war ich schon im Januar in dem schönen Motel „Equestrian“! Auch heute sehe ich die blumengeschmückte Einfahrt, es ist wirklich eine schöne Unterkunft! Ein paar Kilometer weiter, ich bin jetzt in einer reinen Wohngegend, taucht dann rechts auch Wasser auf, oder sollte jedenfalls, leider ist nur ist gerade Ebbe.
Aber es sind keine Autokolonnen vor mir. An einen kleinen Picnicplatz, gibt’s hier ja überall, halte ich an. Ein kleiner, hässlicher Dackel kommt kläffend auch mich zu. Ich höre eine Männerstimmer „Fritz come her“ und damit dreht der Hund bei. Und jetzt sehe ich das junge Paar auf der Bank, ja ihr Hund heißt wirklich „Fritz“, hat aber nicht mit Old Germany zu tun, wie sie mir versichern! Und sie reden mir auch den Tasman NP schön! Da muss man unbedingt hin, und die vielen Autos, das ist nur heute so, weil es ist, Ferienbeginn ist, und nach Motueka verteilt sich der Verkehr.
Oder noch besser sagt er, fahre doch Morgen, da ist es wirklich leer! Genau, deshalb fahre ich jetzt auch zurück.


Motueka

 


In Mapua finde ich ein nettes Café, in dem ich endlich auch ein anständiges Stück Kuchen bekomme. Und als ich zurück in Nelson bin, scheint doch hier glatt die Sonne! Ja, ich glaube es war wirklich die bisher beste Entscheidung, mich hier für einige Zeit einzuquartieren, denn die Region Nelson gilt als sonnenreichste Gegend von ganz NZ. Die Stadt gefällt mir ausgesprochen gut. Auch wenn es hier eigentlich gar nichts zu sehen gibt, von dem einen Museum abgesehen.
Ich bin von hier schnell in den Bergen oder eben auch am Strand. Wobei mit Strand habe ich es ja nicht so dolle. Und ich bin jetzt schon traurig, wenn ich daran denke, dass ich ja in paar Tagen schon wieder weiter fahren muss! Mal sehen, evtl. verlängere ich noch um einen Tag um etwas mehr Sonne zu tanken. Denn auf meinem weiteren Weg zur Westküste, bekomme ich sicher wieder einen „nassen Hintern“ Ich habe irgendwo gelesen, dass es am Milford Sound, 200 Tage, oder so ähnlich, regnet. Na ja, und ich war schon dreimal dort, zweimal im Regen! Aber gut, jetzt genieße ich hier das Wetter!
28.12.09
Mist, hier hat es heute Nacht auch geregnet, und der Himmel ist immer noch grau, als ich mich zum zweiten Mal auf den Weg zur „Golden Bay“ mache.
Es ist noch nicht 10:00 und noch sind die Straßen leer. Unterwegs fällt mir ein, ich habe kein Wasser mit! Nächste Tanke ran. Und da staune ich wieder, für 750ml Wasser zahle ich 3,80$ für 2x 1 Liter Cola würde ich nur 4,99$ bezahlen müssen. Wahrscheinlich gibt es aus dem Grund so viele dicke Menschen hier, und zwar richtig Dicke! An den sonstigen Nahrungsmitteln kann es eigentlich nicht liegen. Es gibt keinen anständigen Joghurt ..nur low fat .. und auch keinen „vollfetten Philadelphia Käse“. Alles ist „low fat“ oder „99% fat free“. Ja, was mir da dann immer alles so durch den Kopf geht, wenn ich so durch die Gegend eier. Plötzlich fällt mir ein Wegweiser ins Auge „ Rabbit Island“ rechts. Da biege ich dann mal ab. Und ich finde ein tolles „Hasenland“! Eine schmale Straße, gesäumt von Kiefern, die Luft riecht nach Harz, führt direkt zum Strand, der sich ca. 15 Kilometer entlang der Tasman Sea zieht.


