Mit dem Motorrad....

 zur Insel Öland......2007

....vier Bikerinnen in Schweden on Tour..

Hier geht´s ums Reisen... mit dem Motorrad, oder manchmal .....auch ohne!scater

Südschweden - Insel Öland

13.06.07 – 17.06.07

 



"Schwedische Ostseeküste"





 Wir fahren mal "eben" nach Schweden!


Undine, (eine Dudelsack spielende Springmaus, nie kann sie still sitzen und schon gar nicht still stehen!) kommt im November 2006 zu unserem Bikerrinnen-Stammtisch mit dem Vorschlag; lasst uns doch mal in der nächsten Saison eine Motorradtour nach Schweden machen!
Kaum einer von uns nimmt den Vorschlag so richtig ernst. Draußen ist es dunkel und kalt, und Schweden hat für mich immer einen kalten, dunklen "Beigeschmack"
Auf die Frage wie weit es denn ist, antwortet sie prompt -700 Kilometer- upps! Undine kennt sich  in Schweden aus, ihre Eltern haben auf Öland ein Haus, und seit ihren Kindertagen zieht es sie dort hin.
Wir hören ihr eine Weile zu, wie sie voller Begeisterung ein "Referat" über Schweden hält. Und damit weckt sie nicht nur mein Interesse, auch Anne fühlt sich angesprochen.
Ein bisschen später entschließen sich auch Triumph Anja und Bettina von den "Segebergerinnen" die Schweden-Tour mit zu machen.
Anfang Dezember 06 fällt Anne von der Leiter: Fersenbeinbruch! Der Doc sagt; der Fuß wird mindestens vier Monate nicht belastbar sein!

Hektisch "rechnet" Anne und tröstet sich, wenn ich im April wieder laufen kann, dann kann ich auch mit nach Schweden fahren!!
Okay, das mit dem Laufen ist noch nicht so toll, aber sie kann wieder fahren, manchmal sehr, sehr rasant! Im Mai wird dann "Triumph Anja" krank, so dass sie nicht fahren kann, wirklich sehr schade!
Und endlich ist dann "der" Juni da. Schon seit Tagen haben wir grandioses Wetter, eigentlich zum biken schon viel zu warm!
Aber als ich am Mittwoch den 13.06.07 morgens um 5:00 mein Mopped aus der Garage hole, regnet es ! Laut schimpfend mache ich mich auf den Weg zu unserem Treffpunkt . Anne und Undine stehen schon an der AB Bargteheide! Und ich dachte ich bin die Erste, weil ich 15 Minuten vor der verabredeten Zeit bin.
Wir schwingen uns in die Sättel, auf nach Lübeck und Bettina einsammeln. Auch sie ist lange vor der Zeit da!

Der Himmel ist grau als wir uns auf die langweilige Autobahn nach Puttgarden begeben, es ist verdammt kühl aber trocken!
Undine kauft die Fährkarten für uns, habe ich vielleicht doch "all including" gebucht? :-))))
Hin und zurück pro Bike 70 Euro auch nicht gerade geschenkt! 
Wir stehen noch nicht mal richtig auf der Wartespur, als wir auch schon auf die Fähre fahren können, das klappt ja wie verrückt! Das verzurren der Motorräder geht zackig. Nur einen an der Schiffswand befestigten Spanngurt über die Sitzbank legen und am Schiffsboden einhaken. Wir wollen uns schnell auf die Suche nach der Cafeteria machen, die Fähre benötigt nur 45 Minuten für die Überfahrt nach Rödby, aber da fragt Bettina; hat einer mein Portemonnaie gesehen? Ich habe es hier auf meine Sitzbank gelegt!???
Nein, niemand von uns hat es gesehen, wir sind am zweifeln ob sie es überhaupt hatte, oder evtl. schon an der Tanke vergessen hat.
Nein, Bettina schwört Stein und Bein, ich habe es hier auf meine Sitzbank gelegt. Sie packt alle Taschen ihrer Jacke aus, wir "klopfen" sie ab. Der Tankrucksack wird untersucht, nichts, die Börse ist wie vom Erdboden verschluckt, aber wir sind uns sicher, ein Fremder war nicht in unserer Nähe! Immer wieder sucht Bettina ihre Taschen ab, nichts! Das Portemonnaie ist weg. Mittlerweile hat das Schiff schon den Hafen verlassen, dass heißt, Bettina muss von der dänischer Seite sofort mit der nächsten Fähre zurück. Nicht nur Geld und Kreditkarten, die sie natürlich schnellstens sperren lassen muss, ihr "halbes" Leben befindet sich in der Börse.
Wieder und wieder umrunden wir den Platz auf dem ihr Bike steht, plötzlich hat Undine das Portemonnaie gefunden, es lag genau auf dem Kettenschutz!! Erleichtert gehen wir dann ganz entspannt einen Papp-Kaffee trinken (3,22€) Oh. oh, na ja, er war immerhin heiß! Aber eigentlich hätten wir nach dem Adrenalinschub einen Schnaps gebraucht!!!
Je näher wir Kopenhagen kommen, desto freundlicher wird der Himmel. Das Fahren macht aber nicht wirklich Spaß, Baustellen, Geschwindigkeitsbegrenzungen, und da wo keine Beschränkungen sind, fahren die dänischen Autos mir ziemlich aggressiv fast bis aufs Nummernschild. Oder wie in einem Falle, wir überholen ein Auto, als ich neben ihm bin, gibt er soviel Gas dass ich nicht hinter Bettina wieder nach rechts komme, gleichzeitig setzt das Auto hinter mir die Lichthupe ein, er möchte mich gerne überholen. Das nervt mich dann doch ein bisschen. Eigentlich erstaunlich, denn fast jeder kennt die hohen Geldstrafen der Skandinavier bei Verkehrsvergehen.

