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Reiseroute


 Mit
Qatar Airlines
von
Frankfurt
über
Doha
nach
Ho Chi Minh City
 


Doha

man kann die unglaubliche Wärme fast "sehen"


Saigon

und der Mekong unter uns!

Und dann!

Mopeds neben uns

vor uns

hinter uns

wir sind "umzingelt"

 

 

 

 

 

 

Unendliche elektrische Kabel

Ein Urlaub der etwas anderen Art
(ohne Motorrad)

Anfang des Jahres fragt Gertrud, auch Gertie genannt,  ziemlich spontan, ob ich mit ihr nach Vietnam fahre. Als ich genau so spontan mit Ja antworte, guckt sie dann doch etwas erstaunt! Aber warum nicht mal etwas anderes als Australien ausprobieren!
Irgendwann im Januar/Februar buchen wir unsere Flüge, und für zwei Nächte ein Zimmer im EMPRESS Hotel (78$) in Ho Chi Minh City, ansonsten sind wir ziemlich plan- und ziellos!
Und dann beginnt das Abenteuer Vietnam  schon eine Woche vor der Abreise. Die Gewerkschaft der Lokführer hat zum Streik aufgerufen. Es ist also damit zu rechnen, dass die Deutsche Bahn nicht pünktlich fährt.  Oh, und was nun, wie kommen Gertrud und ich  zum Airport nach Frankfurt? Wir haben schon ein Rail und Fly Ticket, und einen Leihwagen müssten wir schon am Samstag übernehmen, und ob die Straßen dann, genau zu Ferienbeginn frei sind weiß man auch nicht. Angespannt verfolgen wir die Nachrichten und  hören mit Erleichterung: Der Streik ist während des Ferienbeginns gerichtlich verboten worden.
Sonntag  15. Juli  morgens um 7:30 von  Hamburg – Hbf  in Richtung  Frankfurt. Um 15:00 startet der Flieger nach Vietnam!
Airport Frankfurt: Den  Counter von Qatar  Airways finden wir erst nach längerem Suchen. Vor uns wuchtet ein kleiner Asiate  seinen Koffer auf die Waage, 38 Kilo! Dem
Mann hinter dem Check In verschlägt es fast die Sprache, 20 Kilo Gepäck sind nur erlaubt! Glücklicherweise werden wir  an einen anderen Schalter verwiesen und müssen nicht warten, bis der Mensch seinen Koffer umgepackt  hat. Unser Gepäck verschwindet im Flieger und Gertud schiebt sich noch schnell eine Scheibe Schwarzbrot rein, wer weiß wann es das wieder gibt! Nach etwa 7 Stunden landen wir in Doha, es ist 23:00 Ortszeit.  Gluthitze empfängt uns als wir das klimatisierte Flugzeug verlassen, ich mag kaum Luft holen! Aber in dem Bus der uns zum Terminal bringt, könnte ich schon wieder eine Jacke gebrauchen, es sind bestimmt „nur“ 22°.Für 1.5 Stunden drücken wir uns durch den verhältnismäßig kleinen Duty Free Shop  dann können wir endlich den Weiterflug nach Ho Chi Minh City antreten und die Uhren 6 Stunden vorstellen.
Montag 16. Juli ,nach 24 Stunden haben wir es geschafft, das ehemalige Saigon liegt uns zu Füssen, es ist 8:00 Ortszeit als wir landen. Die Einreiseformalitäten bereiten keine Schwierigkeiten. Im Airport befinden sich Wechselstuben, denn weder Gertrud noch ich haben Vietnamesische Dong. Allerdings werden US $ auch überall genommen. An einem Schalter ordern wir für 10$ ein Taxi, das uns zum  Empress Hotel bringt. Aus dem Flughafen raus umfängt uns schon ein ohrenbetäubender Lärm! Jeder hupt jeden an. Die Luft ist total verqualmt, obwohl es ja noch früher Morgen ist. Irgendwie wirkt die ganze Umgebung etwas  unwirklich auf mich. Fassungslos starren wir aus dem Fenster. Gertrud sagt: "Oh, da vorne sind Berge! Nein, nur ein grauschwarzes Wolkengebirge. Die Straßen haben große Löcher, die  von unserem Driver wild umfahren werden. Teilweise fehlt der Asphalt total und die Straße besteht nur aus feinem gelben Sand. Mopeds, Kleinkrafträder, Roller,  Cyclos, Pkws, Lkws alles fährt scheinbar wild durcheinander, umeinander rum, und jeder hupt. Rechts  von unserem Taxi drängt sich ein Moped  mit vier Personen vorbei, vor Schreck rutsche ich nach links, weil ich denke, es kracht gleich. Aber weder unser Fahrer noch der Mopedfahrer zucken auch nur einen Moment mit dem Kopf,  es scheint Normalität zu sein. Die Fußwege sind  mit Motorrollern, Mofas, Autos, kleinen Tischen und Hockern, auf denen die Leute gerade ihr Frühstück einnehmen, zugestellt. Baumaterial aller Art liegt wild in der Gegend rum. Überhaupt, es wird überall gebaut.  