Rabbit Island


Es sind kaum Menschen zu sehen, alles verläuft sich. Überall sind große, komfortable Grillplätze, obwohl die ganze Area mit Wald und Gras bewachsen ist. Der Baumbewuchs erinnert mich ein bisschen an die Lüneburger Heide, Wacholder, Krüppelkiefern. Man kann auch mit einem Camper hier kostenlos übernachten, allerdings muss man sich das gut überlegen, denn nach Sonnenuntergang wird an der einzigen Straße eine Schranke geschlossen. Und dann kommt nicht mehr runter, aber auch nicht rauf. Dann starte ich zu meinem zweiten Anlauf, den Abel Tasman Park zu besuchen! Als ich Motueka hinter mir habe, wird das fahren immer relaxter. Die Sonne scheint, mein Bordcomputer sagt mir 20°, und dann die schöne Landschaft! Alles perfekt! Die Straße geht hoch in die Takaka Hills, und mit jedem Meter aufwärts, wird es kälter und nebliger!
Plötzlich zeigt mein Thermometer noch ganze 12°! Und dann der dicke Nebel, bei der nächsten Möglichkeit halte ich an, Pullover anziehen! Ist schon ein eigenartiges Gefühl durch die Schwaden zu fahren, für die Kiwis ist es aber noch lange kein Grund, Licht an ihren Autos einzuschalten. Was mich auch immer wieder verwundert, dass eigentlich jeder mit offenen Scheiben fährt, auch über die Landstraßen, wobei ich glaube, dass wohl jedes Auto eine Klimaanlage hat. Aber es ist eine tolle Straße, die, als es wieder abwärtsgeht, auch wieder im Sonnenschein liegt, also Pullover wieder ausziehen!
In Takaka schieben sich die Touris durch die schmale Fußgängerzone, ich fahre gleich weiter nach Collinwood, da ist es beschaulich und ruhig. Ich glaube die Tour werde ich noch mal machen. Es war einfach schön!

30.12.09


Nachdem ich ja den gestrigen Tag fast ausschließlich vorm PC verbracht habe, bin ich heute schon ganz früh aufs Motorrad gestiegen.
Es ist noch nicht 9:00 Uhr, als ich etwas unentschlossen auf der Tankstelle stehe. Welche Richtung schlage ich nun ein? Nordost oder Nordwest? Der Himmel siet westlich sonniger aus, also Richtung Collinwood! Aber erst versuche ich mal, einen anderen Weg aus der Stadt raus zu finden.
Die Fahrerei auf dem Highway 6 geht mir auf die Nerven. Rechts der Straße liegt ein kleines Wohngebiet und dahinter dann gleich das Wasser. Ich denke mir, da muss es auch irgendwo parallel Straßen geben, und schon fahre ich mal in die kleine Siedlung mit den schmucken Häusern. Mal links mal rechts abbiegend, meinem inneren NAVI folgend, fahre ich durch kleinste Straßen, und solange das Wasser rechts von mir ist, stimmt auch die Richtung. Am strahlend blauen Himmel taucht ein schneeweißes kleines Propellerflugzeug auf. Oh, und ziemlich tief sogar!
Und nach noch ein paar Mal abbiegen weiß ich auch warum, ich befinde, mich in der Einflugschneise des nationalen Airports.
Und verfahre ich mich restlos, nicht dass ich als Geisterfahrer übers Rollfeld fahre, so schlimm ist es denn doch nicht – grins – dann würde ich aber sicher in die Zeitung kommen, so kriege ich vielleicht nur ein Strafmandat! Die diversen Einbahnstraßen zu den Parkplätzen machen mich ganz wuschig. Da ist dann eben auch immer eine Schranke, die nur aufgeht, wenn man ein Ticket zieht, kennt man ja! Und später bezahlt man und fährt auf der anderen Seite wieder raus, kenn ich auch! Aber genau das ist mein Problem, ich will nicht bezahlen um an der anderen Seite wieder raus zufahren! Also quetsche ich mich an der Schranke vorbei, der Autofahrer hinter mir hat bestimmt Kulleraugen bekommen, aber Mist, wie komme ich nun vom Parkplatz wieder runter, ohne Ticket? 
Also wieder Motorrad ein bisschen schräge halten, rechtes Bein auf den hohen Bordstein, dann mit beiden Beinen etwas „paddeln“ und dann habe ich auch die Schranke überwunden. Jetzt stehe ich wieder in einer Einbahnstraße, die führt mich genau zum Check-in, da dürfen aber nur Taxen fahren, aber das ist mir nun egal, ich fahre kurz links an Bordstein, irgendein „blöder“ Taxi Driver hupt hinter mir. Als ich sehe, dass weiter vorne gerade ein paar Reisenden ein Taxi besteigen, fahre ich vor, und klemme mich dann hinter das Auto. Und dann sind wir auch ruck zuck wieder an dem Highway Nr. 6, das Taxi fährt links in Richtung City, ich biege rechts nach Richmond/Collinwood ab. Und ich grins in mich rein! In Richmond sehe aus den Augenwinkeln am Ende einer Straße eine kleine weiße Holzkirche. Oh, die könnte ich mir ansehen! Nächste Links dann noch mal links, und schon bin ich da. Leider ist die Kirche verschlossen! Die Straße, die direkt von der Kirche auf den Highway führt, ist auf ca, 100 Metern von dieser Seite gesperrt, also Einbahnstraße, um wieder auf die Haustraße zu kommen, müsste ich den ganzen Bogen zurückfahren. Ach was, kein Verkehr, und eigentlich ist es auch nur ein Parkstreifen, also Helm auf, gucken, ob nicht gerade jetzt ein Auto kommt, und dann bin ich auch schon durch!

