Nach so einem anstrengenden Vormittag sind wir natürlich total ausgehungert
als wir gegen Mittag
wieder im Haus ankommen.
Während der Rückfahrt ist
mir schon das "Wasser im Mund" zusammen gelaufen! Bettina hat die
geniale Idee Pfannkuchen mit Preiselbeeren zu essen!
Undine macht den Vorschlag
Waffeln zu backen! In Windeseile hat sie das Waffeleisen zur Hand, und schon stehen diese leckeren
Waffeln auf dem Tisch! Mit Blaubeeren und frisch geschlagener Sahne, einfach ein
Gedicht! Man war das lecker!

Natürlich legen wir uns nach diesem opulenten Mahl nicht zu einem
Mittagsschläfchen in die Hollywoodschaukel. Aber zum Motorradfahren fehlt uns
allerdings momentan auch der Schwung, na ja, und Radfahren? Unsere Hinterteile haben
eigentlich nun
genug gesessen, und einen Paus verdient. Also, gehen wir zu Fuß auf
Erkundungstour. Wir besichtigen die kleine Kirche am Ende des Ortes.
Wir laufen kreuz und quer durch Wälder, vorbei an den typischen schwedischen
Holzhäusern, manches liegt total im Wald versteckt!
Undine kennt sich sehr gut in
der Umgebung aus, und sie weiß einiges über die Landschaft und Schweden zu erzählen.
Wir kommen gerade noch rechtzeitig um bei ICA, dem schwedischen EDEKA, unser
Abendessen einzukaufen. In dem Supermarkt gibt es, nicht wie
uns,"30"verschiedene Jogurtharten und auch nicht, Cherrytomaten,
Cocktailtomaten, Flaschentomaten etc, es gibt eben Tomaten und fertig ist. Es
ist alles etwas "schlichter" was mir persönlich gut gefällt. Am Abend ist es dann so kalt geworden dass wir ohne
Kaminfeuer draußen nicht sitzen können. Um das Feuer kümmert Anne sich mit vollem
Einsatz! Kleiner Pyromane oder? Jedenfalls wird es sehr schnell gemütlich
warm. Aber trotzdem halten wir es heute nicht so lange aus, wir gehen zeitig
schlafen. Zumal wir am nächsten Tag "endlich" mal wieder Motorradfahren wollen.
Der Morgen ist dann grau, ziemlich kühl und windig, aber immerhin trocken!
In
der nun schon seit Tagen bewährten Formation, Undine auf der Virago vorweg
dahinter Anne auf der Bandit, dann Bettina mit Buell und ich mach das
Schlusslicht. Bei Byrum halten wir an den Raukfelsen. Der Kalksandstein ist nach
der letzten Eiszeit durch Erosion und Auswaschungen entstanden.

Auf kleinsten Straßen, teilweise Schotterpisten, führt Undine uns zum "Langen
Eric"
Der Leuchtturm steht auf dem nördlichsten Zipfel von Öland. Man kann den
34 Meter hohen Turm gegen ein geringes Entgelt besteigen. Ich hab´s ja
nicht so mit der "Höhe" und die andern haben auch keine Lust, deshalb lesen wir
uns nur die Beschreibung, ist in drei Sprachen vorhanden, zu dem Turm durch.
Und da fallen wir dann über einen niedlichen Übersetzungsfehler "bis zur
Entmannung 1976 war der Turm von 3 Männern besetzt". Das ließt sich schon etwas
merkwürdig, und natürlich haben wir darüber gelacht und unsere Späße gemacht.
Die Frau in dem Souvenirshop guckt sehr interessiert warum vier erwachsene
Frauen so albern lachen. Da Undine sehr gut schwedisch spricht kann sie der
Verkäuferin vermitteln warum wir so lachen. Die dann ihrerseits auch in lautes
Gelächter ausbricht! Dankbar nimmt sie aber den Notizzettel mit dem Wort "Entlassung"
entgegen.
Wir steigen bald wieder in die Sättel fahren durch dichte Kiefer und
Fichtenwälder. Die Luft duftet nach frischem
Holz und Moos halt nach "Natur". Der Straßenzustand ist optimal.
Es ist sehr schön so durch die Gegend zu cruisen. Wir suchen uns ein Plätzchen am Wasser, für ein
Mittagsschläfchen ist es zwar noch zu früh, obwohl ich könnte schon wieder schlafen! Ob ich wohl unter "Jetlag" leide :-))))) ?
Allerdings, ob ich auf den Steinen schlafen könnte wage ich dann doch zu
bezweifeln! Aber es ist ein schönes Fleckchen Erde. Bettina geht sofort auf
"Steinsuche" und dabei ist sie schon "Steinreich"! Als ich mir gerade
überlege was ich noch gegen den kalten Wind anziehen könnte, hüpft Undine schon
wieder "todesmutig" ins Wasser. Und aus Anne
wird "Frau
Jaschke"! Sieht schon cool aus mit ihrem Schal auf dem Kopf. Gott sei Dank sieht
uns ja keiner, sonst hätten wir sie vielleicht nicht wieder mit Hause nehmen
dürfen.