Um die Mittagszeit fahren wir, vorbei an dem Kopenhagener Airport, auf die große Öresundbrücke zu. Die Straße verschwindet aber vorher in einem Tunnel ,und der irre Sound von Bettinas Buell, begleitet mich über die nächsten vier Kilometer, denn so lang ist der Tunnel.

Die Brücke schwebt an ihrem höchsten Punkt immerhin 65 Meter über dem Wasser.Der Blick der sich einem bietet ist schon gigantisch, obwohl, so richtig kann ich es nicht genießen, es gibt keine Haltebuchten! Nur gleich am Anfang auf dänischer Seite, das merken wir aber erst als wir schon durch die schwedische Mautstelle sind. denn von dort sieht man die Brücke leider  überhaupt nicht mehr! Auf einem kleinen Rastplatz vertreten wir uns mal kurz die Beine, es ist viel zu kalt um länger zu stehen. Schade, die Sonne ist in Kopenhagen geblieben. Aber  unserer guten Laune tut das keinen Abbruch, mit viel "Gegacker" machen wir uns auf den weiteren  Weg, denn etwa 350 Kilometer liegen noch vor uns. Über Lund und dann bis Hörby fahren wir auf der E22, da biegen wir dann nach Hör ab. Aha, und nach Ystad geht´s hier auch! Wer die Krimis von Henning Mankell liest, kennt diese Ort!

 Nach und nach werden die Straßen etwas Bikerfreundlicher, sanfte Kurven, wenig Verkehr, und die Sonne scheint auch wieder! Es macht sehr, sehr viel Spaß!  Aber trotzdem, langsam macht sich unser weich gerittenes Sitzfleisch bemerkbar. Wir brauchen dringend eine Pause!
Abseits der Straße, auf einer kleiner Lichtung, Undine löffelt in rasender Geschwindigkeit ihre Haferflocken, und dann scheucht sie uns schon wieder weiter!
Anne meint ganz trocken, sie sei eine eine nicht therapierbare Hyperaktive! Über solche Bemerkungen kann Undine sich nur schlapp lachen! Bei unserem nächsten Stopp in Thingsryd müssen wir alle tanken, und das ist immer ein kleines Abenteuer. Manchmal muß man sich an der Kasse anmelden, um die entsprechende Säule frei schalten zu lassen. Dann muss die gewünschte Oktanzahl an der Säule eingestellt werden. Dann muß man auch noch darauf achten dass man nicht an eine Säule nur für schwedische Kontokarten, die gibt es auf jeder Tanke mehrfach, fährt! Álso alles höchst "kompliziert" ha, ha, !

Wir nutzen den kurzen Stopp  um auch endlich mal einen Kaffee zu trinken, leider gibt´s keinen Cappuchino für Anne, das Getränk ist in Schweden nicht angesagt, wie wir später noch mehrfach festellen!
Über Emmaboda fahren wir weiter in Richtung Kalmar. Und damit wird die Straße dann auch wieder gerader und eintöniger die Ortschaften liegen dichter beisammen, der Verkehr nimmt zu.
Wir zotteln schon geraume Zeit hinter einem PKW her. Als wir fast am Ortsausgang sind, hält der auch noch an einem Zebrastreifen, gerade will ich mich "aufregen" da sehe ich einen Fasanenhahn von links aus dem Gebüsch kommen,  laut schnatternd humpelt er auf den Zebrastreifen zu, echt wie im Kino smile, smile!
Anne ärgert sich wohl auch über den Autofahrer, der an einem "leeren" Fußgängerüberweg hält, sie schiebt sich rechts an Undine vorbei, um dann ganz langsam rechts neben das Auto zu fahren, ich denke, huch, jetzt fährt sie den Fasan platt, aber eigentlich will sie sich nur den "doofen" Autofahrer aus der Nähe ansehen!! Den Vogel sieht sie erst, als er ihr fast, laut schimpfend" vors Rad läuft!!