Denke ich – denn just in dem Moment biegt von der Hauptstraße ein Polizeiwagen ein!
Und der hat natürlich mein Manöver sofort erkannt und hält mir aus dem offenen Fenster die Kelle entgegen!



Oh Mist! Bis ich den Seitenständer gefunden, und mein Visier hochgeklappt habe, steht der Sheriff auch schon neben mir.
Bevor ich nur ein Wort sage, frage er : „You are a Lady?
Yes, antworte ich, daraufhin sagt er - drive carfully – dreht sich um, und fährt weg! –
Also, wenn ich Zigaretten in der Tasche gehabt hätte, hätt ich mir jetzt erst mal Eine angesteckt - ! Was soll ich davon halten?
Als ich später durch die Takaka Hills fahre, bei wenig Verkehr und Sonnenschein, bieten sich mir immer wieder tolle Ausblicke, nur der Wind ist so extrem stark! Scheinbar ist auch gestern oder in der vergangenen Nacht hier ein Unwetter gewesen, armdicke Äste liegen am Straßenrand, und auch die Straße ist stellenweise mit Blättern übersät.
Und wo immer ich anhalte, fragen die Leute, ist es schwierig, bei diesem Sturm auf dem Bike zu fahren? Ja, ich bin wirklich immer froh, wenn die Straße zwischen irgendwelchen Hügeln verläuft, und einige Male denke ich, ich kehre um! Vor allen Dingen, als ich statt nach Collinwood, links nach Puponga abbiege. Eine wunderschöne kleine Straße, die sich an manch einsamem Farmhaus vorbeischlängelt. Aber wenn ich dann in offenes Weideland komme, packt mich der Wind dermaßen, dass ich mich krampfhaft am Lenker festhalten muss, um nicht weggeweht zu werden. Als ich an dem kleinen Siedler Museum anhalte, habe ich Angst der Wind schmeißt mein geparktes Bike um! Die Maschine kommt richtig aus den Federn, es lässt mir keine Ruhe, ich muss sie erst mal aus dem Wind drehen! Irgendwo hatte ich ein Café Sign gesehen, aber dass ist schon etliche Kilometer her, deshalb wende ich in der Einsamkeit, nur von einer Herde Kühe beobachtet, Gott sei Dank! Auf dem Weg zurück halte ich an einer „Weka Arts Galery“ – Weka´s sind kleine braune Hühner ähnliche Tiere – die Künstlerin hat schon einen sehenswerten kleinen Park mit allerhand schönen Skulpturen aus Holz.
 
