NAVIGATION

 

Reiseroute


Mit
Qatar Airlines
von
Frankfurt
über
Doha
nach
Ho Chi Minh City


Saigon

Do you have my size?


Mekong Delta

 

 

Am Morgen steht unser Driver mit einem Kollegen schon winkend vor dem Hotel. Wir verzichten auf die Stadtrundfahrt! Aber um ihn nun nicht so von dannen zu schicken, soll er uns zum Sinh Cafe /Reisebüro fahren. Er hält mir sein „Orderbuch“ unter die Nase, da musste ich am Tag vorher eintragen, dass er zum Hotel kommen soll, nun brabbelt er pausenlos ärgerlich vor sich hin! Noch mal frage ich ihn, zu welchem Preis er uns zum Sinh Cafe bringt, und wieder lautet die Antwort 200! Zweihunderttausend??? frage ich ihn, aber als Antwort kommt nur DONG !!! So geht es eine ganze Weile hin und her. Ich werde langsam sauer, auch Gertie guckt nicht mehr so freundlich, und das merkt er wohl, denn plötzlich versteht er uns sehr gut und wir werden uns einig, denn es ist immer noch ein sehr guter Preis! Nun genießen wir die Fahrt zum Sinh Cafe! Ich schaue ganz gelassen zu, als wir fast vom Bus gestreift werden, überhaupt werden wir fast von mindestens 100 Mopeds und Motorrollern gestreift! Aber es ist eben immer nur „fast“! Es ist ein unbeschreiblich chaotisches System! Im Sinh Cafe weiß man, was der Traveler wünscht! Wir überlegen uns welche Städte wir sehen wollen und wie viele Tage wir an den jeweiligen Orten bleiben möchten. Die junge Frau hinterm Tresen macht sich konzentriert an die Arbeit, nur einmal fängt sie mit ihren diversen Kolleginnen an zu tuscheln und zu lachen, der Grund ist ein junger, etwa 1,90 großer Europäer. Die Mädchen finden den „großen“ Mann unglaublich lustig. Innerhalb einer Stunde liegt der fertige Routenplan für die nächsten Wochen vor uns.
Wir werden am 19.7.07 mit einer „OPEN BUS TOUR“ Richtung Norden starten. Die Hotels in DALAT, NHA TRANG, HOI AN und HUE buchen wir gleich mit. Von Hue wollen wir nach Hanoi und von dort zurück nach Hoh CHi Minh City fliegen. Die  Hotel- und Flughafentransfer können wir gleich mitbuchen! Und dann entschließen wir uns doch noch zu einer Tagestour ins Mekong Delta. Eigentlich wollten wir aufgrund des hohen Malariarisikos zu dieser Jahreszeit darauf verzichten. Aber wie es dann so ist, die Neugierde ist groß, und wer weiß ob wir noch mal wieder her kommen!
Für die zusätzliche Nacht im Empress Hotel müssen wir in ein fensterloses Zimmer umziehen und dafür zahlen wir 49$ !
Nachdem wir alles geregelt haben, stürzen wir uns ins Getümmel! Todesmutig treten wir auf die Straße und überqueren sie im Schneckentempo, Step by Step, wie es uns die junge Frau im Empress erklärt hat, aber niemals auch nur einen halben Schritt zurück!

    

   

Nach kurzer Zeit haben wir das Gefühl, schon seit Tagen hier rumzulaufen. Wenn nur nicht dieser Höllenlärm und der Gestank und die „Anmache“ der Cyclofahrer und Motorbike-Fahrer wäre. Alle fünf Meter taucht irgendwer neben uns mit der Frage auf: „Motorbike? Cyclo?“ Um dem Straßenlärm etwas zu entkommen, schlendern wir durch einen kleinen Park, nicht ohne am Eingang gefragt zu werden; Cyclo? where do you come? Als wir am anderen Ende den Park verlassen, wissen die dort wartenden Cyclofahrer schon, woher wir kommen. Sie halten uns ihre Gästebücher unter die Nase, in denen deutsche Touristen sich verewigt haben. Die „Buschtrommel“ funktioniert anscheinend über Pfiffe!
Wir sehen uns in einer Galerie um, der Künstler kopiert gerade den xten Chagall, oder Picasso? Hier kann man Kopien aller alten Meister für wenig Geld kaufen. Die junge Verkäuferin kommt sofort aus der hintersten Ecke mit freundlichem Lächeln auf uns zu. Bereitwillig erklärt sie die unterschiedlichen Maltechniken, und dabei bohrt sie hingebungsvoll in der Nase! In einem edlen Shop kauft Gertrud sich ein edles Portemonnaie aus STINGRAY-Leder .
Auf der Dachterrasse des legendären REX HOTEL trinken wir einen Cocktail. Gertruds „Manhattan“ ist nicht umwerfend (Onkel Rudi macht ihn viel besser) und mein „Saigon Beauty“ schmeckt auch nicht besonders, ich glaube, man hat den Wodka „vergessen“, dafür bietet sich uns aber ein toller Ausblick über die Stadt.