Als wir nach einer Stunde am Empress ankommen bin ich schwer beeindruckt. Gertrud guckt auch mit großen Augen! Oha, auf was haben wir uns da eingelassen! Unser Zimmer liegt im 3.Stock und Gott sei Dank zum Hinterhof, so bekommen wir den Straßenlärm „nur“ etwas gedämpft zu hören. Aber als wir zehn Minuten später, mit einem Stadtplan bewaffnet, aus unserer wohl temperierten Hotel Lobby auf die Straße treten, ist es, als wenn mir einer vor den Kopf haut! Das Licht ist, trotz Sonnenbrille, gleißend hell, Dunstschwaden der Auspuffgase hängen in der Luft. Es stinkt erbärmlich. Der Lärmpegel ist unglaublich hoch, obwohl unser Hotel in einer kleinen Nebenstraße im Distrikt 1 liegt. Ich kann mich nur noch schreiend mit Gertrud verständigen. Als wir die letzte Treppenstufe erreicht haben, werden wir sofort von allen Seiten angequatscht. Jeder will uns was verkaufen, oder hält nur stumm die Hand auf, leider auch viele kleine Kinder. Die Mütter stehen etwas abseits und geben den Kindern Kommandos. Wir bahnen uns mühsam einen Weg bis zur nächsten Straßenkreuzung. Ja, und da stehen wir dann wie zwei doofe Landpomeranzen! In einem Reiseführer habe ich gelesen Vietnam hat jedes Jahr etwa 12.000 Verkehrstote, Tendenz steigend! Auch Thomas, Gertruds Freund und Vietnam Insider, hat uns vor dem Straßenverkehr gewarnt. Wie kommen wir jetzt über die kleine Straße? Eine Ampel gibt es nicht. Der Verkehr fließt ununterbrochen, Hupengeräusche in den unterschiedlichsten Tonlagen dröhnen durch die Luft. Vor unseren Augen spielt sich ein unbeschreibliches Chaos ab. Wir sind wirklich etwas hilflos! Da taucht ein zahnloser dürrer kleiner Rikschafahrer vor uns auf. Er gibt uns zu verstehen, dass der Markt, zu dem wir eigentlich wollen, viel zu teuer ist! Er will uns zu einem Einheimischen Markt bringen für 200 Dong. Aber wir möchten nicht zu zweit in sein Cyclo steigen, wir sind einfach viel zu schwer. Aber er behauptet, das mache ihm nichts aus! Also zögern wir nicht länger, zu welchem Markt wir kommen ist uns eigentlich egal, Hauptsache weg von der Straßenecke! Und so klettern wir, mit etwas schlechtem Gewissen, vorsichtig in die Rikscha. Gertie muss die Schlaufe ihres Rucksackes fest um den Arm wickeln auch mir zeigt er dass ich die Schlaufe meiner Kamera ums Handgelenk legen muss. Vorbei fahrende Mopedfahrer reißen anscheinend den Touristen die Taschen weg. Und dann strampelt der Mann mit uns los! Ich halte erschrocken die Luft an, als er zielstrebig mit uns über die Kreuzung fährt! Gertrud, die vor mir hockt, entfährt auch ein erschrockenes „Huch“. Von allen Seiten kommen Fahrzeuge auf uns zu! Roller, Mopeds mit bis zu vier Personen drauf! Autos, andere Cyclofahrer mit oder auch ohne Fahrgäste. Die meisten Zweiradfahrer tragen, anstatt eines Helms, Baseball-Caps, oder kleine bunte Leinenhütchen. Handschuhe werden nur zum Schutz gegen die Sonne getragen, niemand möchte braune Haut bekommen, zum Schutz gegen die Abgase haben viele ein Tuch vor den Mund gebunden. Die Frauen sind auf Flipp Flopps oder auch Higheels unterwegs. Jeder fährt immer nur eine Handbreit an uns vorbei. Es dauert eine ganze Weile bis ich nicht mehr wie hypnotisiert auf den Verkehr starre und ein paar Bilder schießen kann Nach etwa zwanzig Minuten lässt unser Driver uns vor dem Marktgelände aussteigen. Wir haben uns schon etwas an das anscheinend doch geordnete Chaos gewöhnt. Zielstrebig steuern wir das dreistöckige Marktgebäude an!