An den Wänden hängen schöne Collagen, und natürlich kann man das alles kaufen. Nur Kaffee gibt es nicht, ich bekomme aber den Tipp zurück zufahren! Dorthin, wo ich gerade die Kühe mit meinem Wendemanöver zum Lachen gebracht habe, und dann noch so ca. 15 Kilometer weiter, da soll dann ein sehr nettes Café of Art sein! Also zurück! Der umgewehte Baum, der jetzt auf der linken Fahrbahn liegt, war vorhin noch nicht da. Ja der Sturm braust wirklich immer noch mehr als heftig. Die Kühe sehen sehr interessiert aus, als ich schon wieder vorbeifahre! Hello again! Und dann finde ich das Café, das hat Stil! Der Long Black weckt Tote, der Scone mit Creme ist oberlecker! Und dann, was es hier alles zu sehen/kaufen gibt! Aber ich muss ja an mein „Gewicht“ denken! Auf dem Rückweg fahre ich dann noch nach Collinwood rein, leider ist gerade Ebbe. Und wenn das grüne Wasser nicht sichtbar ist, ist die Dünenlandschaft nur halb so schön!

Also auf nach Nelson, aber nicht ohne noch einen Abstecher zu der „PU PU SPRINGS“ gemacht zu haben. Als ich wieder im Hotel bin, ist es fast 20:00! Hier wird es im Gegensatz zu Aussie, erst gegen 22:00 dunkel, und ich habe 330 Kilometer auf dem Tacho. Es war ein wunderschöner Tag!

Collinwood am Ende der Südinsel


31.12.09

 Sylvester, heute ist Hausfrauentag. Ich wasche meine Wäsche, in einer Maschine, die nur mit kalt Wasser wäscht- ich glaubs nicht – aber übermorgen breche ich meine Zelte hier ab, und wer weiß, wo ich wieder eine Waschmaschine finde. Das deutsche Pärchen mit der BMW, vererbt mir einen Liter Frischmilch, sie wollen heute noch auf die Fähre um auf die Nordinsel überzusetzen, und da die Sonne scheint, haben sie Angst, die Milch wird im Koffer sauer.
Wir klönen noch ein bisschen, - -sie sind praktisch 12 Tage nur im Regen unterwegs gewesen. – Da hatte ich ja dann bisher richtig Glück - allerdings hatten sie am Arthurs Pass Sonnenschein, am Milford Sound war das Wetter auch gut!
Das macht mir ja Hoffnung, dass dort doch manchmal die Sonne scheint! Ich empfehle ihm auf seinem Weg nach Picton, den Queen Charlotte Drive zu fahren, für eine Tour in die Sounds reicht die Zeit sowieso nicht. Aber ihm ist auch der kleine, geschlängelte Weg nach Picton nicht schnell genug. Und er hat auch schon den kürzesten Weg zur Fähre in sein Navi eingegeben, welches er von Zuhause, inklusive Halterung mitgebracht hat.
John Rains hat wohl fast einen Koller bekommen, als er die Halterung, ohne vorher Klebeband um den Lenker zu wickeln, anbringen wollte. Überhaupt, „Te Waipounamu“ hat viel schlechtere Mietbedingungen, stöhnt mir der lange Mensch aus Stuttgart vor. Ursprünglich hat er bei einem anderen Anbieter gebucht, der ist aber zwischenzeitlich Pleite gegangen, und John hat die Verträge übernommen. Wozu ich dann nur sage, so schlecht können die Konditionen nicht sein, sonst würde John Rains nicht seit 20 Jahren existieren, jeder muss verdienen.
In der weiteren Unterhaltung stellt sich raus, er war gestern auch in Collinwood. Die Strecke war schön, aber der Wind war zeitweilig grausam, sagt er! Na das tröstet mich doch sehr, dass nicht nur ich den Wind fürchterlich fand. Und dann brausen die beiden Richtung Fähre von dannen, ich genieße den Sonnenschein. Gehe zu meinem lieblingssuper Markt, und kaufe mein Abendessen ein! Als ich nachdenklich vor den Bananen stehe, hält mir ein junger Familienvater einen netten Vortrag über „Organic Bananen“ kauf die Organic und du kaufst nie wieder andere. Und er hat recht! Organic schmecken einfach toll! Eigentlich merkt man nichts von Sylvester. Heute Nachmittag erzählt mir die Rezeptionistin, dass hier im Park ein Feuerwerk stattfindet. Vielleicht ist auch dass ein Grund, weshalb hier alle Motels/Hotels ausgebucht sind! Jetzt, es ist 22:00 Uhr ertönt auch laute Musik ich werde gleich mal um die Ecke schauen, aber eigentlich ist es mir auch zu kalt. Der kalte Wind geht mir auf den Geist. Als ich um Mitternacht das Feuerwerk höre, - niemand sonst hat Knallkörper - gehe ich nicht vor die Tür, es ist mir zu kalt, und dann bin ich auch gerade bei den letzten Seiten meines Krimis,