                       

Wir besichtigen das historische Postgebäude. Auch zu dem „teuren“ Markt finden wir. Hier sind die Gänge breiter, der Boden ist mit Teppichboden ausgelegt. Vom Dörrfisch, über Frischfleisch und Textilien aller Art, reicht das Warenangebot. Und egal in welchen Gang wir uns auch befinden, es ertönt sofort: „We have your size“.
Es ist schon dunkel, als wir uns auf den Rückweg machen, obwohl es erst ca. 19:00 Uhr ist. An einem kleinen Friseur bleiben wir interessiert stehen, auch hier gibt es keine
Ladentüren. Sofort kommt die Lady auf uns zugeschossen, 50.000 Dong (2,50€). Gertrud lässt sich überreden, und schon schnippelt ein junger Mann an ihr rum. Später gibt´s dann noch eine tolle Haarwäsche und Gesichtsmassage von der Chefin persönlich. Gertie ist begeistert! Ich schaue derweil einer jungen Vietnamesin zu, ihre schönen langen Haare werden hingebungsvoll von einem jungen Mann immer und immer wieder über die Rundbürste gezogen. Wie ich ihrer Gestik entnehme, ist es aber immer noch nicht gut genug. Als sie dann, nach fast einer halben Stunde, endlich fertig ist, bezahlt sie und stolziert auf ihren Pumps zu einen Motorroller, tritt kurz auf den Kickstarter und braust mit wehenden Haaren davon!
Auf unserem Zimmer finden wir eine Nachricht vom Hotel-Management, wir haben den Safe nicht verschlossen, unsere Wertsachen sind an der Rezeption abzuholen! Der Schreck fährt uns in die Glieder, unsere Reisepässe, Flugtickets, Kreditkarten, und natürlich Geld hatten wir „diebstahlsicher“ in dem Safe untergebracht! Gertrud rast zur Rezeption! Mit einem verschnürten Bündel und einem Mann vom Sicherheitsdienst kommt sie wieder, in dessen Beisein müssen wir unsere Sachen kontrollieren! Gott sei Dank, es ist nichts abhanden gekommen, erleichtert quittieren wir die Rückgaben.

18.Juli. Tour ins Mekong-Delta

Über 4500 km aus dem tibetanischen Hochland quer durch China, Myanmar, Laos, Thailand, Kambodscha und Vietnam bahnt der Mekong sich seinen Weg zum südchinesischen Meer. In diesem Bereich zerfällt der gigantische Fluss in mehrere Teilströme und diese teilen sich wieder in viele Flüsse und Teilarme, die Unmengen von Wasser am Mekong Delta zum Meer tragen. Der Uferbereich des Mekong gewinnt alleine durch Ablagerungen jedes Jahr ca. 80 m neues Küstenland hinzu. Im Mündungsgebiet gibt es Tausende Kanäle zwischen den Flüssen und noch viel mehr Reisfelder.  

  

  


Der breite lehmfarbige Fluß wälzt sich träge dahin. Zwei Riesenbrücken zur Überquerung befinden sich im Bau. An den Ufern Regenwaldbewuchs, große Bananenstauden und noch größere Palmen und viele kleine, primitive Wohnhäuser. Dazwischen dann schon die ersten Häuser der „ upper class“ mit unverbaubarem Blick auf den Mekong! Wir fahren leider nicht zu den schwimmenden Märkten, aber immerhin können chen wir den Fischmarkt aus der Ferne riechen! Um einige Dörfer zu besichtigen, legt der Kahn an abenteuerlich schwankenden Bootsstegen an. Mit kleinen Pferdewagen fahren wir ein Stückchen über Land, um zu einer kleinen Handmanufaktur für Bonbons zu gelangen. Hier werden aus Kokosnüssen und verschiedenen Säften Bonbons hergestellt und von einigen jungen Mädchen per Akkordarbeit verpackt.
Wir besuchen eine Honigfabrik, eine Familie, die Reispapier herstellt, und überall sollte man möglichst irgendetwas kaufen. Es werden alle touristischen Klischees erfüllt. Durch einen engen Flussarm, da wird mir die feuchtwarme Luft richtig bewusst, werden wir von zwei Frauen mit kleinen flachen Holzbooten zurück zum Schiff gerudert. Um wieder in das größere Boot zu gelangen bedarf es einiger Kletterkünste. Die Fahrt in dem klimatisierten Bus zurück nach Saigon ist da schon sehr komfortabel, auch wenn ein pausenloses Hupkonzert ertönt.

Den letzten Abend in Saigon verbringen wir in einem (laut Reiseführer) der besten Lokale von Saigon. Das Essen ist wirklich sehr geschmackvoll, das Ambiente auch, nur der Rotwein ist etwas zu kalt. Wir zahlen fast 1.000.000 Dong! Upps!


                                                                                                         


Copyright by HeideN