Mit dem Motorrad....

 zur Insel Öland......2007

....vier Bikerinnen in Schweden on Tour..

Hier geht´s ums Reisen... mit dem Motorrad, oder manchmal .....auch ohne!scater

Südschweden - Insel Öland

13.06.07 – 17.06.07

 


"Wilder Knoblauch in schwedischer Wildniß"

Der Morgen ist dann grau, ziemlich kühl und windig, aber immerhin trocken!
In der nun schon seit Tagen bewährten Formation, Undine auf der Virago vorweg, dahinter Anne auf der Bandit, dann Bettina mit ihrer Buell, meine BMW ist das Schlußlicht. Bei Byrum halten wir an den Raukfelsen.


Die bizarren Formen entstanden nach der letzten Eiszeit, durch Erosion und Auswaschungen des unterschiedlich harten Kalk- und Mergelgesteins im Küstenbereich.
Die Felsen  erinnert mich stark an die "Pancake Rocks" auf Neuseeland. Nur die müde dahinplätschernde Ostsee, hat mit der tosenden Tasman Sea wenig gemeinsam.



 


Auf kleinsten Straßen, teilweise Schotterpisten, führt Undine
uns zum "Langen Eric"!
Der Leuchtturm steht auf dem nördlichsten Zipfel von Öland.
Man kann den 34 Meter hohen Turm gegen ein geringes Entgelt besteigen.

Ich hab´s ja nicht so mit der "Höhe" und die andern haben auch keine Lust, deshalb lesen wir uns nur die Beschreibung, die in drei Sprachen ist, zu dem Turm, durch!
Und da fallen wir dann über einen niedlichen Übersetzungsfehler "bis zur Entmannung 1976 war der Turm von 3 Männern besetzt"!

Das ließt sich schon etwas merkwürdig, und natürlich haben wir darüber gelacht und unsere Späße gemacht.
Die Frau in dem Souvenirshop guckt sehr interessiert, warum vier erwachsene Frauen so albern lachen. Da Undine sehr gut schwedisch spricht kann sie der Verkäuferin vermitteln warum wir so lachen. Die dann ihrerseits auch in lautes Gelächter ausbricht! Dankbar nimmt sie aber den Notizzettel mit dem Wort "Entlassung" entgegen.




Wir steigen bald wieder in die Sättel, und fahren durch dichte Kiefer- und Fichtenwälder. Die Luft duftet nach frischem Holz und Moos, halt nach "Natur"!


Der Straßenzustand ist optimal, und es macht viel Spaß so durch die Gegend zu cruisen.
Wir suchen uns ein Plätzchen am Wasser, für ein Mittagsschläfchen ist es zwar noch zu früh, obwohl, ich könnte schon wieder schlafen! Allerdings, auf den Steinen???

Aber es ist ein schönes Fleckchen Erde. Bettina geht sofort auf "Steinsuche" und dabei ist sie schon "Steinreich"!
Als ich mir gerade überlege was ich noch gegen den kalten Wind anziehen könnte, hüpft Undine schon wieder "todesmutig" ins Wasser.

Und aus Anne wird "Frau Jaschke"! Sieht schon cool aus mit ihrem Schal auf dem Kopf. Gott sei Dank sieht uns ja keiner, sonst hätten wir sie vielleicht nicht wieder mit Hause nehmen dürfen. Smile, smile





Am Freitag, dem dritten Tag unserer Reise, die Straße gehört wieder uns,  fahren wir auf Umwegen nach Borgholm, eine etwa 40 Kilometer entfernte Kleinstadt.

Vorbei an Feldern mit blühendem Mohn und blauen Kornblumen, dazwischen dann immer Mal eine der alten Bockmühlen. Und manchmal ist sogar noch das strahlende gelb blühender Rapsfelder sichtbar, der aufgrund des kargen Bodens hier aber viel niedriger ist!


Wir sind wohl wirklich aus den Betten "gefallen" denn es ist noch nicht einmal 9:30 Uhr, als wir an diesem klaren, aber kühlen Morgen, an dem leuchtenden Mohn stehen.
Manchmal sehen wir unterwegs junge Mädchen die trotz der Kälte, in zum teil tief dekolletierten, weißen Kleidern, über die Straßen laufen.
Mir ist in meinen Motorradklamotten schon nicht warm, aber die müssen ja wohl "jugendliches" Feuer haben. Von Undine erfahren wir dann später, in Schweden werden die Abiturienten mit einer großen Feier verabschiedet und es ist Sitte weiße Kleidung zu tragen.

Wir besichtigen das 1806 abgebrannte "Schloß Borgholm" , die Ruine liegt am Rande der Stadt.
Das Eintrittsgeld, um die nackten Mauern auch noch von der hinteren Seite zu betrachten, sparen wir uns.
Uns genügt dieser Anblick.