Nelson



01.01.2010

Das neue Jahr ist schon 7 Stunden alt, als ich aufstehe. Wie ich ja in den vielen vergangenen „Sylvestern“ erfahren habe, eigentlich ändert sich ja nichts, wenn man nicht selbst was tut! An diesem Morgen hat sich aber doch etwas geändert, nämlich das Wetter! Windstille und ein traumhafter Himmel eröffnet sich mir, als ich mal kurz vor die Tür trete. In der Hotelanlage herrscht noch tiefste Stille, alles schläft! Aber meine Morgenzeitung ist schon da! Jetzt weiß ich, wie Sylvester in Moskau war, wie viele Menschen in Berlin, am Brandenburger Tor das neue Jahr begrüßt haben, und was sonst so los ist, in der Welt! Es hat einige Unfälle gegeben. Bei einer jungen Familie in Christchurch wurde eingebrochen, eine alte Dame wurde im Parkhaus am Krankenhaus überfallen. Und dabei fällt mir der Farmer ein, bei dem ich während meiner ersten Motorradtour in NZ– mit Jürgen, Bonsai und den Geierbrüdern, übernachtet habe. Der Mann erzählte damals, dass es unüblich ist, in NZ die Haustür zu verschließen! Aber das war vor 10 Jahren! Und wenn ich heute die Zeitungen lese, ist es hier, nicht mehr viel anders, als in Deutschland auch! Nein, doch wohl nicht ganz so schlimm, ich glaube die Brutalität ist.nicht groß. Was mir auffällt, es gibt keine „Kopftücher“! Und auch diesen, auf Krawall gebürsteten jugendlichen Gangs begegne ich hier nicht. Aber was mich total erstaunt, in fast keinem Shop oder Boutique, findet man Diebstahlssicherungen an der Ware. Auch in den großen Supermärkten, an jeder Kasse wird einem die Ware eingepackt, gibt es keine Kontrollen! Aber wahrscheinlich wird dass auch nicht mehr lange auf sich warten lassen! Nachdem ich die x-te Tasse Kaffee geschlürft habe, mache ich mich auf den Weg noch mal die Sounds zu erkunden. Also erst auf dem Highway Nr.6- nicht so wie man sich evtl. vorstellt es ist eine gut ausgebaute Bundesstraße – in Richtung Picton. Und dann links in die Sounds, und hier gibt es dann wieder viele Möglichkeiten links abzubiegen, und bis ans Wasser zu fahren. Rechts kann man fast nie weg, da ist der Berg! Auch die Möglichkeit, irgendwie einen Rundkurs zu fahren, ist nicht gegeben, man muss immer den Weg zurück! Und als in Deutschland Mitternacht ist, stehe ich oberhalb eines Sees und versuche die „Hasen“ anzurufen, aber – leider kein Netz -! Aber dafür hier ein schönes Foto! Abends laufe ich bei tollstem Wetter noch durch den Hafen von Nelson und überlege mir, ob ich noch eine Nacht verlängere. Denn wie ich im Internet gesehen habe, das Wetter an der Westküste ist zum Fürchten. Regen, Regen, und zwar die nächsten drei Tage! Somit hilft mir eine weitere Nacht in Nelson also nicht wirklich! Die gesamte Route kann ich nicht einfach ändern, weil – ich Kamel – habe mich für drei Nächte in Manapouri für B+B angemeldet! Und da komme ich ohne erhebliche Stornogebühren nicht raus! Aber eigentlich will ich ja auch zum Milford Sound. Also, hin und her überlegen bringt alles nichts, Sachen zusammenpacken, Morgen fahre ich weiter! Bevor ich mich überhaupt nicht mehr losreißen kann!!