 Die Gänge sind so schmal, dass wir zeitweilig kaum durchpassen, Europäer sind hier eher selten. Desto mehr werden wir zum Objekt der Begierde bei den „100.000“ Verkäufern. T-Shirts, Schuhe, Mützen, Gürtel in „Kindergröße“ werden uns entgegengestreckt, aus vielen Kehlen ertönt immer wieder der Spruch „ We have your Size“. Und wann immer wir nur einen Moment vor einem Stand verharren, werden wir sofort mit allen möglichen Angeboten „überfallen“. Hier kann man vom lebenden Huhn bis zum Hochzeitskleid alles kaufen. Wir flüchten in die nächste Etage, aber auch hier können wir nicht in Ruhe gucken. Zwischen den engen Verkaufständen werden Fingernägel und Fußnägel manikürt, graue Haare mit der Pinzette ausgezupft. Kleine Kocher stehen auf der Erde, auf denen das Essen brodelt, man muss aufpassen, nicht gegen die heißen Töpfe zu treten. In manchen Ständen liegt die Verkäuferin schlafend am Boden, es ist anscheinend für viele das Zuhause! Und immer wieder ertönt es, auch aus den hintersten Ecken, “we have your Size“. Wir haben bald genug, zumal die Luft hier drinnen noch schlechter als draußen ist. Als wir uns durchs Treppenhaus schlängeln, bestaunen wir die elektrischen Installationen, wer soll da durchfinden falls es einen Kurzschluss gibt?  Gerade als wir uns überlegen ob wir unseren Driver auch wieder erkennen kommt das dünne Männchen schon winkend auf uns zu. Wir kaufen die erste Flasche Wasser für 5000 Dong, der Cyclofahrer passt auf dass wir nicht betrogen werden, bilden wir uns zumindest ein! Dann bringt er uns ins Hotel zurück. Meine Augen tränen, ich kann kaum noch etwas sehen. Mein Hals kratzt wie verrückt! Mir reicht´s für den Anfang. Wir wollen am nächsten Tag mit unserem Fahrer eine größere Stadtrundfahrt machen, er will dann auch einen Kollegen mitbringen, denn zu Zweit ist es doch zu eng.Als es ans Bezahlen geht kommt das Erwachen! Aus den 200 Dong werden nun plötzlich 400.000 Dong! Weil er ja so lange gewartet hat und so weit gefahren ist, und, und! Wir diskutieren und feilschen, letztendlich bezahlen wir! Wir haben begriffen, wenn der Vietnamese sagt – 200 - dann meint er 200.000 Dong. in „Hunderten“ wird nicht gerechnet. Das wir 18,50€ bezahlt haben wird uns allerdings erst am Abend so richtig bewusst. Wir ärgern uns ein bisschen über unsere eigene Dummheit, aber nun haben wir auch kein schlechtes Gewissen mehr bezüglich „Ausbeutung“. Der normale Preis wäre wohl so bei 20.000 Dong gewesen, erzählt uns die der Mann von der Hotelrezeption. Na ja, und mit ein bisschen „Wut“ im Bauch überqueren wir dann bei unserem Abendspaziergang die erste kleine Straße ohne unter die Räder zu kommen. An einer ziemlich belebten Kreuzung kehren wir aber doch erstmal wieder um. In dem Hotel eigenen Restaurant beschließen wir den Tag! Das Essen ist nicht so toll und der Dalat-Rotwein schmeckt ein bisschen nach Korken, was unsere gute Stimmung aber nicht beeinträchtigt. Wir haben immerhin schon mal einige kleine Straßen lebend überquert!
                                                                                                         

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