Im Centrum von Borgholm schlendern wir durch die kleine Fußgängerzone.  Wie üblich, gibt es diverse Klamottenläden, Souvenirshops, aber auch einen super Eisladen, den Anne sofort entdeckt. Da müssen wir auf dem Rückweg unbedingt rein!
Aber erst einmal suchen wir ein Cafe! Am Ende der "Meile" entdecken wir Tische und Stühle. Aha, da wird's wohl Kuchen geben! Nur einer der vielen Tische ist besetzt.  Die anderen werden von Dohlen und Spatzen bevölkert. Die Vögel mache sich über die nicht abgeräumten Kuchenreste her.

Was ich persönlich ein bisschen eklig finde. Deswegen suchen wir uns auch einen Tisch um die Ecke.
Wie in ganz Skandinavien üblich, ist auch hier Selbstbedienung angesagt, aber in dem kleinen Laden ist eine lange Schlange vor der Theke. Eigentlich haben wir  keine Lust uns anzustellen, aber dann gibt's auch keinen Kaffee! Also, nach ein bisschen hin und her, reihen wir uns in die Schlange ein!

Und dann sehe ich plötzlich das man, wie beim Arzt, eine Nummer ziehen muß! Als ich dann gerade eine gezogen habe, kommt Undine, ach ja, habe ich vergessen euch zu sagen.

Besser ist, Undine nimmt Nummer "23" , weil das Aufrufen der Nummern kann ich nicht verstehen!!



Auf dem Rückweg kehren wir natürlich in der Eisdiele ein. Bettina schmeißt eine Runde! Die beiden jungen Mädchen hinter der Theke erzählen uns in sehr gutem Deutsch das alle Eissorten eigene Kreationen sind und in dem kleinen Laden hergestellt werden.
Es gibt eine unglaubliche Auswahl, ich schätze 20 verschiedene Sorten. Eines ist schwarz wie "Wagenschmiere" es gibt alleine drei verschieden dunkle Schokoladeneis. Auf jedem der vielen unterschiedlichen Sorten liegt das Originalprodukt. Auf dem Bananeneis eben eine Banane, auf dem Annanaseis eben eine Annas, man kann also ohne jegliche Sprachschwierigkeiten sich sein Lieblingseis kaufen.
Bevor wir zurück fahren halten wir noch an einem kleinen Laden in dem allerhand, nicht nur witziges, teilweise auch nützliche Dinge aus Holz angeboten werden.
Anne schmeißt eine "Runde Schwedenband" auf den Markt. Das heißt für jeden etwa 50 Zentimeter blau/gelbes Geschenkband, das wir uns an die Moppeds binden.
Am späten Nachmittag schwingen wir uns dann noch mal auf die Fahrräder. Diesmal geht´s an einen Sandstrand, Sand weiß und fein wie Puderzucker!
Problem ist nur, ich mag keinen Sand an meinen Füßen, ich bekomme noch eine Gänsehaut wenn ich daran denke! Wie fast überall, haben wir den Strand für uns alleine, was natürlich auch mit den Temperaturen zusammenhängt, denn nun ist es auch für Undine zu kalt zum Baden!

Samstag Morgen sieht der Himmel noch grauer aus, und es ist auch noch etwas kühler geworden. Die Wettervorhersage ist nicht grandios. Es soll regnen, auch am Sonntag!

Mit leichtem Grausen denken wir an die Rückfahrt. Aber heute ziehen wir uns erstmal einen Pullover mehr an und starten zu unserer letzten Inselrundfahrt.
Die erste Station ist der Trollskogen oder auch "Zauberwald" an der nordöstlichen Spitze von Öland. Ein Naturschutzpark in der "natürlichen" Art. Er kostet keinen Eintritt! Schon beim betreten der Anlage kommt ein junge Parkwächterin auf uns zu und fragt in reinstem Deutsch, ob wir ihr vielleicht die deutsche Bezeichnung für einige Tiere nennen können, und damit hält sie uns kleine Schubladen hin, in denen unterschiedlich große Käfer, aufgepieckt in Watte, liegen. Undine kann ihr etwas weiter helfen.
Es gibt keine Zäune, die Rinder, manche tief schwarz, mit glänzendem Fell, samt ihrer Kälber grasen zwischen den alten Kiefern und Eichen. Die Wanderwege gleichen eher Trampelpfaden und sind dadurch sehr gut in die Umgebung integriert.
In dem Gebiet wachsen viele bedrohte und ungewöhnliche Pflanzenarten, z.B. "Winterlieb" und das "Schwertblättrige Waldvögelein". Auch die älteste Eiche Ölands steht im Trollkogen, die "Zaubereiche" . Man kann sich bestimmt einige Stunden dort aufhalten und durch den "Busch" wandern.
 Zu allen Tierarten und Pflanzen gibt es eine sehr gute Beschreibung

Natürlich macht so eine "lange" Wanderung hungrig und durstig! In einer kleinen Bäckerei gibt´s auch endlich mal einen "Cappu" . Der Kuchen ist so lecker, der Marzipanfrosch hat sicher 100.000 Kalorien, dass wir uns gleich mit Reiseproviant für unser morgige Rücktour eindecken. Dann folgen wir wieder brav Undine, über Stock und Stein, auch durch das Weidegatter, das sie für uns öffnet. Und dann landen wir auf diesem abgeschiedenen Fleckchen! Und was macht Bettina? Läuft nur noch in gebückter Haltung über Strand! Oh, hier gibt`s "endlich" mal ein paar Steine! Die muss ich unbedingt einsammeln!


