Über Neuseeland nach Australien

2010........

....meine erste Reise alleine nach Down Under..
Hier geht´s ums Reisen... mit dem Motorrad, oder manchmal .....auch ohne!scater

Motorradfahren im Land der langen weißen Wolken, und auch durchs rote Zentrum von Australien!
14.12.2009 - 03.05.2010


gruebel
Weiße Wolke über Hobart-Tasmanien



18.01.10
Es ist noch nicht einmal 8:30, da steht Ian Sylvester schon an der Rezeption! Nice to see again strahlt er mich an, er ist schon ein sehr sympathischer Typ. Motorradtour durch Guatamala
Der Grund für sein frühes Auftauchen sind 2 Amerikaner, Thomas und Nellie, die im Auto warten. Die Beiden haben über Mark (bikerround.oz) eine  selfguidet Tour gebucht. Und sie haben nur 8 Tage Zeit, das ist für Tassie wirklich nicht viel!
Nellie erzählt, dass sie vor zehn Jahren in Germany war, und sie so sehr das deutsche Essen genossen hat, und vor allen Dingen, die Zeit die man am Tisch verbracht hat, with much of talking“.! Thomas ist eher schweigsam, aber er hat ein I-Pod, dort trägt er die Orte ein, die Ian ihm als gute Motorbike Strecken nennt. Und Thomas hat auch einen ausgedruckten Google Routenplan für die gesamte Tour, aber eine Landkarte hat er nicht! Als ich frage ob er wirklich nur nach der Google Map fahren will, kommt nur ein kurzes „shure“. Ian verdreht etwas die Augen, und erzählt ihm dass man auf Tasmanien nicht verloren geht, aber es ist schon besser wenn man eine Karte hat! Die steile Abfahrt von Ians Garage bereitet dem langen Amerikaner auf der BMW 1200 GS keine Schwierigkeit, er ist Trialfahrer. Ein größeres Handicap ist da der ungewohnte Linksverkehr, es ist seine erste Tour!
Ich mache dann mal Probesitzen auf der Honda VTR 250ccm, ein niedliches Bike! Als ich sie das erste Mal vom Seitenständer „wuchte“, falle ich fast zur anderen Seiten um, nur mit Mühe kann ich meinen Schwung mit dem rechten Bein abfangen! Ahne doch nicht, dass die Kleine „gar nichts“ wiegt! Aber es ist alles an ihr dran, was so man so benötigt! Tageskilometerzähler für Trip 1+2, Drehzahlmesser, Uhr, Tankanzeige, der Tacho ist bis 160 angegeben, ich lach mich schlapp! Mit dem kleinen Kippschalter am Lenker, sieht aus als wenn er von einer elektrischen Eisenbahn stammt, betätigt man die Heizgriffe! Die Maschine hat also wirklich eine Vollausstattung, aber hoffentlich zieht sie mich auch mit samt meinem Gepäck! Sie ist ja man wirklich ein bisschen arg klein! Es bereitet mir Probleme die Fußrasten zu finden, ich bekomme die Beine gar nicht so hoch gezogen! Alternativ bietet mir Ian noch mal die BMW 1200 GS an, aber die ist mir einfach zu schwer! Und dann ist es schon fast 12:00 als ich alles verpackt habe, auch Thomas und Nellie haben ihre Sachen verstaut. Ian schwingt sich auf seinen 125er Scooter , wieder staune ich mit welcher Geschwindigkeit er durch die engen kurvigen Straßen der elitären Wohnsiedlung fährt. Kurz vor der Tasman Bridge sind wir entlassen. Ich fahre ostwärts an die Küste, Thomas und Nellie müssen an die Westküste, nach Strahan. Der kleine Ort ist zwar ganz niedlich, aber ob ich dahin fahre……? Da regnet es immer! So richtig vertraut bin ich immer noch nicht mit meinem Bike. Nach jedem Stopp an den Ampeln, und da gibt es einige bis zur Brücke über den Derwent River, suche ich die Fußrasten! Manchmal sind meine Knie schon an den Ohren, denke ich ! Na ja, und prompt verpasse ich wieder den Abzweig nach Richmond, ist mir schon mal passiert! Aber ist ja egal, fahre ich eben andersrum! Plötzlich sehe ich einen Scooter im Spiegel, Ian! Er grinst mich