Schade dass niemand  so schnell einen Fotoapparat zu Hand hat, es war wirklich ein Bild für die Götter, der humpelnde Fasan, und die erstaunt guckende Anne, die dann mit einem coolen, leichtem Wink, dem Autofahrer
wieder  den Vortritt lässt! Grrrrrrrrrrrrr!

 Und und damit kriechen wird dann weiter hinter der Karre her, bis er endlich irgendwo abbiegt.! Von Kalmar bekommt man nicht viel zu sehen. Die Umgehungsstraße führt über einige Kreisverkehre durch ein
kleines Industriegebiet und dann sind wir auch schon auf der etwa 6 Kilometer langen Ölandsbron, der Brücke über den Kalmarsund . Ab jetzt zieht sich die Fahrerei in die Länge, irgendwie habe ich das Gefühl wir kommen überhaupt nicht voran. Obwohl, es sind wohl nur noch 60 Kilometer, für mich fühlt es sich  wie mindestens 180 Kilometer an!
Nach 11 Stunden und 709 (lt.BMW-Tacho) KM fallen wir in Löttorp ein.
Binnen kürzester Zeit hat Undine das Haus bewohnbar gemacht, alle Versorgungsleitungen   angeschlossen, und dann gurgelt die Kaffeemaschine auch schon vor sich hin. Wir sind Happy, es war eine toller Tag obwohl wir natürlich schon den einen oder anderen Knochen spüren.

Was uns aber nicht davon abhält mal eben mit den Fahrrädern zum einkaufen zu fahren, und nach dem Abendessen auch noch eine Radtour von etwa 12 Kilometern zu machen. 

Als wir dann kurz vor Mitternacht schlafen gehen, fällt mir wahrscheinlich einer der großen Bäume auf den Kopf, denn ich kann mich nur noch daran erinnern dass ich mich hingelegt habe!
Am Morgen begrüßt Anne mich; hasst du nicht immer erzählt du schläfst so schlecht? Das kann überhaupt nicht sein! Du hast so geschnarcht, ich konnte kaum einschlafen! Ha, ha, ha!
Äh, ja? Keine Ahnung ich habe nichts gemerkt und nichts gehört, ich hab so super  gut geschlafen wie lange nicht mehr, grinse ich sie an!
Bettina, die im Nebenhaus schläft, kommt mit großen Augen zum Frühstück und erzählt; sie hat morgens gegen 4:00 einen Baby-Elch vor ihrem offenen Zimmerfenster gesehen! Um das Tier nicht zu verscheuchen, ist sie ganz still liegen geblieben und hat darauf gewartet dass es heller wird. Dann hat sie ganz, ganz vorsichtig nach ihrer Brille gegriffen um dass doch schon ziemlich große Geweih, besser betrachten zu können. Und da wurde aus dem "Baby-Elch" diese kleine Windmühle,,
Jedenfalls haben wir mit der Story am frühen morgen schon viel, viel zum Lachen!
 Es ist noch nicht einmal 9:00 Uhr, da haben wir schon ein großes Frühstück hinter uns, und sitzen auf den Fahrrädern um zum Strand zu fahren.

Der Wind ist recht kräftig,  aber die Sonne lacht, und wir lachen noch mehr!! Selbst die Pferde stecken neugierig ihr Köpfe übern Zaun, um zu sehen wer da am frühen Morgen schon so laut schnatternd und gackernd durch die Einsamkeit fährt..





 

 




Auch nach dem ziemlich opulenten Mittagessen legen wir uns nicht in die Hollywoodschaukel, aber zum Motorradfahren fehlt uns momentan auch der Schwung, na ja, und  Radfahren? Unsere Hinterteile haben eigentlich nun genug gesessen, und eine Pause verdient!
Also, gehen wir zu Fuß auf Erkundungstour. Wir besichtigen die kleine Kirche am Ende des Ortes,
laufen kreuz und quer durch Wälder, vorbei an den typischen schwedischen Holzhäusern, manches liegt total im Wald versteckt!
Undine kennt sich sehr gut in der Umgebung aus, und sie weiß einiges über die Landschaft und Schweden zu erzählen. Wir kommen gerade noch rechtzeitig um bei ICA, dem schwedischen EDEKA, unser Abendessen einzukaufen. In dem Supermarkt gibt es, nicht wie uns,"30"verschiedene Joghurtarten, und auch nicht Cherrytomaten, Cocktailtomaten, Flaschentomaten etc, es gibt eben Tomaten und fertig ist. Es ist alles etwas "schlichter" was mir persönlich gut gefällt. Am Abend ist es dann so kalt geworden dass wir ohne Kaminfeuer draußen nicht sitzen können.
Um das Feuer kümmert Anne sich mit vollem Einsatz! Kleiner Pyromane oder? Jedenfalls wird es sehr schnell gemütlich warm. Aber trotzdem halten wir es heute nicht so lange aus, wir gehen zeitig schlafen. Zumal wir am nächsten Tag "endlich" mal wieder Motorradfahren wollen.


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