Ich glaube mittlerweile sind wir alle "hyperaktiv"!
Nach einer kurzen Mittagspause schwingen wir uns schon wieder auf die Fahrräder! Der starke Wind kommt wie "immer" von vorne, als wir uns auf den Weg zur Küste machen. Wir wollen zu einem kleinen Leuchtturm der auf dem privaten Gelände eines alten Künstlers steht. Das ganze Anwesen macht einen etwas verfallenen Eindruck.
Angefangen bei dem Bootssteg. Auch der kleine Segler sieht nicht so aus als ob man damit wirklich aufs Wasser könnte. Und erst recht der alte "Triumph Spitfire" der in offenen Garage vor sich hingammelt. Sehr Schade!

Obwohl ich ja den ganzen Tag auf Achse war und wir auch nicht allzu früh ins Bett gegangen sind, kann ich mal wieder nicht schlafen.
Ich höre Regen, oh, Kopfkissen über die Ohren! Ich dreh mich von einer Seite auf die andere! Und trotzdem höre ich den Regen, wie er über mir aufs Dach tropft, und damit ist mich die Nacht um 4:00 zu Ende.
Leise stehe ich auf und sehe, so doll regnet es gar nicht! Kurze Zeit später steht auch Anne und Undine in der Küche, entweder war ich nicht leise genug, oder die beiden konnten auch nicht richtig schlafen.

Nur von Bettina ist noch nichts zu sehen. Wir hatten ja auch am Abend beschlossen dass wir erst um 6:00 losfahren. Die Uhr ist noch nicht mal 5:00 da haben wir schon unser Gepäck verladen.

Nun muss Bettina doch geweckt werden, vorsichtig klopfe ich an ihr Fenster im Nachbarhaus, sie antwortet sofort, ist aber noch total verschlafen als sie rauskommt.

Es ist doch noch viel zu früh grummelt sie! Ja, Sorry!
Um 5:30 fahren wir vom Grundstück, es ist trocken, aber verdammt kalt, jeder zieht das an, was er an warmen Pullovern im Gepäck hat. Mit 90/100kmh zuckeln wir in Richtung Festland. Es begegnet uns kein Auto! Nur sitzt ab und an mal ein Hase auf einer der vielen Wiesen. Aufgrund der unsicheren Witterungsverhältnisse haben wir beschlossen die E22 entlang der Küste zu fahren. Und wenn man die schwarzen Wolken rechts von uns betrachtet, war das sicher eine kluge Entscheidung. Es ist zwar eine ziemlich langweilige Fahrerei, aber immerhin kommen wir trocken bis zur Öresundbrücke. Unsere "Eintrittskarten" hat Undine schon auf dem Hinweg gekauft.
Am Ende der Brücke stoppen wir noch mal für ein schnelles Foto, aber es ist viel zu diesig! Dann gehts ab in den Tunnel! Und wieder habe ich den rattenscharfen Sound der BUELL im Ohr. Als wir die dänische Seite erreichen wird es auch schlagartig warm! Also, raus aus den Regenklamotten und den warmen Sachen!


Nur Bettina ist skeptisch und behält ihr Regenzeug an, und damit ist sie dann auch gut beraten. Kurz vor Rödby öffnet sich der Himmel Schleusenartig!
Wir schaffen es gerade noch unter eine Brücke damit Undine in ihre Pelle schlüpfen kann. Und dann geht der Regen richtig los, man kann kaum noch die Beschilderung erkennen, auf der Straße steht Wasser, es ist ein ungutes Fahrgefühl, besser wäre es jetzt ein "Boot" zu haben! Aber unter der Brücke stehen zu bleiben, war genau so riskant!
Gott sei Dank dauert der Spuk nicht allzu lange! An der Fähre nieselt es nur noch, und auch in auf deutscher Seite ist das Wetter gnädig mit uns! Nach 10 Stunden und 650 Kilometern fahre ich meine Garage.
Ich finde wir waren ein Super-Team! Undine, danke! Warst ein toller Tourguide !




Auch wenn wir nicht "Solliden" den Sommersitz der königlichen Familie,
auf Öland besucht haben




[Wohnhaus der Königsfamilie auf Öland]


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