an, you are lost? Und dann sagt er, wenn du mich auf einen Kaffee einlädst, ich habe nicht einen Cent in der Tasche, komme ich mit bis Richmond! Und dort erzählt Ian dass seine Bike Vermietung mittlerweile so gut läuft, dass er davon leben kann, seinen vorherigen Job hat er gekündigt. Viele seiner Kunden sind Amerikaner, aber auch Schweizer und Italiener. Und natürlich auch Deutsche und einige von ihnen kommen doch tatsächlich über den Link auf meiner Home Page! Ich hake sofort nach, und wo ist meine Provision? Dafür habe ich dir das Bike schon billiger vermietet, grinst er. Ja das stimmt, aber es ist ja man nur ein kleines Bike.(hat aber Durst wie ein Großes wie ich später feststelle, 5,5 Liter auf 100 Kilometer!) Sollte ich noch mal wieder kommen, kriege ich dann eine BMW F650 zum selben Preis? Da grinst er nicht mehr, da lacht er laut! Und er erzählt, das gerade wieder jemand eine seiner Maschinen gefaltet hat, und wie ärgerlich und teuer es ist – trotz Versicherung – so ein Bike wieder einsatzbereit zu machen – gerade BMW – gut das wissen wir alle – BMW ist auch in Old Germany teuer! Und dabei fällt mir dann auch der teure australische Dollar ein, woraufhin Ian sagt, das bekommt er auch zu spüren, er hat wenig australische Kunden, die fahren aufgrund des guten Wechselkurses nach Europa! Als wir uns verabschieden bitte Ian mich inständig, die Honda nicht über 8000 Touren drehen zu lassen, sie ist noch so neu – hat erst 6000 Kilometer – gelaufen! Ich frage ganz vorsichtig wie viele Gänge das Motorrad hat, denn ich war schon immer über 8000 Umdrehungen, fünf sagt Ian! Ich meine sie hat nur vier, aber gut, dann muss ich den Fünften wohl mal suchen - J))) Bis Coles Bay sind es ungefähr noch 180 Kilometer über kurvige, einsame Straßen. Und so wie ich es in der Erinnerung habe, liegen viele überfahrene Wallabies auf der Straße. Auch der Asphalt ist längst nicht so griffig wie auf Neuseeland! Für den Augenblick hält sich der Spaß noch in Grenzen Und dann bin ich in Coles Bay, einsame Landschaft im Freycinet Parkt! Margret von „Sheroaks B+B“ hat mir eine genaue Anfahrtskitze geschickt, so finde ich ohne Probleme am Ende einer Sackgasse meine Übernachtungsstelle für die nächsten 3 Tage! Schon als ich die geschotterte Auffahrt runter fahre, geht mir durch den Kopf, gut, dass ich nicht die große BMW habe! Und als ich auf den Hof komme, bin sogar heilfroh! Der kleine Platz ist mit Bruchmuscheln gepflastert! Nee, nicht richtig fest, sondern einfach nur ausgeschüttet! Es knirscht und kracht bei jedem Schritt! Ist sicher sehr eine sehr saubere Sache, man hat keinen Sand an den Schuhe, und es wächst auch kein Gras durch! Während ich mich austütel, betrachte ich mir erst mal meine neue Herberge. Das hier ist nun das genaue Gegenteil zu Manapouri! Vor mir ist ein lang gezogener, moderner grauer Flachbau, mit ganz viel Glas. An einer Stelle kann man quer durchgucken, und da sehe ich im Hintergrund blaues Wasser! Dann geht auch schon eines der großen Glasschiebeelemente auf. Ein Mann mit grauen wuscheligen Haaren, sehr drahtiger Typ, kommt freundlich lächelnd auf mich zu, Allan der Hausherr. Er führt mich in ein großes helles, sehr individuell dekoriertes Zimmer, mit einem Wahnsinnsausblick über den Swansea River. Und was das Schönste ist, es gibt keine Air-condition, man kann die großen Flügel öffnen! Alle Fenster haben Fliegengitter Einfach toll! Allan erzählt mir sie vermieten 3 Zimmer, es sind also maximal 6 Gäste im Haus, in diesem Falle aber eben nur fünf…. smile ! Als ich meine Sachen ausgepackt habe, gehe ich die Gegend erkunden dabei läuft Allan mir über den Weg und erzählt, dass seine Frau Margret mit dem Hund zum Tierarzt nach Hobart musste, deshalb gibt es heute Abend kein Dinner, ich hatte es extra mitgebucht, weil ich – Dank Google – gesehen hatte, ich bin hier in der Einsamkeit! Aber nun bietet er mir an, dass wir heute Abend gemeinsam in das ca. 40 Kilometer entfernte Restaurant zum Essen fahren! Das ist mir natürlich auch Recht, so verabreden wir uns zu um 19:00 und ich laufe zum Strand runter. Denn „Sheoaks B+B“ liegt direkt oben auf einer Klippe! Durch einen schmalen Hohlweg entlang der Sheoaks Bäume, die langen weichen Nadeln haben eine merkwürdige graue Farbe, komme ich direkt runter zum Wasser! Aber brrr, das ist kalt! In meinem Zimmer liegt ein dicker Ordner mit allerhand Informationen! Coles Bay ist die einzige Region in ganz Australien, in der es keine Plastiktüten gibt! Es war ein schweres Stück Arbeit, das in die Tat umzusetzen, selbst die Müllsäcke sind aus einem Recling Material! Sheoaks B+B wurde 2003 gebaut, erstaunlich, denn ich schätze Allan auf ca. 65 – 68 Jahre! Es gibt viele Hinweise zu den diversen Bildern und Fotografien, wo auf genommen, von welchem Künstler und auch welche Möbel aus welchem Holz sind. Schon sehr interessant zu lesen! Und auf dem Weg zum Essen bekomme ich auch noch reichlich Nachhilfe in Heimatkunde, Allan zeigt mir diverse verschlungen Pfade, an denen wir im Januar achtlos vorbeigefahren sind! Es gibt einen einzigen kleinen Campingplatz hier auf der Halbinsel, dort muss man sich mindestens ein Jahr vorher anmelden! Und dann entscheidet das Los wer für drei Wochen hier zelten darf. Aber nur mit Zelt, Wohnwagen haben keinen Zutritt! Das einzige Restaurant, mit einem herrlichen aus Blick übers Wasser, existiert auch nur, weil es hier schon seit „100 Jahren“ ist! Da war Freycinet Park noch kein Weltkulturerbe! Heute würde man keine Genehmigung mehr bekommen! Allan ist Ingenieur und weit gereist! Dänemark, China, Thailand, Holland überall hat er gearbeitet. Deutschland hat er nur einmal besucht, als er gerade in Frankreich gearbeitet hat, ist er mal über die Grenze gehopst! Zum Frühstück treffe ich auf ein australisches Ehepaar, für sie ist der letzte Urlaubstag gekommen. Sie müssen zurück nach Shepparton, aufs Mainland. Er ist Lehrer und muss, obwohl noch Ferien sind, für einen Tag zur Konferenz in die Schule. Ach sag ich, so für bla bla, bla! Da lacht er sich schlapp, dass werde ich meinen Kollegen erzählen – bla, bla, bla! Wir hatten auch ein bisschen über die unterschiedlichen Erfahrungen von B+B gesprochen, und als ich von den kleinen Mäusen bei Joy und Don spreche, fangen die beiden Australier plötzlich an sich zu schütteln! Vor zwei Jahren war in der Region Viktoria eine Mäuseplage. Mit dem Beginn der Dämmerung war es nicht mehr möglich die Haustür aufzumachen, selbst durch den kleinsten Spalt sind die Viecher eingedrungen. Mäusefallen waren nach ein paar Stunden in jedem Store ausverkauft. Der Hauskater war schon so dick und fett, der hat nur geblinzelt wenn er eine Maus gesehen hat! Wenn man mit dem Auto unterwegs war ist man nur auf Mäusen geglitscht. Die Farmer sind mit Schaufelladern los, um den Mäusebrei von der Straße zu kratzen. Das muss also wirklich schlimm gewesen sein. Aber niemand weiß genau woher die vielen Tiere gekommen sind, und wieso der Spuk nach drei Wochen vorbei war! Als ich gegen 22:00 ins Bett falle denke, ich scheiß Tag! Kein Regen!



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